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Innovation

Die Mobilität der Zukunft ist vernetzt

An seinem neuen Standort in Ludwigsburg entwickelt Bosch digitale Dienste beispielsweise fürs autonome Parken

Im ehemaligen Ludwigsburger EnBW-Gebäude ist jetzt der Hauptsitz des Bosch-Geschäftsbereichs Connected Mobility Solutions. Das Foyer ist noch nicht ganz fertig. Fotos: Oliver Bürkle
Im ehemaligen Ludwigsburger EnBW-Gebäude ist jetzt der Hauptsitz des Bosch-Geschäftsbereichs Connected Mobility Solutions. Das Foyer ist noch nicht ganz fertig. Foto: Oliver Bürkle
Rainer Kallenbach (links) und Rolf Nicodemus, die Leiter des neuen Bosch-Standorts, testen das zur Sitzgelegenheit umgestaltete Boot im Eingangsbereich des Bürogebäudes.
Rainer Kallenbach (links) und Rolf Nicodemus, die Leiter des neuen Bosch-Standorts, testen das zur Sitzgelegenheit umgestaltete Boot im Eingangsbereich des Bürogebäudes.
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Ludwigsburg. In Ludwigsburg arbeitet Bosch an der Mobilität der Zukunft. Wenn in einigen Jahren niemand mehr darüber staunt, dass ein Autofahrer vor einem Parkhaus seinen Pkw abgibt und dieser dann autonom einen Stellplatz sucht, wenn künftig vom Fahrzeug aus Bahntickets oder der Parkschein per Knopfdruck geordert werden können, dann ist dies das Werk der Mitarbeiter des Bosch-Unternehmensbereichs Connected Mobility Solutions, die jetzt ihren Hauptsitz in der Hoferstraße 30 in Betrieb genommen haben. Sie haben das Ziel, vernetzte Mobilitätsdienstleistungen zu entwickeln und für den Massenmarkt tauglich zu machen.

Seit einigen Tagen herrscht Einzugsbetrieb am ehemaligen EnBW-Standort in der Hoferstraße 30. Umzugskartons stehen in den Räumen herum. Handwerker sind noch zugange. Die Büros in dem markante Gebäude mit der Glasfassade, das den eleganteren Charme der 70er Jahre ausstrahlt, sind auf den neuesten technischen Stand gebracht worden. 2700 Quadratmeter auf drei Etagen stehen den rund 250 Mitarbeitern zur Verfügung. Bewusst spiegelt sich die Start-up-Kultur in der Einrichtung wider. Helle, offene Küchen mit großzügigen Sitzgelegenheiten dienen als Treffpunkte für Besprechungen. Der Standort umfasst insgesamt 9100 Quadratmeter Gesamtfläche mit Außenbereich, Stellplätzen, Tiefgarage und Lagerflächen, Ladestationen für Elektrofahrzeuge und E-Bike-Ladestationen für die Mitarbeiter.

„Hier ist für uns der perfekte Standort“, sagt Rainer Kallenbach, der Vorsitzende des Bereichsvorstandes von Connected Mobility Solutions. Im gesamten Großraum Stuttgart habe es keine geeignetere Immobilie gegeben. Bosch habe in Mobiliar und Technik einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag investiert. Vermieter ist die Wohnbau Ludwigsburg. Genau vor einem Jahr hat Bosch den Vertrag unterschrieben. Bosch arbeite in der Hoferstraße primär an softwarebasierten Services, die aus einer Cloud zur Verfügung gestellt werden. Diese Dienste zu entwickeln und zu betreiben, sei das Kerngeschäft von Connected Mobility Solutions. Letztlich gehe es um Verkehrsinformationen, Ticketbuchungen oder die Parkplatzsuche. Daten dazu würden dem Nutzer in Zukunft verstärkt über das Auto bereitgestellt.

Das Besondere an der Arbeit von Connected Mobility Solutions sei, dass hier neben IT-Spezialisten auch Menschen tätig seien, die die Bosch-Automobilsysteme sehr gut kennen. In Ludwigsburg seien Vertreter aller Bosch-Geschäftsbereiche im Team, und diese Mischung sei perfekt. Diese tiefen Automobil- und Systemkenntnisse seien das Spezielle und der entscheidende Unterschied zu großen IT- oder Internetdienstleistern, betont Kallenbach. Bosch schöpfe aus dieser Kombination neue Dienstleistungsangebote. Die wichtigsten Kunden seien Fahrzeughersteller und Kommunen.

Ein Schwerpunkt von Connected Mobility Solutions sind vernetzte Parklösungen. Bis zu 30 Prozent des innerstädtischen Verkehrs machen laut Kallenbach Fahrzeuge aus, die einen Parkplatz suchen. Hier könnten digitale Dienste, die den Autofahrern einen freien Parkplatz anzeigten, für eine Entlastung der Innenstädte beim Verkehrsvolumen und beim Abgasausstoß sorgen. Dies sei vor allem für Städte interessant, die Verkehrsleitsysteme installieren wollten. Bosch habe mit der Stadt Ludwigsburg ein exzellentes Verhältnis, um zu diskutieren, wo bestimmte Pilotprojekte angegangenen werden könnten, sagt Rolf Nicodemus, der Leiter des Bosch-Produktbereichs vernetzte Parklösungen. Die Stadt Ludwigsburg will wie berichtet in der Weststadt in eine digitale Parksteuerung einsteigen. Der Bund will 1,15 Millionen Euro dazu beisteuern.

Der Bosch-Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions hat insgesamt 650 Mitarbeiter. Sie arbeiten an acht Standorten in fünf Ländern (Ludwigsburg, Hildesheim, Stuttgart-Vaihingen, Berlin, Paris, Madrid, Belgrad und Schanghai).

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