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Scala

Fundament, auf dem vieles gedeiht

Es ist viel los das Jahr über auf den Bühnen des Scala-Areals. Das Fundament, auf dem das alles gedeihen kann, ist eine GmbH, die eher unbekannt den Betrieb an der Stuttgarter Straße trägt. Und die jetzt offenbar mit der Stadt als Eigentümerin des Areals zu einer wichtigen Einigung gefunden hat.

Mitten drin im Scala-Betrieb und dem rot bestuhlten Saal: Frank Eckstein, Geschäftsführer der Scala GmbH. Foto: Holm Wolschendorf
Mitten drin im Scala-Betrieb und dem rot bestuhlten Saal: Frank Eckstein, Geschäftsführer der Scala GmbH. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Es brauchte vor zwei Jahren ein externes Gutachten um zu zeigen, dass die jahrelangen Finanznöte des Kulturbetriebs nicht selbst verschuldet waren, sondern in wesentlichen Teilen Folge der millionenschweren Sanierung des Scala und in der Folge massiv steigender Mietkosten waren. Jetzt sieht es so aus, als habe sich die Lage entspannt. Eigentümer ist die städtische Wohnungsbaugesellschaft WBL, sie vermietet an die Scala GmbH. Und deren Geschäftsführer Frank Eckstein freut sich über eine positive Nachricht: „Wir haben jetzt gemeinsam eine vernünftige Basis gefunden mit der WBL und der Stadt, eine Basis, auf der man das Scala solide weiterentwickeln kann.“ Jetzt gebe es Planungssicherheit bis ins Jahr 2025.

Es war ein harter Weg, der ohne die drei Gesellschafter der Scala GmbH wohl nicht zu schaffen gewesene wäre: Horst Jung, Manfred Rüdisühli und Rolf Iseler, drei kulturbegeisterte Privatpersonen, die dem Scala in den engen Jahren auch finanziell über die Runden geholfen haben. 2015 war Frank Eckstein dazugestoßen, erst als Berater, ab 2016 dann als Geschäftsführer für die operativen Aktivitäten.

Die Scala GmbH ist einerseits der Mieter des Scala-Areals bei der WBL, und andererseits der Vermieter an jene Kulturmacher, die das Publikum bestens kennt: die Scala Live gGmbH mit den Konzerten und dem neuen soziokulturellen Programm, die Scala Kultur ThS gGmbH mit dem Theatersommer sowie der Verein Kinokult.

100.000 Besucher im Jahr .

Draußen sei vielen nicht bewusst, so Eckstein, dass die öffentlichen Zuschüsse der Stadt und des Landes an Live und Theatersommer gehen. „Die GmbH bekommt keinen Euro Zuschuss und um das Haus zu finanzieren, reicht das, was wir aus der Vermietung an Live und Kinokult bekommen, bei weitem nicht aus. Inklusive der Pacht für die Gastronomie (Pächter Andy Rothacker zahle für das „Fräulein Cluss“ im Vergleich zu anderen städtischen Gastro-Pächtern eine stattliche Summe) und inklusive zum Teil untervermieteter Büroräume erreiche man rund 40 Prozent, der Rest der Kosten müsse durch zusätzliches Geschäft wie die Vermietung an Dritte erwirtschaftet werden. „Und es ist am Ende eben die GmbH, die für die Mietzahlung an 365 Tagen im Jahr gerade steht.“

Das alles sei nur machbar, weil im Scala alle als Team zusammenarbeiten. Dazu seien die drei Gesellschafter „ein Segen, sie geben uns immer wieder Rückendeckung für neue Ideen und Projekte“. Dass man auf dem richtigen Weg ist, liest man auch aus dem starken Publikumszuspruch ab. Inzwischen zähle man im Scala pro Jahr rund 100.000 Besucher, so Eckstein. Wichtig ist ihm dabei, dass mit der Einigung über die Miete auch die Eintrittspreise verträglich bleiben können.

Den Regelbetrieb für das Kino gibt es nicht mehr, er war oft schwach besucht. Hier hat Eckstein die Weichen neu gestellt, hin zu Einzelveranstaltungen, die bisher sehr gut angenommen werden. Das sind – teils in eigener Regie, teils zusammen mit Kinokult – Premierenabende für neue Kinofilme, spezielle Tage mit Naturfilmen und Outdoor-Dokus, das sind Liveübertragungen von Opernaufführungen sowie Konzertfilme mit Größen der Rock- und Popmusik. Und das ist gerade in diesen Tagen wieder das Festival Lichtspielliebe (siehe Bericht unten).

Unterstützer und Förderer

„Das ist immer von der Idee getragen, die Besonderheit des Scala-Saals mit der großen Leinwand, der einzigartigen Atmosphäre und der brillanten Akustik als Stärke zu bündeln und auszuspielen“, sagt Eckstein. Auch die Inhalte scheinen zu überzeugen. Für die Lichtspielliebe konnte man jetzt die MFG-Filmförderung Baden-Württemberg und die Landesanstalt für Kommunikation als Unterstützer gewinnen. Ebenso wie der Live-Betrieb für sein soziokulturelles Proramm dieses Jahr erstmals in die Landesförderung aufgenommen wurde.

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