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Grenzerfahrung

Eine Tour mit viel Natur und einem dampfenden AKW

Überall blüht und sprießt es, die Natur mit ihrem satten Grün beherrscht die Szenerie an der Kreisgrenze. Besonders beeindruckend für mich auf dem Weg zwischen Oberstenfeld und Freudental: Als Städter und Radler, der entlang der Kreisgrenze fährt, freut man sich über die vielen Streuobstwiesen mit den blühenden Apfelbäumen. Und über die Weinberge, die sorgsam gepflegt werden. Doppelknospen werden entfernt, nach Frostschäden wird geschaut.

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Ludwigsburg. Dazu die vielen, herausgeputzten Städtchen, oft mit interessanten Fachwerkhäusern wie in Hohenstein oder Winzerhausen. Der Landkreis hat mehr zu bieten als die großen Städte. In neueren Wohngebieten sieht man viele Häuser, die eher Villen zu nennen sind, manche mit großen Gärten, manche mit so vielen Fenstern in die Natur hinaus, dass man sich fragt, wie das Haus stehen bleibt, wenn heftige Winde wehen.

Allerdings ist nicht alles Idylle, was die Markungsgrenze zu bieten hat. Da sind vernachlässigte Wanderwege, schlimme Schäden durch Vollernter, die Bäume im Akkord fällen. Ich frage mich, was da noch Forstleute gegen Mountainbiker haben. Wer hinab in ein liebliches Tal fährt, links Landwirtschaft, rechts ein Wald, landet kurz darauf beim AKW Neckarwestheim. Dessen Kühlturm riesige Dampfschwaden ablässt, wo es plötzlich an anderer Stelle laut zischt und weiße Wolken aufsteigen. Da erinnert man sich an den leicht verstrahlten Bauschutt, an die Castortransporte, die geplant sind. Diejenigen, die in der Nähe wohnen, wie etwa Arno, nehmen das Ungetüm kaum mehr wahr. Und doch stört es ihn. Aber auch das gehört zum Landkreis. Ebenso wie ein Neckar, der nach wie vor wirtschaftliche Bedeutung hat. Große Kieswerke sind dort beispielsweise zugange.

Der Schönheit der Landschaft tut all das keinen Abbruch. Nicht nur der Wunnenstein ist touristisch ein Highlight – ich bin beeindruckt von seiner erstaunlichen Geschichte und vom imposanten Ausblick. Da sind auch die vielen Weinfeste in dieser Gegend, die auf Plakaten angepriesen werden und für die Region typisch sind. Das kommt jetzt auf meine Terminliste! Da sind auch bedeutende Museen wie das in Bönnigheim, das am Montag leider zu hatte. In Bönnigheim und Umgebung sind auch die Radfahrer zu Haus, alljährlich gibt es einen großen Mountainbike-Event, den Strombike-Marathon. Mal sehen, ob ich da nächstes Jahr wieder dabei bin. Im Stromberg sind übrigens die Wanderwege bestens gepflegt.

 

Info: Weitere Infos und Berichte zur Aktion Grenzerfahrung auf www.lkz.de/grenzerfahrung. Morgen beginnt die zweite Etappe, die in Freudental startet und über den Stromberg bis nach Vaihingen geht.