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Kreisimpfzentrum

Gelungener Impfstart für eine kleine Zahl

Am Freitag haben 77Personen im Kreisimpfzentrum die erste Spritze mit dem Corona-Impfstoff bekommen. Die Verantwortlichen und auch die Geimpften sind sehr zufrieden mit dem Ablauf.

Die Arbeit im Kreisimpfzentrum geht weiter. Foto: Andreas Becker
Die Arbeit im Kreisimpfzentrum geht weiter. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Kurz nachdem er die Impfung bekommen hat, lacht Günther Scheerschmidt schon wieder herzlich. Dass er einen der wenigen begehrten Termine bekommen hat, hat der Senior seiner Tochter zu verdanken. Die habe sehr viel Geduld bewiesen und immer wieder im Internet nach freien Terminen gesucht, erzählt er. Zum Impfzentrum gekommen ist der Senior alleine. „Ohne mein Auto geht gar nichts“, sagt der Remsecker, dann lacht er wieder.

Die Stimmung ist sehr gut beim Start des Kreisimpfzentrums (KIZ). „Bisher gab es noch keinen einzigen Zwischenfall“, sagt Kreisbrandmeister Andy Dorroch, bei dem alle Fäden des KIZ zusammen laufen, kurz vor Ende der Schicht am ersten Tag. Von 9 bis 14 Uhr wurde am Freitag in Ludwigsburg geimpft.

Günther Scheerschmidts Tochter hat erst am Donnerstagabend den Termin bekommen. Auch Katja Hahner, die bereits im Ruhebereich sitzt, hat am Donnerstag nach einem Termin gesucht und ist fündig geworden. Einige Impfwillige hätten erzählt, dass sie den Termin für den ersten Tag erst am Abend zuvor gebucht hätten, erzählt eine Mitarbeiterin. Das liege daran, erklärt Landrat Dietmar Allgaier, dass kurzfristig doch etwas mehr Impfstoff geliefert wurde als zuerst angenommen. Deshalb wurden noch ein paar Termine ins System aufgenommen. Mit der Terminvergabe hat der Landkreis nichts zu tun, das läuft auf Bundesebene. Jedoch meldet der Landkreis, wie viele Termine möglich sind – ausgehend von den Impfstoffdosen, die da sind. Es werden immer Termine für die nächsten drei Wochen eingestellt – und das jeden Tag. Das heißt, dass jeden Tag um 0Uhr die Terminspanne um einen weiteren Tag verlängert wird, erklärt Andy Dorroch. Wenn die Meldung an den Landkreis kommt, dass doch mehr Impfstoff geliefert werden kann, werden die zusätzlichen Termine sofort freigegeben.

Wer es geschafft hat, sich einen Termin für den Starttag zu ergattern, ist sehr zufrieden mit dem Ablauf im KIZ. „Es ist alles sehr gut, hier sind so viele nette Leute“, sagt eine Über-80-Jährige. Sie habe auf Nummer sicher gehen wollen, deshalb die Impfung. Schließlich sei sie „im gefährlichen Alter“. Auch Katja Hahner findet nur positive Worte. Sie arbeitet beim Zahnarzt und ist geschäftlich auch oft in Pflegeheimen. „Da möchte ich geschützt sein“, sagt sie. Sie fühle sich bei der Arbeit den Aerosolen ausgeliefert, die etwa beim Bohren „wie eine Fontäne durch die Luft fliegen“.

77 Personen wurden an diesem ersten Tag im KIZ geimpft. 86Impfstoffdosen gingen an die mobilen Teams, die damit in Alters- und Pflegeheimen impfen. Dass mehr als 50Prozent der Dosen an die Heime gehen, sei vom Land so vorgegeben, sagt Andy Dorroch. Auch in den nächsten Tagen werden Dosen in dieser Größenordnung verimpft. Das heißt, dass jeden Tag 77 Termine im KIZ möglich sind. Diese gehen jedoch nicht nur an Über-80-Jährige, sondern auch an medizinisches Personal.

Er verstehe die Enttäuschung der vielen, die keinen Termin bekommen, sagt Dietmar Allgaier. Aus Sicht des Landratsamtes sollte das Kreisimpfzentrum möglichst schnell in Vollauslastung gehen. Dann wären 2500Impfungen am Tag möglich. Bisher fehlt dazu aber noch der Impfstoff. Dennoch sei er froh, dass in Ludwigsburg mit den Impfungen begonnen wurde. Der Landkreis Böblingen hatte hingegen beschlossen, das KIZ noch geschlossen zu halten. „Wir wollten öffnen, weil es kein gutes Signal gewesen wäre, den Start nochmals zu verschieben“, so Allgaier. Ursprünglich hätte das KIZ schon am 15.Januar öffnen sollen, wegen der Impfstoffknappheit wurde dieser Termin landesweit um eine Woche verschoben. 77 geimpfte Personen seien besser als keine, so der Landrat. „Zudem sind wir dann schon eingespielt, sobald größere Mengen Impfstoff kommen“, sagt der ärztliche Leiter des KIZ, Dr. Roland Kolepke.

Er fühle sich nach der Impfung sehr gut, sagt Günther Scheerschmidt, während er sein Hemd zuknöpft. Es sei sinnvoll, lockere Kleidung zur Impfung zu tragen, merkt Dr. Carola Maitra, die Vorsitzende der Ludwigsburger Kreisärzteschaft, im Nachhinein an. Ein T-Shirt oder Pullover etwa, bei dem die Ärmel schnell hochgekrempelt sind. „Auch passionierte Krawattenträger dürfen gerne im T-Shirt kommen“, sagt sie. Am Eingang des KIZ stehen Einkaufswagen. Dort können die Impfberechtigten ihre Jacke und Tasche verstauen und sich auf ihrem Weg durch das Impfzentrum daran festhalten. „Wir versuchen, den Besuch so angenehm wie möglich zu gestalten“, so Dorroch. Auch wenn Effektivität und Effizienz im Mittelpunkt stehen.

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