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Ein Zeichen für Klimagerechtigkeit

Brunch und Spontandemo der Ludwigsburger Gruppe von Fridays for Future

Auf den Brunch vor dem Rathaus folgt die Demonstration. Fotos: Andreas Becker/Vera Benner
Auf den Brunch vor dem Rathaus folgt die Demonstration. Foto: Andreas Becker/Vera Benner
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Ludwigsburg. Wie aus einem Brunch in der Kälte eine Spontandemonstration wird, zeigte gestern die Ludwigsburger Gruppe von Fridays for Future. Nachdem auf dem Akademiehof und vor dem Eingang zum Rathaus Kekse, Brote und andere Lebensmittel geteilt und gegessen und mit Fahnen auf die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen aufmerksam gemacht wurde, fanden sich die rund 35 Teilnehmer plötzlich auf der Straße wieder. Das rief auch die Polizei auf den Plan, die von der Aktion im Vorfeld nicht informiert wurde.

„Das ist kein regulärer Streik“, betonte Markus Moskau, Sprecher der Fridays for Future Ludwigsburg, zu Beginn. „Wir wollen mit dem Brunch ein Zeichen für unser Durchhaltevermögen setzen. Auch in den Schulferien.“ Die Demo sei erst vor Ort im Plenum besprochen und schließlich umgesetzt worden. Anwesend waren Teilnehmer aus den Ortsgruppen Ludwigsburg, Stuttgart, Weil der Stadt, Sindelfingen, Böblingen und Backnang, die auf ihrem Weg gemeinsam skandierten. „Wir sind hier. Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft raubt“, hallte es durch die Straßen in Ludwigsburg.

Weitere Streiks geplant

Schon beim Brunch auf der Rathaustreppe, der ausschließlich aus Foodsharing-Produkten bestand, zogen die jungen Klimaschützer die Aufmerksamkeit zahlreicher Autofahrer und Fußgänger auf sich. Von einer älteren Dame, die mehrfach mit lauter Stimme gegen die Bewegung schoss, ließen sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Auf ihrem Weg von der Wilhelmstraße über die Kirchstraße hinunter zum Marstall-Center und von dort über den Holzmarkt auf ein Teilstück der B.27 schlossen sich spontan einige Passanten der Demonstration an oder stimmten in die Parole „Was wollen wir? Klimaschutz!“ ein.

Laut Markus Moskau war es die einzige Aktion dieser Art am ersten Freitag im neuen Jahr in Baden-Württemberg. Die Zusammenkunft der unterschiedlichen Ortsgruppen wurde auch genutzt, um neue Kontakte zu knüpfen. Gleichzeitig machte Moskau deutlich, dass auch in Zukunft damit zu rechnen sei, dass man sich in Ludwigsburg weiter lautstark für den Klimaschutz engagiere. So wolle man künftig jeden ersten und dritten Freitag im Monat auf die Straße gehen.

„Wir haben bald ein Jahr lang gestreikt, diskutiert und blockiert – bei Kälte, Hitze, Regen und Schnee“, so Moskau. Die Veränderungen für die Rettung der Zukunft seien allerdings noch nicht in Sicht. Auch deshalb steht auf dem großen Banner der Gruppe, welches bei jedem Streik vorne getragen wird: „Wir streiken bis ihr handelt!“

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