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Goethe-Gymnasium

Ein Elf wendet alles zum Guten

120 Fünftklässler zeigen ein rundum gelungenes Musical – Probenbeginn im Februar – Mehrere Lehrer betreuen das Projekt

Die Bühnenaufführung der Fünftklässler ist fester Bestandteil des Schulalltags am Goethe-Gymnasium. Foto: Holm Wolschendorf
Die Bühnenaufführung der Fünftklässler ist fester Bestandteil des Schulalltags am Goethe-Gymnasium. Foto: Holm Wolschendorf

Tom hat nachts kaum eine ruhige Minute. Ihn plagen nämlich regelmäßig Albträume. Er ist die Titelfigur eines Musicals von Fünftklässlern des Goethe-Gymnasiums, das kürzlich Premiere in der Aula der Freien Waldorfschule hatte.

Wenn er an den Mathematikunterricht mit der strengen Lehrerin denkt, bekommt er Horrorvisionen, auf dem Schulhof wird er von einer Mädchengang gemobbt und verprügelt. Und da ist da noch Lisa, in die Tom verknallt ist, aber die ihn scheinbar gar nicht richtig wahrnimmt. Das alles verfolgt ihn bis in den Schlaf. Tag und Nacht kommt er nicht zur Ruhe.

Fiese Träume werden extra angerührt

Was kein Mensch weiß: Es gibt eine extra Küche mit einem großen Kessel, in dem für jeden einzelnen Menschen von Köchen die Träume frisch angerührt werden. Auch an diesem Abend. Das Rezept, das der Meister für Tom zusammengestellt hat, jagt einem beim Zuhören schon kalte Schauer über den Rücken. Als der Chef Pause macht, übernimmt Geselle Felix den Löffel und korrigiert die Zutaten.

Er schickt einen pfiffigen Elfen mit steiler Frisur zu Tom nach Hause in die Hasengasse, der soll ihm helfen, die bösen Monster zu vertreiben. Die beiden machen ein Geschäft: Der eine hilft dem anderen rechtzeitig zurück in die Traumküche, dafür rückt der andere die Verhältnisse in der Schule zurecht.

Die Lehrerin ist plötzlich nett und witzig, die Görenclique fängt plötzlich untereinander an zu streiten, die Mädchen vermöbeln sich gegenseitig. Und Lisa lächelt ihn auch plötzlich an. Happy End auf ganzer Linie.

Das Stück vom Komponisten Gerhard A. Meyer passt zur Lebenswelt der Schüler, in der die Hormone langsam anfangen, verrückt zu spielen. Mit all ihren Ängsten und Sehnsüchten. Kombiniert ist das mit fetziger Livemusik von der Goethe Band mit Rock, Calypso, Swing, Reggae und romantischen Balladen.

Über 120 Kinder aus vier Klassen waren an der Aufführung unter der Regie von Elisa Schulz beteiligt. Es ist ein verpflichtendes Sozialprojekt für die Fünfer, die sich nach der Grundschule aus den verschiedenen Stadtteilen erst einmal finden sollen. Und das geht mit Singen, Tanzen und Schauspielen mit am besten. Beim Proben lernen sie sich besser kennen.

Und die haben im Februar begonnen. Die Chöre leiteten Regina Bauer und Claudius Heinzelmann, mit den Solisten arbeiteten Susanne Vogelmann und Susanne Kovalev. Um die Technik kümmerten sich Benedikt Vennefrohne, Friedrich von Bechtolsheim, Norbert Meier und die Firma Soundchip. Auch die Eltern packten mit an und unterstützten das Großprojekt.

Aus diesem Gemeinschaftswerk über Wochen hinweg entwickelte sich eine rundum gelungene Veranstaltung. Im Mittelpunkt standen die Kinder, deren Lampenfieber mit dem lang anhaltenden Schlussapplaus gelöscht wurde. Die Steine, die von den Herzen fielen, waren fast zu hören.

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