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Weinlaube Ludwigsburg
Endlich wieder feiern: „Die Leute haben sich so gefreut“

Sehen und gesehen werden: Das gilt auf der Weinlaube weiterhin. Foto: Andreas Becker
Sehen und gesehen werden: Das gilt auf der Weinlaube weiterhin. Foto: Andreas Becker
„Man sieht sich, man trifft sich.“ Nach zwei Jahren Zwangspause war es auf dem Rathaushof mit der Weinlaube endlich wieder so weit, heute wird noch ein letztes Mal gefeiert. (Fast) durchgehend bestes Wetter und gute Stimmung, die Wirte sind zufrieden. „Was man aber merkt: Die Leute sparen mehr.“

Ludwigsburg. „Die Weinlaube war einfach ein schönes Fest“, da sind sich die Weinlaubenwirte einig. Und es ist weiter das bewährte Team: Bernhard Remmele mit der Bäckerei Luckscheiter, Peter Buhl von der Post-Cantz, Andreas Seybold (Seybolds Fischhalle) und Gourmetkoch Harald A. Neises waren sich mit dem Ukrainekrieg, Energiekrise und unwägbarer Coronalage im Frühjahr noch nicht sicher, ob die erste Weinlaube nach 2019 ein Erfolg wird. Und selbst war man nach zwei Jahren Corona-Zwangspause auch ein bisschen eingerostet. Die Erleichterung schwingt ein wenig mit in Bernhard Remmeles Stimme: „Es hat alles sehr gut geklappt.“

Gute Stimmung, schönes Flair: Das macht die Weinlaiube aus

Das Konzept ist bewährt: Gute Küche und eine extensive Weinauswahl, Musik auf der einen und Zeit für hocken und schwätzen auf der anderen Seite. Was auch geblieben ist: Die Damenwelt mit schicker Bronzehaut und Sommerkleidchen, die wiederum die Männerwelt anziehen. Aber es ist auch ein großer Treff für Freunde. „Die Leute haben sich so gefreut“, sagt Remmele über die vergangenen 16 Tage. „Gott sei dank gibt es die Weinlaube wieder“, hätten sich viele Besucher in Gesprächen mit den Wirten gefreut. Statt Zelt gab es auf südlicher Seite nur Tische mit Schirmen, außerdem wurde eine komplette Reihe von Tischen und Bänken rausgenommen, um mehr Platz zu schaffen. „Das hat sich dieses Mal bewährt.“ Es sei dadurch auch mehr Luft zwischen den Gängen gewesen.

Mehr Luft gab es aber auch, weil es bis auf einige Ausnahmen nicht mehr so drängend voll wie in den Jahren zuvor war, wo es teils kein Durchkommen mehr gab. Manches Mal hätten die Stände und Gastro schon eine halbe Stunde früher geschlossen. Bis heute rätseln Bernhard Remmele und seine Kollegen, warum dem so ist. Eine Vermutung ist, dass die Corona-Lockdowns („Ist man es nicht mehr gewohnt?“) oder vielleicht die Angst vor Ansteckung auf Bierbänken dicht an dicht ein Grund waren. Oder die Hitze? Am Eröffnungstag herrschten noch am späten Abend tropische Temperaturen. Es sei heiß gewesen, gibt Remmele zu, aber nicht durchgehend.

Große Hitze kann in Zukunft zum Problem werden

Angesichts des Klimawandels und Asphalt sei mehr Sonnenschutz als nur Schirme durchaus eine Überlegung wert. Allerdings ist er zwiegespalten. Wie berichtet, hat die Stadt laut über zusätzlichen Sonnenschutz auf dem Rathaushof nachgedacht, etwa mit fest installierten großen Sonnensegeln. „Ich hoffe doch“, so Remmele, „dass die Stadt die Weinlaubenwirte in die Planungen miteinbezieht.“

Der Hitze ist es auch geschuldet, dass die Wirte erstmals Schwierigkeiten hatten, Kühlcontainer für Getränke und Lebensmittel zu bekommen. Dass sie an den 17 Tagen durchlaufen erregte wiederum – siehe Energiekrise – die Aufmerksamkeit von Besuchern und LKZ-Lesern. Müssen die Kühlaggregate 24 Stunden durchlaufen? Die knappe Antwort Remmeles: „Ja.“ Die Kühlkette dürfe bei den Lebensmitteln nicht unterbrochen und die Getränke kalt sein. „Gegenfrage: Stellen die Leute nachts ihren Kühlschrank aus?“

Das Geld sitzt nicht mehr so locker: Mehr Viertele als ganze Flaschen

Was laut dem Bäckermeister dieses Jahr auffallend ist. „Die Leute sparen mehr.“ Es seien deutlich weniger Flaschen verkauft worden als früher, „es wird mehr Viertele getrunken“. Und da kann es sein, dass sich einer den Abend lang an seinem festhält. Auch beim Essen etwas mehr Zurückhaltung. Da fallen wieder die Stichworte Krieg, Energiekrise, Inflation – angesichts steigender Kosten wird es enger.

Das haben die Weinlaubenwirte durchaus einkalkuliert, in anderem Sinne. „Wir haben unsere Preise im Vergleich zu 2019 unwesentlich erhöht“, betont Bernhard Remmele. Das preiswerteste Viertele – ein Württemberger – sei für 3,50 Euro zu haben gewesen, auch beim Essen habe es trotz Inflation nur moderate Anpassungen gegeben. Im Vergleich zu anderen Festen in der Region, hat er festgestellt, „sind wir deutlich preiswerter“. Das ist gewollt: „Wir wollen ein Fest für ganz Ludwigsburg machen.“

Info: Hits von Abba bis heute kommen mit Blue Ballroom heute auf die Bühne, gefeiert wird von 17 Uhr bis Mitternacht.