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Insolvenz

DLW sucht wieder nach einem neuen Geldgeber

Bietigheim-Bissingen. Das Bietigheimer Traditionsunternehmen DLW (Deutsche Linoleum-Werke) wird wohl zum zweiten Mal innerhalb von gut zwei Jahren den Eigentümer und damit auch den Namen wechseln. Denn nach der neuerlichen Insolvenz sucht DLW Flooring nach Investoren, wie das Unternehmen gestern mitteilte.

Ludwigsburg. In den kommenden Wochen sollen Übernahme-Interessenten Einblick in die Zahlen von DLW Flooring bekommen und dann Angebote abgeben. Eine Entscheidung dürfte wohl noch in diesem Jahr fallen, da Ende des Jahres das Insolvenzgeld für die Mitarbeiter ausläuft.

Vor zwei Jahren hatte der US-amerikanische Bodenbelagshersteller Armstrong seiner deutschen Tochter den Geldhahn zugedreht, was zur ersten Insolvenz führte. Anschließend übernahm der niederländische Finanzinvestor Fields das Unternehmen. Der schaffte es aber auch nicht, das kriselnde Unternehmen wieder solide aufzustellen. Denn Anfang Oktober meldete DLW Flooring erneut Insolvenz an, diesmal in Eigenverwaltung. Das Unternehmen begründete den Schritt damals mit einem „kurzfristig aufgetretener Liquiditätsengpass“.

360 Mitarbeiter in Bietigheim

Mit der Sanierung hatte der Bodenbelagsspezialist, der in Bietigheim PVC-Böden und im niedersächsischen Delmenhorst Linoleum herstellt, nach eigenen Angaben schon vor mehr als einem Jahr begonnen. Der seit sieben Monaten amtierende Geschäftsführer Hans-Norbert Topp sieht der schriftlichen Mitteilung zufolge, die Sanierung „voll im Plan“. Topp warnte aber auch vor zu großem Optimismus. „„Das ist kein Selbstläufer. Es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns.“

Ob der anstehende Eigentümerwechsel und die laufende Sanierung zu Entlassungen bei den insgesamt über 700 Mitarbeitern – 360 davon in Bietigheim – führt, ist derzeit offen. (jüs)