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MHP-Arena

Eine Fassade aus Solarmodulen für die Ludwigsburger MHP-Arena

Ein wenig klingt es nach Zukunftsmusik: Die textile Außenhaut der MHP-Arena an der Schwieberdinger Straße soll durch eine Kombination aus Photovoltaikanlage und Fassadenbegrünung ersetzt werden. Die Stadtverwaltung wird jetzt einen Entwurf erarbeiten und die Kosten für dieses Vorhaben kalkulieren.

Die kubische Form der MHP-Arena ist nach Auffassung der Stadt ideal, um eine Fassade aus Solarmodulen zu gestalten. Archivfoto:Holm Wolschendorf
Die kubische Form der MHP-Arena ist nach Auffassung der Stadt ideal, um eine Fassade aus Solarmodulen zu gestalten. Archivfoto:Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Auch wenn die Entscheidung in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses einstimmig getroffen wurde, fehlte es bei den Mitgliedern an offenkundiger Begeisterung. So lobenswert das Konzept für die Neugestaltung der Fassade unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit auch sein mag, so wird dieses Vorhaben viel Geld kosten. Von einigen Millionen Euro war in der Sitzung die Rede. Klarheit wird wohl erst herrschen, wenn der Entwurf vorliegt.

Verhalten fiel die Reaktion der SPD-Fraktionsvorsitzenden Margit Liepins aus. „Ich stimme zu, weil es Sinn macht, die Fassade mit Photovoltaikmodulen zu gestalten“, sagte sie. Allerdings spreche man bei dem Projekt über Ausgaben von mehreren Millionen Euro, wies sie auf notwendige Schulbauprojekte hin, die zurückgestellt worden seien.

Die Fassade unter der Textilhaut ist funktionsfähig

Braucht man eine neue Fassade? Wie sieht die Fassade unter der textilen Abdeckung aus?“, wollte Dr. Michael Vierling von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wissen. Dabei handele es sich um eine verputzte Betonfassade mit Lüftungsschlitzen, erläuterte Mathias Weißer, Leiter des Fachbereichs Hochbau und Gebäudewirtschaft, und ergänzte: „Die Fassade ist funktionsfähig, aber nicht schön.“ Als eine „großartige Möglichkeit zum Klimaschutz“ lobte Andrea Molkenthin-Keßler von den Grünen das Vorhaben.

Zuvor hatte Mario Kreh, Geschäftsführer von Tourismus & Events Ludwigsburg, als Betreiber der MHP-Arena das Konzept vorgestellt. Die Textilbespannung der Fassade habe nach zwölf Jahren die vom Hersteller angegebene Abnutzungszeit überschritten. Bei der Suche nach einer neuen Gebäudehülle habe der Nachhaltigkeitsgedanke im Mittelpunkt gestanden. Deshalb werde nun geprüft, ob das Veranstaltungsgebäude durch eine Kombination aus Photovoltaikmodulen und Fassadenbegrünung ein neues Erscheinungsbild erhalten kann. „Die Fassade soll das kreative und sportliche Potenzial der Stadt Ludwigsburg zum Ausdruck bringen“, heißt es in der Präsentation.

Geeignet für die Installation einer PV-Anlage sind die Süd- und die Westseite (Martin-Luther Straße und Schwieberdinger Straße). Dabei handelt es sich um eine Fläche von knapp 1500 Quadratmetern. Für die Nord- und Ostseite wird dagegen die Möglichkeit einer Begrünung in Betracht gezogen.

Standort und Gebäudeform sind ideal geignet

Für Mathias Weißer handelt es sich bei der energetischen Sanierung der Fassade mit einer Solaranlage um eine große Chance auf dem Weg zur „energienautralen Arena“. Aufgrund ihrer Einzellage und ihrer einfachen, kubischen Gebäudeform sei sie ideal für dieses Vorhaben geeignet. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Veranstaltungshalle mit ihrem hohen Stromverbrauch die durch die PV-Anlage erzeugte Energie nahezu vollständig verbrauchen wird. Durch eine begrünte Fassade werde dagegen die Luftqualität verbessert.

„Auch wir haben das Geld nicht“, erwiderte Mario Kreh auf die Bedenken zu den Kosten. Doch die PV-Anlage werde sich in wenigen Jahren bezahlt machen. „Je früher wir beginnen, desto besser ist die Amortisation“, gab er zu bedenken. Die Fassade sei momentan zwar völlig okay. „Wir wollen aber nicht erst anfangen, wenn sie bröselt“, sagte er.

Entwurfsplanung soll Mitte 2023 vorliegen

Die Entwurfsplanung samt Kostenberechnung soll Mitte des Jahres 2023 vorliegen, so dass die Arbeiten frühestens ab Herbst 2023 ausgeschrieben werden können. Die Installation der PV-Elemente soll im Sommer 2024 oder sogar erst ein Jahr später erfolgen. Für die Planungsleistungen sind laut Beschluss 100 000 Euro einkalkuliert.

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