Logo

Sauberkeit

Die Müll-Moral ist auf dem Tiefpunkt

Das Team der Stadtreinigung hat seit Ausbruch der Pandemie deutlich mehr zu tun – Es ist auch an den Wochenenden an den Hotspots unterwegs

Fast-Food-Müll und Flaschen im Gras, überquellende Papierkörbe verschandeln die Landschaft. Sogar Kanister werden am Parkplatz entsorgt.Fotos: Ramona Theiss/privat
Fast-Food-Müll und Flaschen im Gras, überquellende Papierkörbe verschandeln die Landschaft. Sogar Kanister werden am Parkplatz entsorgt. Foto: Ramona Theiss/privat
Fast-Food-Müll und Flaschen im Gras, überquellende Papierkörbe verschandeln die Landschaft. Sogar Kanister werden am Parkplatz entsorgt.Fotos: Ramona Theiss/privat
Fast-Food-Müll und Flaschen im Gras, überquellende Papierkörbe verschandeln die Landschaft. Sogar Kanister werden am Parkplatz entsorgt. Foto: Ramona Theiss/privat
Fast-Food-Müll und Flaschen im Gras, überquellende Papierkörbe verschandeln die Landschaft. Sogar Kanister werden am Parkplatz entsorgt.Fotos: Ramona Theiss/privat
Fast-Food-Müll und Flaschen im Gras, überquellende Papierkörbe verschandeln die Landschaft. Sogar Kanister werden am Parkplatz entsorgt. Foto: Ramona Theiss/privat
Fast-Food-Müll und Flaschen im Gras, überquellende Papierkörbe verschandeln die Landschaft. Sogar Kanister werden am Parkplatz entsorgt.Fotos: Ramona Theiss/privat
Fast-Food-Müll und Flaschen im Gras, überquellende Papierkörbe verschandeln die Landschaft. Sogar Kanister werden am Parkplatz entsorgt. Foto: Ramona Theiss/privat

Die im bislang kühlen und verregneten Frühjahr außergewöhnlich sommerlichen Temperaturen am vergangenen Sonntag haben zahlreiche Ludwigsburger für einen Ausflug genutzt. Viele zog es etwa zum Schloss Monrepos oder an das Neckarufer. Das ist grundsätzlich erfreulich, denn ein Sonntagsspaziergang ist gesund und bietet willkommene Abwechslung vom Home-Office. Zudem ist es laut Wissenschaftlern unwahrscheinlich, sich an der frischen Luft mit dem Coronavirus anzustecken.

Die Kehrseite der Medaille: Wo viele Menschen unterwegs sind, fällt viel Müll an. Diese traurige Wahrheit stellte sich nach dem Wochenende beispielsweise auf dem Parkplatz am Seeschloss Monrepos unter Beweis, wo Besucher ganze Haufen von Getränkedosen, Eispapier oder Verpackungstüten eines bekannten Fast-Food-Restaurants achtlos weggeschmissen hatten. Auch am Neckarufer drängte sich der Eindruck auf, dass viele Ausflügler geradezu eine innere Abneigung dagegen verspüren, Abfälle im Mülleimer zu entsorgen.

Achim Maier kann diese laxe Einstellung in Sachen Müll nicht überraschen. „Wenn mehr Leute rausgehen, bedeutet das auch mehr Müll“, macht der Bereichsleiter der Ludwigsburger Stadtreinigung eine einfache Rechnung auf. Das zeige sich insbesondere an hochfrequierten Orten wie eben Monrepos oder Neckarufer, aber auch auf der Bärenwiese, auf Akademie- und Rathaushof oder auf dem Platz am alten Neckarweihinger Rathaus.

Auch am Wochenende sindMüllsammler unterwegs

„An diesen Plätzen fällt an schönen Tage bis zu dreimal mehr Müll an als sonst“, berichtet Maier. Ein zunehmendes Problem ist nach Einschätzung des Bereichsleiters auch die wilde Müllentsorgung. Etwa auf den Oßweiler Feldern, wo nicht selten Sperrmüll oder sogar Renovierungsabfall illegal abgeladen werde. Für sämtlichen unsachgemäß entsorgten Müll gelte: „Seit Beginn der Pandemie ist es merklich mehr geworden.“

Schon an Wochenenden sind zehn bis zwölf Mitarbeiter der Stadtreinigung damit beschäftigt, die Hinterlassenschaften ihrer Mitbürger zu beseitigen. Unter der Woche sind sogar 45 Müllsammler unterwegs – ohne diesen unermüdlichen Einsatz wären wohl weite Gebiete des Stadtgebiets in kurzer Zeit völlig vermüllt, berichtet er.

Das vielköpfige Team ist offensichtlich effektiv. Am Mittwoch jedenfalls sind die Müllberge am Seeschloss Monrepos und am Neckarufer bereits verschwunden. Eine dreiköpfige Truppe der Stadtreinigung macht sich in der Mittagszeit am Monrepos-Parkplatz an die Arbeit. Das Trio zeigt auf einen großvolumigen Mülleimer, an dem zwangsläufig jeder Besucher auf dem Weg zum Schloss vorbeikommt. Auch an anderen „Müll-Hotspots“ stellt die Stadtreinigung solche Behälter auf, häufig allerdings nicht mit dem gewünschten Erfolg.

Die drei Mitarbeiter der Stadtreinigung bestätigen, dass sie bei ihren Touren auf immer mehr Haus- und Renovierungsmüll stoßen. Auf Bauschutt, aber auch auf Möbelstücke, Kühlschränke, Gefriertruhen oder Backöfen, die entsorgt werden. Vergangene Woche hätten sie ein Ceran-Kochfeld gefunden, erzählen sie, „mit diesen Sachen könnte man ganze Wohnungen einrichten“. Es wäre freilich ein Irrtum, davon auszugehen, dass die Arbeit der Stadtreinigung in der Bevölkerung auf ungeteilte Wertschätzung trifft. Nicht selten entsorgten Bürger vor ihren Augen Abfälle absichtlich nicht in, sondern neben einem Mülleimer, sagt ein Mitarbeiter. Unlängst habe er daraufhin einen Mann zur Rede gestellt. Die Antwort war ernüchternd: „Er meinte, dass es ja unsere Aufgabe ist, den Müll wegzuräumen“, berichtet er. Es scheint, als ob die Müll-Moral in der Pandemie auf dem Tiefpunkt angelangt ist.

Autor: