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Erste Rennrutschmeisterschaft: Absturz im schwarzen Loch

Zum ersten Mal fand am Samstagnachmittag im Stadionbad die Ludwigsburger Rennrutschmeisterschaft statt. Dabei standen ein Absturz im schwarzen Loch und die Auseinandersetzung mit einem Deutschen Meister auf dem Programm.

Jung und Alt versuchten am Samstag bei den ersten Rutschmeisterschaften im Stadionbad, so schnell wie möglich durch die neue Rutsche „Black Hole“ zu kommen. Fotos: Andreas Becker
Jung und Alt versuchten am Samstag bei den ersten Rutschmeisterschaften im Stadionbad, so schnell wie möglich durch die neue Rutsche „Black Hole“ zu kommen. Foto: Andreas Becker
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„Black Hole“, schwarzes Loch, heißt die neue Rutsche im Stadionbad. Und die hat’s in sich: Die etwa 100 Meter lange Röhrenrutsche hat einen Höhenunterschied von zehn Metern bei 10,4 Prozent Gefälle. Wer sich auf den durchschnittlich etwa 15 Sekunden dauernden Absturz im schwarzen Loch einlässt, passiert ein Schraubenelement und den „Spacetunnel“, bevor die rasante Rutschpartie im Flachwasserauslauf endet.

Die Schnellsten kommen ins Finale

Das Interesse an der ersten Ludwigsburger Rennrutschmeisterschaft ist groß, 35 Neugierige haben sich in die Teilnehmerliste eingeschrieben. Viele Kinder und junge Leute sind am Start, aber auch Familien und ältere Semester. Die Stadtwerke richten die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Rennrutschverband aus, der Wettbewerb ist Teil des Deutschland-Cups der Rennrutscher. Die drei schnellsten Starter qualifizieren sich für das Finale, das im November in Bad Lauterberg stattfindet.

Zuvor aber müssen die Freizeitsportler im Stadionbad gegen Klaus Mertel antreten, der 2010 die Deutsche Meisterschaft im Rennrutschen und 2016 den Deutschland-Cup gewann. Diese Erfolge lägen schon eine Weile zurück, meint Mertel augenzwinkernd nach seinem ersten Durchgang. „Ich bin auf dem absteigenden Ast, ein Meister vergangener Tage.“

Schnell unterwegs ist Mertel aber noch immer. Jens Niedermeyer vom Rennrutschverband, der am Flachwasserauslauf Protokoll führt, misst 13,11 Sekunden, die bis dahin schnellste Zeit. Wenig später kann Mertel kaum seinen Augen trauen, als Jolea Farian eintrifft und sich bei den Jugendlichen in 13,60 Sekunden mit deutlichem Abstand an die Spitze setzt. „Das ist eine Hammerzeit“, lobt der Profi die junge Konkurrentin.

Die Teilnehmer loben das schwarze Loch in höchsten Tönen. Uko Beshiri etwa besucht mit seinen Söhnen gerne das Stadionbad, die neue Rutsche aber kannte die Familie noch nicht. „Die ist super, viel besser als die alte Rutsche“, zeigt sich Beshiri begeistert.

Auch Mertel ist mit der neuen Anlage zufrieden. „Eine tolle, sehr schnelle Rutsche“, meint der Profi. „Woanders gibt es öfter mal technische Probleme, das habe ich hier noch gar nicht erlebt.“ Seiner Einschätzung nach handelt es sich um eine der zehn besten Rutschen in ganz Deutschland, die mit Exemplaren in Bad Lauterberg, im bayerischen Erding, im Stadtbad von Bad Pyrmont oder in Scharbeutz an der Ostsee mithalten könne.

Derweil landet schon wieder Jolea Farian im Flachwasserauslauf, im zweiten Durchgang hat sie mit 13,73 Sekunden wiederum eine absolute Spitzenzeit erzielt. Jetzt ist auch Niedermeyer vom Rennrutschverband aufmerksam geworden und erkundigt sich nach ihrer Rutschtechnik. Die verrät die Jugendliche sofort: Mit verschränkten Beinen rutscht es sich offenbar besonders schnell – Niedermeyer ist beeindruckt, wie sich an seiner anerkennenden Geste zeigt. „Du machst sogar einigen Erwachsenen Konkurrenz.“

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