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Designwettbewerb

Goldenes Handwerksglück

Ludwigsburgerin Sarah Obergassner ist Beste ihres Ausbildungsjahrgangs und 2. Bundessiegerin

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Sarah Obergassner hat ein besonderes Collier aus Silber gefertigt und die Prüfer damit überzeugt. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Sie war Kammersiegerin, Landesbeste und nun hat Sarah Obergassner auch auf Bundesebene einen Preis gewonnen. Im Wettbewerb „Die gute Form im Handwerk – Handwerk gestalten“ war die junge Goldschmiedin die beste ihres Ausbildungsjahrgangs in Deutschland. Und nebenbei wurde die Ludwigsburgerin auch noch 2. Bundessiegerin in ihrem Handwerk.

Bei den Goldschmieden, einem von 25 Handwerksberufen, in denen der Designwettbewerb in diesem Jahr ausgetragen wurde, bewerteten die Juroren die Gesellenstücke der Teilnehmer.

Sarah Obergassner hatte ein Collier aus Silber gefertigt, dass aus mehreren miteinander verbundenen Silberkugeln besteht. Diese sind hohl und wurden von ihr aus Silberblech geschmiedet. „Das ist eine Technik, die mir besonders Spaß macht“, erklärt die 21-Jährige. Eine der Kugeln ist an der Vorderseite durchbrochen und lässt sich öffnen. Mit verschiedenen Stoffbällchen, deren Farben durch die Aussparungen schimmern, lässt sich das Schmuckstück variieren. Damit hat sie die Prüfer mehrfach überzeugt. Denn vor der Auszeichnung auf Bundesebene war sie schon beste Goldschmiedin auf Kammer- und Landesebene geworden. Künstlerisch-kreativ zu arbeiten hat Sarah Obergassner schon als Jugendliche begeistert, was sich auch in ihrer Schulwahl bemerkbar machte. Sie absolvierte den Kunstzweig am Markgröninger Helene-Lange-Gymnasium, wo sie auch ihr Abi ablegte. „Ich wusste zu Schulzeiten aber nicht, was ich beruflich machen sollte“, erzählt sie. Auf ihren heutigen Beruf hat sie ein Eignungstest im Internet gebracht. „Danach habe ich ein Praktikum gemacht und wusste, dass das etwas für mich ist“, sagt sie.

Mit Ausbildungsbetrieb zufrieden – Verzicht auf Lehrzeitverkürzung

Nach der virtuellen Berufswahl setzte die junge Frau bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz aber ganz auf die reale Welt und klapperte verschiedene Goldschmiede in der Region ab. In Sindelfingen bei der Meistergoldschmiede Andreas Hauser wurde sie fündig. Mit ihrem Ausbildungsbetrieb war Obergassner so zufrieden, dass sie auf eine mögliche Verkürzung der Lehrzeit verzichtete. „Es gab ja noch so viel, was ich lernen konnte und wollte“, begründet sie den ungewöhnlichen Schritt.

Um weitere Erfahrungen zu sammeln, hat sich Sarah Obergassner, nach Abschluss der Ausbildung quasi auf Wanderschaft begeben. Seit einigen Monaten arbeitet sie in einer Schmuckgalerie in der Mainmetropole Frankfurt. Dort seien die Vorstellungen der Kunden durchaus ganz anderes als im eher beschaulichen Sindelfingen. Zudem hat sie regelmäßig mit Schmuckdesignern zu tun, die ihre Stücke in der Galerie präsentieren.

Den Weg ins Schmuckdesign schließt die Goldschmiedin für sich persönlich aus, studieren will sie nicht. „Ich bin mehr der praktische, handwerkliche Typ“, charakterisiert sich Sarah Obergassner selbst. Sie strebt statt dessen das an, was die Handwerksorganisationen in ihrer Eigen-PR „Karriere mit Lehre“ nennen.

Ein bis zwei Jahre will sie noch als Gesellin arbeiten und dann ihren Meister machen. Wo und was danach kommt, das sei aber derzeit noch völlig offen.