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Blühendes Barock

Große Bühne für Straßenmusiker

Besucher und Künstler waren auch in diesem Jahr wieder voll des Lobes: Das Flair, die Kulisse und die entspannte Stimmung machten das internationale Straßenmusikfestival im Blühenden Barock einzigartig. 40 Bands und Solisten gaben auf zwölf Bühnen ihr Allerbestes.

Die Sieger: „Der Katze und die Hund“.
Die Sieger: „Der Katze und die Hund“.
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Der Freitag war stürmisch, der Samstag sonnenstrahlend schön, aber nicht zu heiß, der Sonntag gab sich bedeckt. Trotz der Wetterkapriolen waren die Schlangen an den Kassen lang. Zum 16. Mal fand das Straßenmusikfestival statt, das vom Eventbüro Pulsmacher und dem Blühenden Barock veranstaltet wird.

Laura Guarch aus Barcelona ist Debütantin. Sie „übersetzt“ internationale Hits in lateinamerikanische Rhythmen. „Der Park und das Schloss sind eine absolut inspirierende Umgebung“, sagt die Künstlerin. Gerne würde sie wiederkommen, auch weil das Publikum so unglaublich locker drauf sei.

Helmet Duty aus Leipzig mussten am Freitag runter von der Bühne, weil sie vom Brunnen im Südgarten unfreiwillig beregnet wurden. Am Wegesrand hatten sie dann unplugged, ganz spontan mitten unter den Zuschauern Rockabilly und Bluegrass weitergespielt. „Mit der dritten Bewerbung, hat’s endlich geklappt“, so Band-Mitglied Kevin Schmidt. Die Bühnen seien in ein traumhaft schönes Umfeld gebettet.

Auch Andrea Sophanist ist mit ihrer Gruppe Panela erstmals in Ludwigsburg. „Es ist ein schöner Platz und das Publikum ist gut drauf, egal bei welchem Wetter.“ Seit einem Monat ist die argentinische Gruppe auf Europatour. Aber so etwas, wie das Gelände um das Schloss, hätten sie dabei noch nicht erlebt.

Alte Hasen sind dagegen Peter Jones and the Lazy bandits. Zum achten Mal erzählen die „englischen Dänen“ mit ihren Balladen Geschichten. In Ludwigsburg sehe man bekannte Gesichter wieder und knüpfe neue Kontakte. „Natürlich ist das ein wichtiger Wettbewerb, echte Konkurrenz aber kommt trotzdem nicht auf.“ Jeder respektiere die Arbeit der anderen, man tausche sich aus. An der Organisation gebe es nichts zu mäkeln. „Es ist wie nach Hause kommen.“ Jeder, der die Chance bekomme, hier spielen zu dürfen, solle sie ergreifen. „Wir freuen uns jedes Mal wieder, wenn wir nach Ludwigsburg eingeladen werden.“

Die meisten Musiker übernachten in der Jugendherberge. Nach dem Frühstück schon klimpert es in viele Zimmern. Dort ist das Bett die Bühne, der Boden die Bretter, die die Welt bedeuten. Spontan bilden sich Jam-Sessions mit Musikern aus aller Herren Länder.

An der Remise, dem Künstlerbüro, wird sich warmgesungen, die Instrumente gestimmt. Schminke wird sich vor den Auftritten geteilt. Singer-Songwriter dominieren, Klezmer ist im Kommen.

Die Sparda Bank als Hauptsponsor des Festivals hat an der Hauptbühne im Südgarten eine Wechselstube aufgebaut. Viele Besucher tauschen meist 20 Euro in Münzgeld. 50 Cent und einen Euro. Die werden sie im Lauf des Abends als Hutgeld verteilen, auch Gitarrenkoffer und Geigenkästen sperren ihre Mäuler auf. Denn wie auf der Straße üblich, leben die Musiker von der Gunst der Passanten. Dietmar Schäfer hat zwölf Euro in klein in der Tasche. Den Rest verwaltet seine Finanzministerin. „Eine herrlich Stimmung, wir bleiben bis zum Schluss.“ „Ich bin begeistert“, schwärmt auch Elke Kastner, die extra aus Ulm angereist ist. Die Bands seien super, die Musikauswahl abwechslungsreich und der Garten so liebevoll gepflegt. „Es ist herrlich.“

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