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Familienpaten: Damit Mama mal ’ne Auszeit hat

Familie ist was Wunderbares! Aber Familie kann auch sehr anstrengend und belastend sein. Der Kinderschutzbund bildet ab September sogenannte Familienpaten aus. Sie sollen Familien in Belastungssituationen unterstützen.

Ob mit den Kindern ein Buch lesen oder auf den Spielplatz gehen: Die Familienpaten entlasten Eltern in Alltagssituationen. Archivfoto: da
Ob mit den Kindern ein Buch lesen oder auf den Spielplatz gehen: Die Familienpaten entlasten Eltern in Alltagssituationen. Foto: da

Ludwigsburg. Ob direkt nach der Geburt, mit einem kleinen Baby zu Hause, nach einer Trennung, nach Jobwechsel oder Umzug, „es gibt viele Faktoren, die einen zwingen, sich neu zu orientieren“, sagt Kathrin Braun, Diplom-Psychologin beim Kinderschutzbund Ludwigsburg. Nicht immer schaffe man das alles aus eigener Kraft, „manchmal wünscht man sich, dass da jemand ist, der einen unterstützt.“ Oftmals können Großeltern einspringen und für eine punktuelle Entlastung sorgen, doch häufig wohnen junge Familien nicht mehr in der Nähe der Großeltern und sind auf sich allein gestellt.

„Die Familienpaten möchten über einen Zeitraum von einem halben bis zu einem ganzen Jahr helfen, dass die Familien wieder besser in ihrem Alltag zurechtkommen“, sagt Kathrin Braun. Die Unterstützung könne dabei ganz unterschiedlich sein. „Im einen Fall geht es vielleicht darum, ein Netzwerk aufzubauen.“ Dann begleiten die Paten die Eltern zur Krabbelgruppe oder ins Eltern-Café.

In anderen Fälle gehe es mehr um Zuspruch und Mutmachen. „Und manchmal brauchen Eltern auch einfach mal eine Stunde Ruhe. Dann können die Paten mit den älteren Kindern spielen oder mit dem Baby im Kinderwagen spazieren gehen.“

Allerdings betont Kathrin Braun: „Die Familienpaten sind keine Haushaltshilfe oder Babysitter.“ Es gehe um eine zeitlich begrenzte Entlastung und Hilfe zur Selbsthilfe. Einzige Voraussetzung: Es muss ein Kind unter vier Jahren im Haushalt leben. Das Projekt Familienpaten ist nicht neu. Viele Standorte des Kinderschutzbundes bieten es bereits an. Und auch in Ludwigsburg steht es schon seit einiger Zeit auf der Wunschliste.

Im September beginnt die Qualifizierung der Familienpaten. Hierfür werden Ehrenamtliche gesucht, die Lust haben, sich zu engagieren. „Das können Frauen oder Männer sein, Großeltern oder junge Menschen, wir machen da keine Vorgaben“, sagt Braun. Eingefordert werde allerdings ein Führungszeugnis. Die Qualifizierung beginnt online mit einem Starterpaket. Nachfolgend lernen sich Kinderschutzbund und Ehrenamtliche besser kennen, um dann auch die passende Familie zu finden. Für Eltern ist das Angebot kostenlos. „Unser Ziel ist es, unkompliziert und unbürokratisch Hilfe zu bekommen“, so Kathrin Braun.

Die Familienpaten des Kinderschutzbundes ergänzen das Angebot „Wellcome“, das die Diakonie für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr anbietet. Auch hier geht es um Entlastung im Alltag.

Info: Wer Interesse hat an einer Tätigkeit als Familienpate kann sich bei Kathrin Braun vom Kinderschutzbund Ludwigsburg melden: kathrin.braun@kinderschutzbund-lb.de.

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