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Gesundheit

Drei zusätzliche Rettungswagen

Bereichsausschuss für den Rettungsdienst beschließt Maßnahmen zur Verbesserung der Hilfsfristen

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Die Hilfsfristen im Rettungsdienst sollen mit den Verbesserungen wieder eingehalten werden können.Archivfoto: dpa

Ludwigsburg. Drei zusätzliche Rettungswagen – einer im Versorgungsbereich Ludwigsburg, einer im Bereich Vaihingen und einer im Bereich Marbach – sowie weitere Maßnahmen sollen die Einhaltung der Rettungsfristen im Kreis Ludwigsburg wieder sicherstellen. Dies hat der Bereichsausschuss für den Rettungsdienst im Rettungsdienstbereich Ludwigsburg beschlossen.

Der Rettungsdienst in Baden-Württemberg muss nach spätestens 15 Minuten am Einsatzort eintreffen. Im vergangenen Jahr war dies im Rettungsdienstbereich Ludwigsburg bei 6,7 Prozent der Rettungswagen und 8,4 Prozent der Notarzteinsätze nicht der Fall: Notfallretter und Notarzt brauchten hier länger als 15 Minuten. Die Vorgabe, die Frist in 95 Prozent aller Einsätze einzuhalten, konnte damit nicht erfüllt werden.

Um diese fehlenden zwei Prozent erreichen zu können, fasste der Bereichsausschuss mehrere Beschlüsse zur Verbesserung. „Wir haben uns gleich ans Werk gemacht und uns mit allen Beteiligten – Landratsamt, Rettungsdienstorganisationen und Krankenkassen – an einen Tisch gesetzt und ein Konzept erstellt“, so Manfred Hormann, derzeitiger Vorsitzender des Bereichsausschusses.

Denn man müsse auch davon ausgehen, dass die Zahl der Unfälle jährlich zunimmt und in Zukunft zusätzliche Einsätze gefahren werden müssen: Zwischen 2013 und 2016 gab es immerhin eine Steigerung um 4 200 Einsätze auf rund 25 700 Notfalleinsätze pro Jahr. Allein diese Zahl erhöhe das Risiko, die Hilfsfrist mitunter zu überschreiten.

Wenn alles klappt, könnte spätestens im kommenden Jahr die Versorgung im Bereich Bottwartal mit zwei Rettungswagen statt einem verbessert werden. „Wir prüfen den Einsatz eines zusätzlichen Wagens in Steinheim auf Probe. Er soll in den Tagstunden zum Einsatz kommen, um die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen besser einhalten zu können“, sagt Manfred Hormann. Derzeit wird in Gesprächen mit der Stadt Steinheim diskutiert, wo mögliche Standorte sein könnten, welche baulichen Hürden jeweils genommen werden müssen, welche Kosten durch Um- oder Anbau entstehen. Drei bis vier Standorte sind im Gespräch. Benötigt werden ein Container oder eine Halle für das Fahrzeug und eine Aufenthaltsmöglichkeit für die Mitarbeiter. Diese seien allerdings tagsüber ohnehin zu 85 Prozent im Einsatz. Dieser Rettungswagen in Steinheim könnte tagsüber von sechs Uhr bis 20 Uhr im Einsatz sein. Dabei würde es sich um den zweiten Rettungswagen handeln.

Der bereits bestehende Rettungswagen am Marbacher Krankenhaus würde weiterhin rund um die Uhr fahren. Auch der Krankentransportwagen würde in Marbach stehen bleiben. Die Rettungswache bleibe also erhalten, so Hormann. Damit seien die Rettungswagen 4100 Stunden pro Jahr zusätzlich im Einsatz.

Im Versorgungsbereich Ludwigsburg sollen alle fünf Rettungswagen zukünftig 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche im Einsatz sein, ein weiterer Rettungswagen soll im Laufe des Jahres dazukommen.

Im Versorgungsbereich Ditzingen wird der bisher werktags eingesetzte zweite Rettungswagen noch 2017 an allen Tagen eingesetzt – ab 2018 wird der Einsatz dieses Fahrzeuges an 365 Tagen pro Jahr auf 24 Stunden geplant. Der Notarzt soll rund um die Uhr fahren.

Im Versorgungsbereich Vaihingen gibt es zum rund um die Uhr fahrenden Rettungswagen zusätzlich ein Fahrzeug in den Tagstunden. Auch ist eine Verlegung der Rettungswache innerhalb der Gemarkung Vaihingen in Planung.

Den zusätzlichen Kosten wurde von den Krankenkassen bereits zugestimmt. Ein Rettungswagen, der rund um die Uhr im Einsatz ist, kostet 750 000 Euro im Jahr. Die Anschaffung der Fahrzeuge – eines kostet rund 170 000 Euro – sei ebenfalls das kleinste Problem, so Hormann. Die größere Herausforderung sei, das Personal zu finden. Er sei aber zuversichtlich, dass die zusätzlichen Wagen auch besetzt werden können.

Die Stationierung der Notärzte bleibt die gleiche: zwei in Ludwigsburg, einer in Bietigheim, ein privater Arzt in Oberstenfeld und ein privater Arzt in Vaihingen. Der Notarzt in Oberstenfeld soll zudem zukünftig im Tagdienst an allen Tagen im Jahr fahren.

Der Bereichsausschuss geht davon aus, dass so die Hilfsfristen wieder eingehalten werden können.