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Corona

Finanzspritze für die regionale Kultur

Die Wüstenrot-Stiftung legt ein Eine-Million-Euro-Förderprogramm für kreative Freiberufler auf

Die Vielfalt der Kultur ist bedroht, besonders die vielen Freiberufler sind derzeit in großer Not – das neue Förderprogramm soll helfen.Fotos: Ramona Theiss, Holm Wolschendorf, Sebastian Gollnow/dpa, Bernd Seeland
Die Vielfalt der Kultur ist bedroht, besonders die vielen Freiberufler sind derzeit in großer Not – das neue Förderprogramm soll helfen. Foto: Ramona Theiss, Holm Wolschendorf, Sebastian Gollnow/dpa, Bernd Seeland
Die Vielfalt der Kultur ist bedroht, besonders die vielen Freiberufler sind derzeit in großer Not – das neue Förderprogramm soll helfen.Fotos: Ramona Theiss, Holm Wolschendorf, Sebastian Gollnow/dpa, Bernd Seeland
Die Vielfalt der Kultur ist bedroht, besonders die vielen Freiberufler sind derzeit in großer Not – das neue Förderprogramm soll helfen. Foto: Ramona Theiss, Holm Wolschendorf, Sebastian Gollnow/dpa, Bernd Seeland
Die Vielfalt der Kultur ist bedroht, besonders die vielen Freiberufler sind derzeit in großer Not – das neue Förderprogramm soll helfen.Fotos: Ramona Theiss, Holm Wolschendorf, Sebastian Gollnow/dpa, Bernd Seeland
Die Vielfalt der Kultur ist bedroht, besonders die vielen Freiberufler sind derzeit in großer Not – das neue Förderprogramm soll helfen. Foto: Ramona Theiss, Holm Wolschendorf, Sebastian Gollnow/dpa, Bernd Seeland
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Ludwigsburg. Monatelang haben Philip Kurz und sein Team von der Wüstenrot-Stiftung gebrütet, was sie in der Coronakrise tun könnten. Seit Jahrzehnten unterstützt die Stiftung mit Sitz in Ludwigsburg Kultur in vielen Facetten, Konzerte, Festivals, Ausstellungen bundesweit werden regelmäßig großzügig gefördert. Geld ist grundsätzlich vorhanden – aber wie kann es in der aktuellen Lage optimal eingesetzt werden? „Die am schlimmsten Betroffenen sind ganz klar die, die daheim sitzen und kein festes Einkommen haben“, sagt der Geschäftsführer. Die freiberuflichen Kulturschaffenden im engeren Sinne meint Kurz natürlich, besonders aber all jene, die oft nicht gleich als Erstes wahrgenommen werden: Die Kommunikationsdesignerin, die eine Webseite neu gestaltet, die Museumsführerin, der Tontechniker. Mit Fokus auf alle Freiberufler, die im oder für den Kulturbereich in der Region Stuttgart arbeiten, hat die Wüstenrot-Stiftung nun ein ganz neu konzipiertes Förderprogramm aufgelegt, wie gestern bekannt wurde. „Kultur trotz und nach Corona 2021“ hat ein Volumen von einer Million Euro und soll ab sofort umgesetzt werden.

Der Ansatz unterscheidet sich von anderen Coronahilfen insofern, dass stets konkrete Projekte unterstützt werden. Denn Institutionen aus der Kulturszene erhalten Geld, wenn sie künstlerisch, wissenschaftlich oder erzieherisch tätige Freiberufler für ein konkretes Vorhaben beschäftigen möchten – Honorare sowie mögliche Zusatzkosten von 1000 bis 20000 Euro können je Projekt beantragt werden. Bis zu 25000 Euro stehen pro Woche zur Verfügung. Über die Vergabe der Mittel wird „nach freiem Ermessen laufend entschieden“, wie es heißt. Die geförderten Projekte werden in der Folge auf der Homepage der Wüstenrot-Stiftung veröffentlicht.

Philip Kurz betont, dass die Anträge nicht lange gesammelt würden, sondern dass ab sofort jede Woche die besten Projekte eine Zusage erhalten. „Ich bin echt gespannt, was da in nächster Zeit kommt“, so Kurz, „wir hoffen möglichst bald auf viele kreative Ideen.“ Das Verfahren sei ganz bewusst einfach und niederschwellig gehalten. So genügt im ersten Schritt eine Beschreibung des geplanten Projekts in ein paar Sätzen. Wichtig ist für den Geschäftsführer bei der Auswahl: „Wir wollen mit unserem Programm keine Löcher stopfen, sondern Sachen fördern, die ohne Förderung nicht gemacht werden würden.“

Auch wenn Corona eines Tages, vielleicht 2021, überwunden sei, gehe es ja nicht gleich wieder bergauf, betont Philip Kurz, daher auch der Name des Programms, das sich auch auf die Zeit „nach Corona“ bezieht. „Wir fühlen uns total verbunden mit der Region und wollen dazu beitragen, dass unser tolles Kulturleben keinen Schaden erleidet, sondern in seiner Vielfalt erhalten bleibt.“ Schon am gestrigen Morgen, kurz nach dem Versenden der ersten Info-Mails an Institutionen und Multiplikatoren, gab es erste euphorische Reaktionen, wie Kurz erzählt – etwa von der baden-württembergischen Kulturstaatssekretärin Petra Olschowski, die die Idee sehr gelobt habe. Nun hofft der Geschäftsführer aber vor allem, dass sich das Programm möglichst schnell in der Kulturszene herumspricht. Mindestens 40 Wochen wird es nun laufen, bis der Fördertopf zumindest rechnerisch bereits leer sein könnte. Und dann? Wenn die Aktion erfolgreich und der Bedarf weiter vorhanden sei, so deutet Philip Kurz an, sei auch nicht ausgeschlossen, dass es eines Tages eine Neuauflage geben werde.

Internet: www.wuestenrot-stiftung.de

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