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Weihnachten

Gottesdienste teils unter freiem Himmel

Für viele gehört der Besuch von Gottesdiensten an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen dazu. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Auch knapp drei Wochen vor Heiligabend ist noch unklar, unter welchen Voraussetzungen Weihnachtsgottesdienste statt- finden können.

Die geplanten ökumenischen Gottesdienste an Heiligabend auf dem Marktplatz finden nicht statt. Die Kirchen stecken weiterhin in ihren Planungen. Foto: Holm Wolschendorf
Die geplanten ökumenischen Gottesdienste an Heiligabend auf dem Marktplatz finden nicht statt. Die Kirchen stecken weiterhin in ihren Planungen. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Weihnachten ohne einen Besuch in der Kirche? Für viele ist das nur schwer vorstellbar, gehört es doch oft zur weihnachtlichen Tradition, gemeinsam mit der Familie einen Gottesdienst zu besuchen. Da das aufgrund der Coronapandemie in diesem Jahr nicht uneingeschränkt möglich sein wird, basteln die Kirchengemeinden an den passenden Konzepten. Auch in Ludwigsburg gehen die Kirchengemeinden die verschiedensten Optionen durch. Eine endgültige Entscheidung fällt wohl erst nach dem 15. Dezember, denn bis dahin wollen sich Bund und Länder erneut besprechen.

„Jede Gemeinde ist in intensiven Planungen“, sagt der evangelische Dekan Winfried Speck. „Es gibt viele und vor allem kreative Ideen.“ Diese Ideen reichen von Freiluftgottesdiensten über Online-formate bis hin zu Liturgien für das Weihnachtsfest zu Hause. So muss mindestens zweigleisig geplant werden. Das stellt die Gemeinden auch vor neue Herausforderungen, da flexibel reagiert werden muss. Geplant waren unter anderem zwei ökumenische Gottesdienste an Heiligabend auf dem Marktplatz. Diese werden allerdings der zu kurzen Planungsphase zum Opfer fallen, da vor dem 15. Dezember keine finale Entscheidung fallen wird. Da die Organisation so kurzfristig nicht zu bewerkstelligen wäre, haben sich die katholische und die evangelische Kirche gemeinsam für eine Absage entschieden.

„Wir bedauern, dass die katholische und die evangelische Kirche den Plan eines gemeinsamen ökumenischen Weihnachtsgottesdienstes auf dem Marktplatz wegen der anhaltenden Unsicherheit über die geltenden Regelungen aufgegeben haben“, so die Stadtverwaltung. „Wir haben aber Verständnis dafür, da wir derzeit keine verbindliche Auskunft seitens der Ordnungsbehörde über die Genehmigungsfähigkeit geben können.“ Bund und Länder haben beschlossen, das Gespräch mit den Religionsgemeinschaften zu suchen, um möglichst Vereinbarungen für Gottesdienste und andere religiöse Zusammenkünfte mit dem Ziel einer Kontaktreduzierung zu treffen. In einer Sache ist man sich allerdings einig: Religiöse Zusammenkünfte mit Großveranstaltungscharakter müssen vermieden werden.

„In den Kirchen ist die Besucheranzahl aufgrund der Coronaverordnung sehr eingeschränkt“, sagt Dekan Speck. „Die Anzahl der Besucher kommt ganz auf die Größe der jeweiligen Kirche an.“ Aus diesem Grund wollen die Kirchengemeinden an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen mehr Gottesdienste anbieten als sonst. Um die Ansteckungsgefahr möglichst gering zu halten, verteilen die evangelische und auch die katholische Kirche zudem Hausliturgien. Auch Plätze im Freien werden für Gottesdienste ins Auge gefasst. Fest steht allerdings wohl schon jetzt, dass in diesem Jahr kaum ein Weihnachtsgottesdienst ohne vorherige Anmeldung stattfinden wird. Wie Christina Hörnig von der evangelischen Kirche erzählt, planen die Stadtkirchen- und die Friedenskirchengemeinde beispielsweise, eine genaue Übersicht der verschiedenen Gottesdienste an die Haushalte zu schicken. „Mit dabei ist dann auch eine Rücksendekarte, mit der man sich für die jeweiligen Gottesdienste anmelden kann“, sagt sie. Auch seien andere Möglichkeiten der Anmeldung in Planung.

Doch auch Gottesdienste im Freien oder Liveübertragungen aus den Kirchen müssen gut geplant sein. Unter anderem sind Hygienekonzepte und technische Ausstattung vonnöten. Die Friedenskirchengemeinde plant beispielsweise bisher am 24. Dezember mindestens vier Kurzgottesdienste unter freiem Himmel. „Die Gottesdienste an Heiligabend sind aber noch nicht endgültig geklärt“, betont das Gemeindebüro der Kirche. Die Gespräche laufen noch. Die Gottesdienste sollen rund 20 Minuten dauern.

In der Stadtkirche sollen nach aktuellem Stand und unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften an Heiligabend um 21 und um 22.30 Uhr Christmetten stattfinden. „Ungefähr 120 Leute würden mit Abstandsregeln in der Stadtkirche Platz finden“, sagt Speck. Auch um 15.30 und um 17 Uhr sollen Familiengottesdienste, die zunächst auf dem Marktplatz geplant waren, in der Stadtkirche stattfinden. In der evangelischen Weststadtkirchengemeinde sind ebenfalls Freiluftgottesdienste und kleinere Gottesdienste in den Kirchen in Planung. Doch auch hier warte man auf die endgültigen Entscheidungen.

Die evangelische Martinsgemeinde Grünbühl plant nach aktuellem Stand an Heiligabend um 16 Uhr auf dem Kirchplatz einen rund 40-minütigen Gottesdienst mit Krippenspiel. Um 21 Uhr soll es zudem einen Gottesdienst in der Kirche geben. Die Auferstehungskirche in der Schorndorfer Straße feiert an Heiligabend um 15.30 Uhr vor der Kirche einen Familiengottesdienst. Um 17 und um 18.30 Uhr findet die Christvesper in der Kirche statt. Wie die Auferstehungskirche betont, ist für alle Gottesdienste an Heiligabend eine Anmeldung erforderlich (bis 15. Dezember möglichst per Mail an: Gemeindebuero.LudwigsburgAuferstehungskirche@elkw.de).

Auch in den verschiedenen Stadtteilen sucht man nach Lösungen, die Gottesdienste zu den Menschen zu bringen. Die evangelische Kirchengemeinde plant unter anderem in Absprache mit der Stadt Freiluftgottesdienste an verschiedenen Orten.

Der evangelischen und auch der katholischen Kirche sei bewusst, dass derzeit viele Veranstaltungen wegen Corona abgesagt werden. Dennoch wollen sie das Gottesdienstangebot machen, „zumal die Menschen gerade an Weihnachten Halt und einen Trost suchen würden“, heißt es vonseiten der katholischen Kirche. An Heiligabend soll beispielsweise in der katholischen Kirche Zur Heiligsten Dreieinigkeit um 20 und um 23 Uhr die Christmette stattfinden. In der Kirche St. Josef in Hoheneck soll um 17.30 Uhr die Christvesper und um 20.30 Uhr die Christmette gefeiert werden. In der katholischen Kirche St. Thomas Morus (Eglosheim) findet um 22 Uhr die Christmette statt, um 20 Uhr in St. Johann (Weststadt). In der Kirche St. Paulus in der Oststadt wird um 22 Uhr die Christmette gefeiert, in der Kirche St. Elisabeth in Grünbühl bereits um 18 Uhr.

Die Kirchengemeinde Auferstehung Christi Neckarweihingen plant um 16 und um 17 Uhr ökumenische Gottesdienste im Freien. Um 16 Uhr auf dem Parkplatz des Edeka und um 17 Uhr in der Ortsmitte. Um 21 Uhr wird zudem die Christmette in der Kirche gefeiert. Auch die meisten Gottesdienste der katholischen Kirche können nicht ohne Anmeldung besucht werden. Genauere Infos können bei den einzelnen Kirchengemeinden erfragt werden.

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