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Durch die Schleuse zu den Liebsten

Am Feiertag bildeten sich das erste Mal Schlangen von Besuchern vor dem Klinikum. Seit Dienstag dürfen Patienten wieder besucht werden, allerdings nur einzeln, mit Anmeldung und Gesundheitscheck.

Vor dem Eingang wird gewartet, bis der Vorgänger fertig ist.Foto: Holm Wolschendorf
Vor dem Eingang wird gewartet, bis der Vorgänger fertig ist. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Einfach mal einen Überraschungsbesuch machen, das ist in den Kliniken trotz Lockerung weiter nicht möglich. Auch in Ludwigsburg gibt es Zutritt nur mit Anmeldung, und die muss vom Patienten ausgehen. Die Station rufe auf dessen Wunsch die entsprechende Person an, erläutert Pressesprecher Alexander Tsongas, der dann einen Termin erhält. Eine Stunde lang darf der Besuch dauern, aber auch hier gibt es Besonderheiten. Patienten, die sich selbst bewegen können oder mit Hilfsmitteln bewegt werden können, begeben sich zu der Besucherzone vor den Stationen, die anderen dürfen im Zimmer besucht werden. Allerdings nur einzeln. Mundschutz ist überall obligatorisch, Abstand ebenfalls.

Acht Checkpoints im Klinikum

„Die Besucher haben sich sehr diszipliniert gezeigt“, ist Tsongas erfreut, „das Verständnis ist groß.“ Viele hätten sich trotz der Umstände gefreut, dass sie wieder reinkönnen. Seit der Öffnung am Dienstag habe es an Himmelfahrt erstmals eine „etwa 40 Meter lange Schlange“ vor dem Haupteingang gegeben. Acht Checkpoints gibt es im Klinikum, zwei im Haupteingang und je eine für die Klinik für Psychiatrie, die Physiotherapie, die zur Notaufnahme gehörende Aufnahmestation, das Sozialpädiatrische Zentrum, die Strahlenklinik mit ambulantem Tumorzentrum und das Frauen-Kind-Zentrum. Ein Team von 20 Mitarbeitern ist für alle Kontrollpunkte zuständig, notfalls kommen neue dazu.

Dort folgt die namentliche Anmeldung, Fiebermessen und Fragen nach dem eigenen Gesundheitszustand und Erkältungssymptomen. Weil es zu Staus kam, sollen jetzt Patienten mit Terminen und Besucher getrennt werden. Für das Wochenende rechnet das Klinikum erneut mit deutlich mehr Besuchern. Der Weg zu den Aufzügen im Klinikum ist mit Sperrbändern vorgegeben und ist von dem Weg aus der Klinik getrennt. Pro Besucher gilt zudem die Regel: nur alleine in den Aufzug.

Es gibt auch Ausnahmen: Väter dürfen ihr Kind und Partnerin nach der Geburt jeden Tag für eine Stunde besuchen, Eltern gehen gemeinsam zu ihren Kindern. Auch sie durchlaufen jedes Mal den Checkpoint bei ihren Besuchen. In der Palliativstation, bei dementen Patienten oder Angehörigen, die im Sterben liegen, bestanden die Ausnahmen in der gesamten Corona-Zeit, so Tsongas.

Weil die Infektionszahlen erfreulich niedrig lägen, so Tsongas, fährt die Klinik nun schrittweise die Belegung hoch. Derzeit seien 70 Prozent aller Stationen wieder belegt, geplant sei, erst einmal auf 80 Prozent zu gehen. Schon zuvor habe das Klinikum des Pflegenotstands wegen nicht alle Betten belegt gehabt.

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