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Aktion

Gartenoasen mitten in der Stadt

Beim Tag der offenen Gartentüre am gestrigen Sonntag dürfen die Besucher acht geheime Paradiese entdecken

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Gartenkleinod gegenüber der Oberen Reithausstraße 16: Hier fühlren sich Schmetterlinge und Bienen wohl (links). Garten der Familie Bieringer gegenüber des Kinos Luna.Fotos: Oliver Bürkle
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Gartenkleinodgegenüber der Oberen Reithausstraße 16: Hier fühlren sich Schmetterlinge und Bienen wohl (links). Garten der Familie Bieringer gegenüber des Kinos Luna.Fotos: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. „Wir hatten noch nie so viele Besucher wie heute“, scherzte Bernd Krüger, der es sich mit Ehefrau Doris auf der Terrasse gemütlich gemacht hatte. Spontan hatte das Paar sich dazu bereiterklärt, bei der Aktion offene Gartentür mitzumachen. Ihr kleiner Garten befindet sich nämlich in Nachbarschaft zu dem grünen Refugium von Familie Deutscher, die an der Lindenstraße den Naurkostladen Rapunzel betreibt. Der Garten ist auch von der Rückseite, der Oberen Reithausstraße, aus zugänglich. Auf Zäune haben die Bewohner dort bewusst verzichtet, weil diese den Blick einengt. Gestern ging es vom Garten der Deutschers direkt zu dem der Krügers.

Erfolg für Obst- und Gartenbauvereine

„Im Sommer ist das hier unser Wohnzimmer“, sagte Doris Krüger, die seit 1978 in diesem Haus mitten in der Stadt wohnt. Dass man sich hier inmitten der Stadt befindet, kann man glatt vergessen, sieht man von den umliegenden Gebäuden ab. Bei Familie Krüger sollen sich Wildbienen und Schmetterlinge wohlfühlen, deshalb wachsen hier auch Wildkräuter. „Wir stehen nicht auf Geranien und so“, sagt Doris Krüger. In einer geschützten Ecke befindet sich eine Kakteensammlung.

Wer einen Naturkostladen betreibt, hat selbstredend auch einen naturnah gestalteten Garten. Brennnesseln haben im Garten ebenso eine Chance wie Liebstöckel, aber auch rankende Rosen und viele Kräuter. Eine Buddhafigur steht am Rande des etwas verwilderten Gartens.

Um die Eigentümer zu entlasten hatten Ekkehard Grabner, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Hoheneck, und Eberhard Kuch, zweiter Vorsitzender des OGB Oßweil gestern die Besucher willkommen geheißen. „Der Tag der offenen Gartentür wird wahnsinnig gut angenommen. Die Besucher strömen rein und raus“, so Grabner. Die Ludwigsburger Stadtverwaltung habe die Idee gehabt, anlässlich des Stadtjubiläums Gärten der Innenstadt für Besucher zu öffnen. Umgesetzt wurde dieses Vorhaben schließlich von den sieben Obst- und Gartenbauvereinen in Ludwigsburg, die über ein gutes Netzwerk verfügen. Die meisten Besucher seien überrascht, dass so schöne Gärten mitten in der Innenstadt gebe.

Große Bäume prägen den Garten der Villa Baumgärtner, die sich ebenfalls auf der Oberen Reithausstraße befindet. Das repräsentative Gebäude ist im Jahr 1907 von Fritz Baumgärtner errichtet worden. Die derzeitigen Besitzer, die seit 1984 hier leben, hatten zu einem kleinen Rundgang durch den Garten in Hanglage eingeladen.

Die Bäume auf diesem Grundstück sind meterhoch, ihre Stämme mächtig. Doch auch Hortensien, Farne und Stauden waren hier zu bewundern.

Kühlender Schatten für heiße Sommer

Schräg gegenüber vom Luna und unterhalb der Oberen Reithausstraße befindet sich das grüne Refugium von Familie Bieringer. Schon von weitem stechen die wunderschönen Hortensien im Vorgarten ins Auge. Das ist ein Farbenrausch in Rosa und Pink. Dass Passanten stehen bleiben und sogar Fotos machen, ist Christina Bieringer gewohnt, die den Garten mit Ehemann Rolf und Tochter Elke beackert.

Das Geheimnis der Hortensien ist sicherlich ihr Standort, sie mögen nämlich keine pralle Sonne. Im Herbst gibt es eine Portion Blaukorn als Dünger, im Sommer werden die Büsche einmal wöchentlich gegossen. Durch das Gartentor führt ein überdachter Gang am Haus entlang, das Mitte der 30er Jahre gebaut worden ist. Auf einem Sims stehen unzählige Tonfiguren und befindet sich eine kleine Sammlung an Holzschuhen. Geprägt wird der Garten durch eine Ziegelmauer, an der viele Töpfe mit bunt blühenden Töpfen befestigt sind. Auf der Anhöhe befinden sich die Häuser der Oberen Reithausstraße. „An heißen Sommertagen lässt es sich hier gut aushalten“, erzählte Tochter Elke.

Etwas Zeit nehmen musste man sich schon, um alle Gärten zu besuchen. Dazu gehörten ein Garten an der Wilhelmstraße 10, der Meditationsgarten der katholischen Kirche am Marktplatz, der Garten der evangelischen Kirchengemeinde an der Kirchstraße, das begrünte Dach des Parkhauses Asperger Straße sowie die Grünflächen der Kreissparkasse am Schillerplatz.