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Photovoltaik

Energiequelle auf dem eigenen Dach

47 Solaranlagen wurden 2018 in Ludwigsburg neu installiert – Soll die Sonnenenergie gefördert oder gefordert werden?

Solaranlagen auf einem Hausdach: Im Jahr 2018 gab es in Ludwigsburg 47 neue Anlagen mit insgesamt einer Leistung von 1101 Kilowatt-Peak.Foto: Arno Burgi/dpa
Solaranlagen auf einem Hausdach: Im Jahr 2018 gab es in Ludwigsburg 47 neue Anlagen mit insgesamt einer Leistung von 1101 Kilowatt-Peak. Foto: Arno Burgi/dpa

Die Tennishalle in Oßweil bekam 2018 eine Photovoltaikanlage auf das Dach. Sie ist eine von 47 Anlagen, die Andreas Hopp für die Solarinitiative Ludwigsburg in der Stadt für das vergangene Jahr neu registriert hat. Doch die Anlage auf der Tennishalle ist mit Abstand die größte, die 2018 installiert wurde – und die mit der größten Leistung. Insgesamt 1101 Kilowatt-Peak bringen die im vergangenen Jahr neu installierten Anlagen, die auf der Tennishalle trägt etwa 400 Kilowatt-Peak dazu bei.

So viele neue Anlagen wie im vergangenen Jahr wurden seit 2013 nicht mehr installiert. Andreas Hopp erklärt sich die gestiegene Nachfrage damit, dass die Module in den vergangenen Jahren immer günstiger wurden. „Es ist keine so große Investition mehr“, sagt Hopp. Vor 2009 sei eine Solaranlage noch doppelt so teuer gewesen als heute.

Die Ludwigsburger Energieagentur (LEA) sieht beim Thema Photovoltaik noch einen großen Ausbaubedarf und auch viele Möglichkeiten für diesen. „Es ist für jeden nur zu empfehlen, denn so gut wie jede Photovoltaikanlage ist wirtschaftlich“, sagt Anselm Laube, der Geschäftsführer der LEA. Gerade in Zeiten, in denen so viel über Klimaschutz diskutiert werde, sei das Potenzial von Solarenergie fast unerlässlich. Außerdem bleibe mit Photovoltaik die Wertschöpfung in der Region. „Der Strom, den wir verbrauchen, wird also hier gemacht“, erklärt Laube.

Solaranlagen sind jetzt deutlich günstiger als noch 2009

Vor 2013 sind laut Zahlen der Solarinitiative noch deutlich mehr Anlagen installiert worden als jetzt, 97 neue Photovoltaikanlagen bekam Ludwigsburg etwa 2011. „Das liegt daran, dass der Gesetzgeber die Solarenergie immer mehr verkompliziert“, meint Andreas Hopp. Es sei paradox: Auf der einen Seite sage die Politik, dass mehr für den Klimaschutz getan werden muss. „Andererseits legen sie einem bei erneuerbaren Energien Knüppel in den Weg“, so Hopp. Er fordert eine klare Politik. Nicht so sehr von der Stadt, denn die versuche schon zu unterstützen, sagt Hopp. Vielmehr sollte es die Gesetzgebung seiner Meinung nach einfacher machen, eine Solaranlage auf dem Dach zu realisieren. „Mehr Menschen würden es dann freiwillig machen“, so Hopp. Er fände es nicht gut, wenn Bürger zum Bau einer Solaranlage gezwungen werden.

Anders sieht das Anselm Laube. Er sagt: „Solarenergie muss nicht weiter gefördert werden, aber mehr gefordert.“ Hauseigentümer müssten seiner Meinung nach dazu aufgefordert werden, mehr in Solarenergie zu investieren. Bisher sei die Bereitschaft der Bürger noch zu gering. Als Vorbild nimmt Laube Tübingen und Waiblingen. Die Städte haben eine Solarpflicht. Das heißt, dass auf allen neuen Gebäuden, die Strom benötigen, Photovoltaikanlagen installiert werden müssen.

Andreas Hopp denkt, dass die Nachfrage ganz von selbst steigt, sobald die Installation unkomplizierter wird. Denn wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, müsse eine Umsatzsteuererklärung abgeben, weil er auch bei einer kleinen Anlage gewerbliche Einkünfte habe, erklärt der Ludwigsburger. Für viele sei das zu umständlich, vor allem für Rentner, die dann nur für die Anlage eine Steuererklärung abgeben müssten. „Ich bin für einen Freibetrag“, sagt Hopp. Wessen Gewinn nicht mehr als 500 oder 1000 Euro übersteigt, sollte seiner Meinung nach keine Steuererklärung abgeben müssen.

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