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Generalsanierung

Große Lösung für alte Sporthalle

Die Oberriexinger Sporthalle wird generalsaniert und verliert dabei ihre Lichtpyramiden. Seit Jahren wird an dem Dach herumgeflickt, ohne es wirklich dicht zu bekommen. Jetzt will die Kommunalpolitik auf Nummer sicher gehen.

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Sporthalle in Oberriexingen: Für rund 800 000 Euro wird die Immobilie generalsaniert. Foto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Das Dach der 1985 gebauten Halle ist seit jeher die große Schwachstelle des Gebäudes. Die Neigung ist um zwei Grad flach. Niederschlagswasser dringt ein. 15 Jahre lang prozessierten Oberriexingen, Bauunternehmen und Architekt gegeneinander. Bis ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart der Stadt recht gab: Die Kosten für das Dach über dem Dach mussten sich Planungsbüro und Baufirma teilen.

Trotzdem: Bläst bei einem Gewitter der Wind vom Sportplatz her, drückt es den Regen immer noch in die Ritzen. Feuchtigkeit setzt sich fest. Gleichzeitig leidet das Blechdach unter enormen Temperaturschwankungen. Im Sommer herrschen tagsüber dort oben Temperaturen wie in der Sauna, nachts kühlt es ab auf 18 Grad. Das Material dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen. Das zerrt gewaltig an den Schrauben. „Die sind nur noch bessere, verbogene Stecknägel“, so der Planer Michael Kirchner im jüngsten Gemeinderat.

Nun sollen beide Dächer demontiert und durch ein Exemplar aus geeigneterem Blech ersetzt werden, und zwar lichtgrau eingefärbt. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass es sich im Sommer nicht so sehr aufheizt. Kirchner schätzt, dass es 15 Grad weniger werden. An anderen Stellen der Oberriexinger Halle bewähre sich dieses Material und System seit zehn Jahren. Es ist dort seither dicht.

Kirchner riet dem Gemeinderat ab, die architektonisch zwar reizvollen, aber doch störungsanfälligen Oberlichter zu erhalten. Auch sie könnten wieder zu Schwachstellen werden. Abgesehen davon, dass sie die Kosten für das neue Dach um bis zu 40 000 Euro in die Höhe treiben könnten. Über die kostengünstige LED-Beleuchtung werde die Halle auch so ausreichend hell.

„Im Jahr 2018 wird Oberriexingen eine fast neue Sporthalle haben“, sagte Bürgermeister Werner Somlai im Gemeinderat. Für rund 800 000 Euro soll die Immobilie schließlich generalsaniert werden. Insbesondere Warmwasserversorgung und die Sanitäranlagen mit sechs Duschen und ebenso vielen Umkleideräumen der stark genutzten Einrichtung sind dann erneuert. Auch sämtliche Zuleitungen sollten in diesem Zuge getauscht werden, empfiehlt Werner Knapp vom Ingenieurbüro IFK.

Die meisten Arbeiten des ersten Bauabschnitts sind in den Sommerferien geplant, wenn die Sporthalle nicht wie üblich komplett ausgelastet ist. Sie soll fast die ganze Zeit über bespielbar sein, verspricht Somlai – zeitweise allerdings ohne Duschen und Umkleiden.

Er werde nun das Gespräch mit den betroffenen Vereinen, insbesondere dem TSV, suchen. Gemeinsam wolle man erreichen, die Einschränkung des Sportbetriebs „im verträglichen Rahmen zu halten“.

Darüber hinaus soll auch geprüft werden, ob eine Photovoltaikanlage für 70 000 Euro auf dem nach Westen ausgerichteten Dach möglich und sinnvoll ist. Der Oberriexinger Gemeinderat wäre dem grundsätzlich aufgeschlossen, wie sich in der jüngsten Sitzung zeigte. Bis Ende September könnte der erste Bauabschnitt inklusive der Erneuerung der Fenster und Eingangstüren dann abgeschlossen sein.

In einem zweiten Schritt würden in der Sommerpause 2018 dann unter anderem Seitenwände, Hallenboden, Elektrik und Lichtbänder gemacht. Schließlich sollen (voraussichtlich parallel) noch die Geräteräume abgedichtet und Restarbeiten erledigt werden.