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Große Hilfsbereitschaft für den kleinen erkrankten Johannes

Die Resonanz bei der Registrierungsaktion der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) am Samstag war überwältigend. Mehr als 500 Menschen, darunter viele Eltern mit Kindern, waren in die Feuerseemensa gekommen, um sich typisieren zu lassen.

Voller Hoffnung: Der Vater von Johannes (3.v.l.) mit den DKMS-Helfern Vanessa Ruthardt, Laura Riedlinger und Bernd Friedrich in der Feuerseemensa.Foto: Andreas Becker
Voller Hoffnung: Der Vater von Johannes (3.v.l.) mit den DKMS-Helfern Vanessa Ruthardt, Laura Riedlinger und Bernd Friedrich in der Feuerseemensa. Foto: Andreas Becker

Gesucht wird ein genetischer Zwilling für den an Blutkrebs erkrankten, zwei Jahre alten Johannes aus Ludwigsburg. „Jeder kann die Möglichkeit für die Heilung unseres Kindes in sich tragen. Und wenn nicht für Johannes, dann für einen anderen Menschen“, sagte der Vater des Jungen. Er heißt Michael, lebt mit der Familie in Ludwigsburg und ist als Lehrer in Stuttgart tätig. Seinen Nachnamen möchte er nicht nennen, weil er zu viele Anfragen befürchtet.

„Man klammert dieses Thema so lange aus, bis man selbst betroffen ist“, schilderte er seine Erfahrungen. Das war auch bei dem zweijährigen Johannes der Fall. Doch mit der Diagnose, die im Juli gestellt wurde, veränderte sich alles. Ärzte stellten fest, dass der Kleine an der akuten lymphatischen Leukämie erkrankt ist. Helfen kann ihm nur eine Stammzellenspende. Diese wird in 80 Prozent der Fälle der Blutbahn entnommen, wie Laura Riedlinger von der DKMS Tübingen erklärte. Anders als bei der Entnahme aus dem Beckenkamm ist dafür keine Operation nötig.

Von der großen Unterstützung, die Johannes Familie erfahren hatte, zeigte sie sich begeistert. Mehr als 60 freiwillige Helfer unterstützten diese Aktion. Sie trugen die persönlichen Angaben auf einem Datenblatt ein und erklärten, wie der Abstrich aus der Wangenschleimhaut funktioniert. Nach dem Motto „Stäbchen rein, Spender sein“, wird ein Wattestäbchen über die Mundschleimhaut gerieben und in einem Gefäß versiegelt. „Die Proben wandern am Montag in ein Labor. Innerhalb von acht Wochen werden die für eine Spende erforderlichen Merkmale in die Datenbank der DKMS eingespeist“, so Laura Riedlinger. Per Suchlauf lassen sich künftig weltweit Übereinstimmungen zwischen Leukämiekranken und potenziellen Spendern herausfinden.

Die Familie von Johannes hat nicht nur aus dem persönlichen Umfeld große Unterstützung erhalten: Auch der VfB Stuttgart habe über Facebook und Twitter auf die Aktion in Ludwigsburg aufmerksam gemacht, so der Vater des Jungen. Die Unterstützung zeigte sich nicht nur in der großen Beteiligung, es werden auch Spenden gesammelt. 35 Euro kostet es, eine Probe auszuwerten. „Wir wollten die DKMS nicht mit den Kosten für diese Aktion alleine lassen“, so Michael K. Und so wurden nicht nur Proben der Mundspeichelhaut abgegeben, sondern wanderten Geldscheine in die Spendenboxen. Unterstützung erhielt die Familie außerdem von Unternehmen aus Ludwigsburg, die Getränke, Kuchen und Mittagessen für die Helfer sponserten. Helfer des Deutschen Roten Kreuzes kümmerten sich um die Bewirtung der Ehrenamtlichen. Jetzt heißt es erst mal abwarten und hoffen auf einen Spender für Johannes.

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