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Erster Schritt zum Anwohnerparken

Ein ganzes Paket an Analysen und Lösungen für die verkehrsgeplagte Südstadt waren im Juli angekündigt worden, jetzt wird begonnen. Die Stadt nimmt die Parkplatzsituation unter die Lupe. Studenten werden in den nächsten Wochen die abgestellten Fahrzeuge registrieren.   Mehr zum Thema in der Ludwigsburger Kreiszeitung, die Sie unter unseren Abo-Angeboten kennenlernen können

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Zugeparkt: Wie hier in der Richard-Wagner-Straße beginnt spätestens morgens um 7 Uhr die Jagd auf freie Plätze, die die Anwohner freimachen, wenn sie zur Arbeit fahren.Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Die Parkraumerhebung ist ein erster und logischer Schritt: Der Parkdruck und der Verkehr in der Südstadt sind das größte Problem in dem Quartier. So „soll die Frage geklärt werden, ob und wie Anwohner vor dem erheblichen Parksuchverkehr durch Beschäftigte geschützt werden können“, teilt die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mit. Als Fremdparker identifiziert hat sie Mitarbeiter von Wüstenrot, Schüler der Carl-Schaefer-Schule und Studenten der Evangelischen Hochschule sowie Pendler oder Geschäftsreisende, die die Südstadt als kostenlosen Parkplatz nutzen, wenn sie zum Bahnhof wollen.

Südstadt doch vor der Weststadt?

Im Juli hatte die Stadt bei einer Bürgerveranstaltung in der Südstadt ein ganzes Paket an Maßnahmen vorgestellt, darunter auch ein Parkraummanagement. Auf Beschwerden der Bewohner hatte Oberbürgermeister Werner Spec bei einem Rundgang im Mai in Aussicht gestellt, die Südstadt der Weststadt vorzuziehen. Ursprünglich hatte der Gemeinderat beschlossen, zunächst die Weststadt anzugehen. Zwar ist die Parkzone in der Oststadt mittlerweile erweitert worden, in der Weststadt indes lässt diese auf sich warten. Dort sollte das Parkraummanagement eigentlich 2018 eingeführt werden. Offenbar werden noch mögliche Parkkonzepte im Verbund auch mit Firmen geprüft.

Statt auf Befragungen wie in der Weststadt setzt die Verwaltung in der Südstadt auf Rundgänge von Studenten, die morgens bis abends die Zahl der abgestellten Fahrzeuge und ihre Parkdauer erheben werden. Ergänzt wird der Zwei-Stunden-Rhythmus durch einen nächtlichen Rundgang – so hofft die Stadt, definieren zu können, wie hoch der Bedarf der Bewohner an Parkplätzen ist. Das Wochenende, an dem Firmenmitarbeiter gerne ihre Fahrzeuge abstellen, ist nicht eingeplant.

Im Fokus sind nur öffentliche Stellplätze, private größere Flächen nur in Stichproben, und auch die Zahl der Falschparker wird erfasst. Laut Verwaltung haben diese von den Erhebern nichts zu befürchten. Nach Berichten von Anwohnern hatte jedoch der Straßenvollzugsdienst die Südstadt vermehrt in ihre Kontrollgänge aufgenommen. Auch werden nicht die kompletten Nummernschilder aufgenommen, sondern nur Teile des Kennzeichens. Damit sei die Anonymität gewährleistet, so die Verwaltung, die Erhebung diene allein statistischen Zwecken.

Wie bereits im Juli zu erfahren war, umfasst die Südstadt nicht nur das Quartier ab der Friedrichstraße in Richtung Süden zwischen B 27 und der Bahnlinie im Osten, sondern auch den Bereich westlich der B 27 bis zum Salonwald (Königsallee). Eine Unschärfe: In der Frage der politischen Zuständigen werden Salonwald und Karlshöhe zu Grünbühl-Sonnenberg gerechnet.

Anwohner ebenfalls auf Parkplatzsuche

Die Anwohner in dem gesamten Quartier haben laut Stadt „Schwierigkeiten, selbst einen Stellplatz zu finden“. So soll die Aktion trotz der derzeitigen Baustellen stattfinden. Einerseits verlegen die Stadtwerke großflächig Glasfaserkabel, zudem wird die Salonallee saniert. Dort sollen Stichproben gemacht werden, die Anliegerstraße ist bereits mit Parkausweisen ausgestattet. Notfalls soll dort im Frühjahr erneut kontrolliert werden. Insgesamt stünden „nur etwa fünf Prozent der Stellplätze im gesamten Gebiet nicht zur Verfügung“, so die Stadt. Das Ergebnis werde dadurch „nicht wesentlich beeinflusst“.

Das flächendeckende Bewohnerparken als „eine der wirksamsten Maßnahmen“ soll laut Verwaltung so vorbereitet werden. Die Ergebnisse sollen eine Antwort liefern, „inwiefern die Ausweisung davon zur Verbesserung der angespannten Parksituation führen kann“. Bisher gibt es lediglich sieben Anwohnerstraßen mit Parkausweis, weitere sieben Nebenstraßen waren im Juli in Aussicht gestellt worden.

Wüstenrot hat immer wieder betont, für seine zukünftig 5000 Mitarbeiter seien mit 2850 Parkplätzen genügend vorhanden. Auf Ludwigsburger Gemarkung sollen die Gebäude neben Wüstenrot abgerissen werden. Hier ist neben Büros, Einzelhandel und Gastro zudem eine mehrstöckige Garage im Gespräch, an der die Stadt im Sinne einer Quartiersgarage Interesse hat.

 

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