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Reformkonzept „Komet 2026“

Fast 100 Stellen fallen weg

Geschäftsführung und Betriebsrat einig über Neustrukturierung in Besigheim und Stuttgart

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Blick auf den Besigheimer Komet-Standort.Foto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Schrumpfkur bei Komet: Der Komplettanbieter für Präzisionswerkzeuge streicht in den kommenden Jahren bis zu 96 Stellen. Nach Angaben der IG Metall sind etwa 85 Beschäftigte im Besigheimer Werk betroffen, zehn weitere Arbeitsplätze sollen am Standort Stuttgart wegfallen.

Die Geschäftsführung hatte seit vergangenem August intensiv mit dem Betriebsrat über das Reformkonzept „Komet 2026“ verhandelt, mit dem sich das Unternehmen für die als Industrie 4.0 bezeichnete voranschreitende Digitalisierung im produzierenden Sektor rüsten will.

Immer wieder waren die Verhandlungsparteien am runden Tisch zusammengekommen, ohne eine Einigung zu erzielen. Ende Januar hatten etwa 500 Beschäftigte in Besigheim gegen den Abbau von Arbeitsplätzen demonstriert – vergeblich, wie sich jetzt herausstellte.

Zuletzt hatten Geschäftsführung und Betriebsrat gemeinsam mit Vertretern von IG Metall und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall von Donnerstag bis Samstag fieberhaft verhandelt.

Die nun erzielte Einigung umfasse einen Interessenausgleich, einen Sozialplan sowie eine Zukunftsvereinbarung, heißt es in einer gestern von Geschäftsführung und Betriebsrat gemeinsam veröffentlichten Pressemitteilung. Die Laufzeit dieser Einigung betrage vier Jahre. Detailliertere Informationen wollten die Verhandlungspartner auf Nachfrage unserer Zeitung nicht bekanntgeben.

„Wir sind sehr froh, dass wir eine faire Lösung für die Mitarbeiter gefunden haben“, so Jochen Geist. Allerdings bedauert der Komet-Gesamtbetriebsratsvorsitzende, „dass wir den Personallabbau leider nicht verhindern konnten“.

Die Geschäftsführung schließt betriebsbedingte Kündigungen aus. Die fast 100 Arbeitsplätze sollen durch „natürliche Fluktuation“ wegfallen. Geht beispielsweise ein Beschäftigter in Altersteilzeit oder verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch, wird die freiwerdende Stelle nicht mehr besetzt.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende begrüßt die Ankündigung der Geschäftsführung, die Standorte in Besigheim und Stuttgart zu Leitwerken der Unternehmensgruppe auszubauen. Nach eigenen Angaben beschäftigt Komet über 1500 Mitarbeiter und ist mit 22 Tochtergesellschaften in rund 50 Ländern vertreten. Unter anderem in Polen, verschiedene Produktionsbereiche sollen in ein Werk im östlichen Nachbarland verlagert werden.

„Mit einer konsequenten Umsetzung des Zukunftskonzepts ‚Komet 2026‘ wird es uns gelingen, die Marktposition von Komet weiter auszubauen“, lautet der Originalton der Geschäftsführung in der Pressemitteilung von gestern. Das Hauptaugenmerk habe während der gesamten Verhandlungen auf der Standortsicherung der Standorte Besigheim und Stuttgart gelegen.

Mit der Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen werde das Unternehmen in den kommenden Monaten beginnen, ergänzt Geschäftsführer Christof Bönsch. Ziel sei es, „eine moderne Produktionsstruktur zu implementieren“.

Noch steht der Kompromiss unter dem Vorbehalt, dass die zuständigen Gremien – also Betriebsrat und Gesellschafter – zustimmen müssen. Dabei dürfte es sich aber aller Wahrscheinlichkeit um eine Formalie handeln.