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Wohnungsbau

Grünes Licht für neue Projekte

Innenstadt und Weststadt: Gestaltungsbeirat findet Lösungen für Gebäude mit über 40 Wohnungen

Zwei miteinander verbundene Mehrfamilienhäuser, drei Geschosse mit Dach, so stellt sich der Investor die Bebauung zur Gottlob-Molt-Straße hin vor. Weitere Neubauten sollen dahinter im Innenbereich des Heinze-Areals und zur Martin-Luther-Straße hin en
Zwei miteinander verbundene Mehrfamilienhäuser, drei Geschosse mit Dach, so stellt sich der Investor die Bebauung zur Gottlob-Molt-Straße hin vor. Weitere Neubauten sollen dahinter im Innenbereich des Heinze-Areals und zur Martin-Luther-Straße hin entstehen.
Ansicht eines Teils der Bauhofstraße, links die Nummern 39 und 41 als Entwurf für Neubauten. Daneben Bestandsgebäude. Fotos: Stadtplanungsamt
Ansicht eines Teils der Bauhofstraße, links die Nummern 39 und 41 als Entwurf für Neubauten. Daneben Bestandsgebäude. Foto: Stadtplanungsamt

Ludwigsburg. Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Städte, die Gestaltungsbeiräte etablieren. Dies als unabhängig beratende Gremien, in denen Architekten mit anderen Sachverständigen sowie Vertretern der Städte die unterschiedlichsten Bauplanungen in einem Ort bewerten und optimieren sollen (siehe auch Text unten). In Ludwigsburg tagt ein Gestaltungsbeirat seit mehreren Jahren regelmäßig. Für Bauherren und deren Planer ist der Gang durch dieses Gremium durchaus eine Herausforderung, immer wieder müssen sie zwei oder dreimal mit veränderten Planungen auf Forderungen des Beirats reagieren und sich dort präsentieren.

In der letzten Sitzung des Ludwigsburger Gestaltungsbeirats standen zwei Bauvorhaben auf der Tagesordnung, die beide bereits zum wiederholten Mal aufgerufen wurden, es dann in der Sitzung aber auch schafften, mit Veränderungen das Gremium zu überzeugen.

Das größere der beiden Projekte liegt in der Weststadt auf einem 2600 Quadratmeter großen Areal an der Martin-Luther-Straße, noch Standort der Platten Heinze GmbH & Co. KG. Das Handwerksunternehmen gibt den Standort auf, will dieses Frühjahr in die Friedenstraße umziehen und veräußert den alten Standort an einen Investor. Dieses Gelände zieht sich von der Martin-Luther-Straße über einen großen Innenbereich, wo noch alte Gewerbehallen stehen, hin zu einem Baufeld mit zwei Altbauten an der Gottlob-Molt-Straße. Die Bestandsgebäude sollen durch Neubauten ersetzt werden.

Investor aus Hamburg

Zugegriffen hat die Wernst Gruppe, ein mittelständischer Projektentwickler und Bauträger mit Sitz in Hamburg. Dessen Plan: Auf dem Areal sollen in mehreren Neubauten 40 bis 45 Wohneinheiten entstehen.

Die Stadtverwaltung, grundsätzlich mit dem Wohnbauprojekt einverstanden, hatte das Vorhaben an den Gestaltungsbeirat geleitet. Aus zwei dieser Sitzung war der Investor mit Hausaufgaben für Veränderung gegangen, diesmal habe sich der Entwurf positiv weiterentwickelt, so die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung.

„Beim letzten Mal hatten Architekt und Bauherr verschiedene Planungsalternativen vorgelegt, die nun auf eine zielführende Variante reduziert worden sind“, so Martin Kurt, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung und Mitglied des Gestaltungsbeirats. Der Innenbereich soll nicht mit getrennten Einzelbauten, sondern mit einem langen Gebäuderiegel bebaut werden, so ergibt sich die Möglichkeit für eine zusammenhängenden Freifläche. Auch die Ansiedlung eines kleinen Cafés sei denkbar, so Kurt.

Zur Martin-Luther-Straße hin wird die Bebauung einen Altbau mit einem neuen Mehrfamilienhaus ersetzen. „Der Entwurf passt sich nun in Form und Größe der Umgebung gut an“, so der Stadtplaner. Am anderen Ende des Areals zur Gottlob-Molt-Straße hin schlägt der Architekt vor, mit zwei sich gleichenden Baukörpern, verbunden über einen Zwischenbau, zu reagieren. Der Gestaltungsbeirat würdigt dies als gelungene Lösung, empfiehlt jedoch als besseren Weg entweder zwei deutlich getrennte oder ein zusammenhängendes, aber in der Anmutung geteiltes Gebäude zu entwickeln. Die Entscheidung wird dem Bauherren überlassen.

Neue Häuser in der Bauhofstraße

Das zweite Vorhaben ist deutlich kleiner, es geht um einen Neubau in der Bauhofstraße 39. Die historische, kleinteilige Bebauung in einer der ältesten Straßen der Stadt ließ den Gestaltungsbeirat aber auch in diesem Fall genau hinschauen. In der jetzt dritten Beratung haben Architekt und Bauherr nach Urteil des Beirats ein Gebäude vorgeschlagen, das sich in die Bauhofstraße einfügt. Im ersten Entwurf sei dies nicht ausreichend berücksichtigt worden, so Kurt. Diesmal habe der Architekt eine gelungene, moderne Interpretation historischer Gestaltelemente gefunden. „So entsteht ein zwar gering größeres, aber trotzdem passendes Wohnhaus in historischer Umgebung“, sagt Stadtplaner Kurt. Der Altbau wird abgerissen, ebenso das Nachbargebäude Nummer 41, für das ein Neubau bereits genehmigt wurde.

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