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Drei Nachwuchstüftler kreieren maschinellen Barkeeper

Bei „Jugend forscht“ sichern sich Linus Brauer, Maximilian Krauß und Philipp Domke den Sieg im Fachgebiet Technik – Cocktailmixer holt sich Zutaten mit dem Schlauch

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Prost, Salute, Chin-Chin: Mit ihrer mobilen Cocktailmix-Maschine haben Linus Brauer, Maximilian Krauß und Philipp Domke (von links) den Sieg beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ Mittelbaden/Enz geholt und sich für den Landeswettbewerb qualifiziert.Foto: Isabel Hansen

Ludwigsburg. Ein Prosit auf den Sieg: Linus Brauer (16), Maximilian Krauß (16) und Philipp Domke (15) aus Vaihingen haben beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ Mittelbaden/Enz das richtige Rezept gehabt und mit ihrer mobilen Cocktailmix-Maschine den ersten Preis auf dem Fachgebiet Technik eingeheimst. Zudem wurden sie mit einem Sonderpreis der IHK Nordschwarzwald ausgezeichnet.

Unter dem Motto „Zukunft – ich gestalte sie“ zeigten rund 65 Schüler bei diesem Tüftlerwettbewerb in Pforzheim, dass sie nicht von gestern sind. Mittendrin das Trio des Vaihinger Friedrich-Abel-Gymnasiums.

Sommer, Sonne, coole Drinks – die Forschungsergebnisse der Schüler schmecken nach Urlaub. Die Freunde haben einen kompakten Cocktailmixer entwickelt, der auf Knopfdruck den Fruchtmix direkt ins Glas füllt. Bei den Zutaten bedient sich der maschinelle Barkeeper „Just mix it“ per Schlauch selbst an den handelsüblichen Getränkepackungen. Das ist nicht nur umweltschonend, sondern spart auch die aufwendige Reinigung spezieller Vorratsbehälter. Dank Smartphone und selbstentwickelter App gehört das Mixen eigener Getränke-Kreationen ebenfalls zum Programm. Ein Projekt mit Potenzial als Party-Hit.

Echte Herausforderung

Die Nachfrage der Mitschüler nach dem Mixer dürfte mit Sicherheit größer sein als nach den Alternativen, die im Team zu Beginn der Forschungsarbeit zur Debatte standen. „Wir wollten etwas Praktisches für die Schule machen. Dann hat der Cocktail-Mixer sich aber doch gegen den intelligenten Tafelwischer und die intelligente Schultasche durchgesetzt. Das fanden wir spannender“, erklärt Maximilian Krauß.

Dabei entwickelte sich das Spaß-Projekt zur echten Herausforderung. Drei Jahre dauerte es, bis das Gerät in Kompaktform voll funktionstüchtig war. „Das erste Modell war aus Holz und damit nicht lebensmittelecht.“ Den Jugendlichen ging es nicht um eine Forschung im Elfenbeinturm, sie berücksichtigten auch die finanzielle Seite, warben Fördergelder in Höhe von 5000 Euro ein, vergaben die Fertigung des Metallgehäuses nach ihren Konstruktionsplänen an ein externes Unternehmen, konzentrierten sich auf das Innenleben, dokumentierten ihre Arbeit und rechneten Kosten ab.

Bis in die Nacht vor dem Wettbewerbstag hat das Trio vom Friedrich-Abel-Gymnasium getüftelt, Schlauch-Verbindungen und Kontakte doppelt überprüft und nach noch so kleinen Fehlern in Programm gesucht. Das Ergebnis wurde von der Fachjury auf Herz und Nieren geprüft. Pfirsich- und Orangensaft mit einem Schuss Grenadine – der Wunsch-Cocktail von Gastjuror Urs Machtolf stellte die Mix-Maschine vor keinerlei Probleme. Eine Zutat nach der anderen gluckerte aus den Saftkartons in den bereitstehenden Becher. „Lecker“, so das Urteil von Machtolf.

Der positive Test allein hätte allerdings nicht für einen Sieg gereicht. „Das Team hat mit Plan gearbeitet, sie haben Versuche gemacht und verschiedene Möglichkeiten durchgespielt. Sie konnten ihren Weg nachvollziehbar begründen und Vorteile ihrer Lösung erläutern“, lobte die Jury die drei Jungs.

In Fellbach geht’s weiter

Maximilian Krauß (16) ist mittlerweile Stammgast bei „Jugend forscht“. Zusammen mit Philipp Domke (15), ebenfalls Wiederholungstäter, und Linus Brauer (16) hat er sich bei seinem dritten Anlauf den Sieg im Fachgebiet Technik geholt. Damit hat sich das Team auch automatisch für den Landeswettbewerb qualifiziert, der vom 22. bis 24. März in Fellbach stattfindet.