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Im Einsatz

Feuerwehr rettet Küken

Tierheim-Mitarbeiterinnen scheitern beim ersten Versuch, eine Entenfamilie im Marktplatzsee zu fangen

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Die Feuerwehr musste die Holzplanken von der Bühne (rechts) am Marktplatzsee entfernen, um die Enten zu befreien. Archivfoto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Mit einem Fahrzeug und neun Mann musste die Freiwillige Feuerwehr Freiberg am Samstagvormittag zum Marktplatzsee ausrücken, um ein Entenküken samt Mama aus einer misslichen Lage zu befreien.

Dem Feuerwehreinsatz war ein missglückter Fangversuch des Ludwigsburger Tierheims vorausgegangen. Zwei Mitarbeiterinnen, die im knietiefen Wasser wateten, wollten mit einem grobmaschigen Käscher die neunköpfige Entenfamilie fangen. Ein Freiberger, der sich an unsere Zeitung gewandt hat, hat die „bizarre Situation“ bei seiner samstäglichen Einkaufstour beobachtet. Die aussichtslose Jagd habe sich über zwei Stunden hingezogen, die Entenküken hätten sich verstört und ängstlich in der Mitte des Sees zusammengekauert, schreibt der Freiberger. Vor lauter Angst habe sich eines der Entlein im Unterbau der Bühnenplattform, die in den Marktplatzsee hineinragt, verkrochen und sei dort – genauso wie die Entenmutter, die ihrem Nachwuchs gefolgt war – nicht mehr herausgekommen. Eine Passantin alarmierte schließlich die Feuerwehr, die mit Blaulicht anrückte. Das neunköpfige Team um Gruppenführer Stefan Belser entfernte die Holzplanken und befreite die beiden Enten.

Damit war der Einsatz für die Feuerwehr beendet – aber nicht für die Tierheimmitarbeiterinnen, erklärt Ursula Gericke. Die Tierheimchefin räumt ein, dass die beiden Entenfängerinnen „übereifrig“ gewesen seien, zu lange in den Wasserbecken „gefischt“ hätten und sich sehr spät bei ihr gemeldet. Sie habe den beiden dann geraten, ihr Vorhaben abzubrechen. Die Tierschützer haben die acht Küken und ihre Mutter dann am späten Samstagabend, als es ganz dunkel war, innerhalb kürzester Zeit aus dem Wasserbecken geholt und auf dem schnellsten Weg an den Neckar gebracht. Denn im Marktplatzsee könnten die Tiere nicht überleben, betont Gericke: Das Wasser sei gechlort, es gebe keine Rückzugsmöglichkeit und kein geeignetes Futter. An einem natürlichen Gewässer wie dem Neckar fänden die Enten dagegen Wasserlinsen und Gras am Ufer und könnten sich ins Gebüsch zurückziehen.

Entenfamilien sind am Marktplatz keine Seltenheit. Jedes Jahr brüteten dort Enten in den Pflanzkübeln. Kaum geschlüpft hüpfen die Küken dann ins zementierte Becken und kommen aus eigener Kraft nicht mehr heraus, erklärt Tatjana Bremer, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung.

Und wer kommt nun für den Einsatz der Feuerwehr auf? Die Stadt Freiberg. Tierrettung gehört zu den primären Aufgaben der Feuerwehr und ist für die Bürger kostenlos.