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Automesse

Händler präsentieren am Monrepos 200 Modelle

„Der Samstag ist super gelaufen“, ist Markus Ketterer zufrieden. Der Verlagsleiter des Ludwigsburger Wochenblatts schätzt, dass alleine an diesem einen Tag rund 4000 Besucher bei der Automesse am Schloss Monrepos waren. Das mache das durchwachsene Wetter des Sonntags wett.

Trotz des wechselhaften Wetters ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz der Automesse vor dem Schloss Monrepos. Foto: Andreas Becker
Trotz des wechselhaften Wetters ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz der Automesse vor dem Schloss Monrepos. Foto: Andreas Becker

Die Allee vorbei am Seeschloss ist trotz Regens voll. Die Besucher sind beschirmt, tragen Regenjacken. Kinder mit Buddelhose und Gummistiefel sind bestens ausgestattet. Das Fensterleder und das Mikrofasertuch waren Hauptwerkzeug der Autohändler, mit denen die Regentropfen vom Lack entfernt wurden. Es war ein Kampf gegen Windmühlen. Tags davor hatte sich Petrus von seiner besten Seite gezeigt. Es blieb tagsüber trocken, ab und zu blitzte sogar die Sonne durch und er hatte die Gluthitze der letzten Tage merklich zurückgedreht.

Etwa 200 Modelle von zusammen 24 Automarken standen zum Probesitzen in der idyllischen Parkkulisse bereit. Präsentiert von gut geschultem Fachpersonal aus 16 Autohäusern. Damit ist die Automesse des Ludwigsburger Wochenblatts die längste der kurzen Automeilen in der Region. Nirgendwo ist „Carhopping“ mit den direkten Vergleichsmöglichkeiten einfacher. Das hat sich auch in der Region herumgesprochen, wie die vielen unterschiedlichen Autokennzeichen auf den zahlreichen kostenlosen Parkplätze verrieten.

Riechen die Autos unterschiedlicher Hersteller anders, welche Klangunterschiede zeigen sich beim Schließen der Türen, wie fühlen sich Lenkräder, Schaltknauf und Sitze an? Welches Blechkleid, welche Farbe spricht am meisten an? Wie aufgeräumt sieht der Motor aus, wie geräumig sind Kofferraum und Ablagefächer? Welche Zusatzausstattung macht Sinn, welches ist nur ein witzig-nettes Gimmick? Die allermeisten Besucher sind gut vorinformiert und wissen, was sie wollen.

Neuwagen sind ein Sinnesspektakel, das kein Internetkonfigurator der Welt ersetzen kann. Ketterle meint: „Es gibt hier so viele Vergleichsmöglichkeiten, die unter normalen Umständen von Autohaus zu Autohaus an nur zwei Tagen niemals abgeklappert werden könnten.“ Auch Exoten waren da: E-Scooter, Quads, ein koreanischer Autobauer.

Im Fokus waren Motoren und alternative Antriebsarten. Saubere Autos sind gefragt. Interessenten wollten mehr als Airbag-Sicherheit und Sparsamkeit. Sie verlangen nach gesicherter, zuverlässiger Mobilität ohne drohende Fahrverbote. Allerdings ist die Meinung zu E-Fahrzeugen zwiespältig. Die einen sehen darin die Zukunft auf kurzen Strecken, vermissen aber einheitlich geregelte Lademöglichkeiten. Die anderen kritisieren die fragwürdige Produktionskette der Batterieherstellung und dass der Strom ja auch irgendwie produziert werden müsse. Wieder welche sehen den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg und der Region gefährdet.

Ansonsten scheinen manche Klischees scheinbar unauslöschlich: Junge Männer wolle Pferdestärken. Je mehr desto besser. Junge Frauen den kuschelig-kleinen Wegbegleiter. Familien die geräumige Kutsche. Damen gehen eher nach Design, Herren nach Technik. Die Funktionalität und das Preis-Leitungsverhältnis schlägt in vielen Fällen das Markenimage. Und: Internettauglichkeit in alle Richtungen auf vier Rädern ist mittlerweile ein Muss. Ebenso wie Einparkassistenten und Navigationssysteme. Außerdem ist das Schaltgetriebe offensichtlich auf dem Rückzug, immer mehr bestellen Automatik zum Gangwechsel ohne Kupplung.

Mit 18 Nebenausstellern waren so viele Anbieter da wie in den letzten acht Jahren nicht. Sie hatten oft nur indirekt bis gar nichts mit Autos zu tun. Außer, dass auch ein Auto ab zu rausgesaugt werden sollte und aus der Geldbörse heraus die Tankrechnung bezahlt werden muss, man sich bei Ausfahrten gerne schmückt.

Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm der Automesse machte das Wochenende zum beliebten Ziel für den Familienausflug. An verschiedenen Tischen von „Spiel-o-Topp“ wurden Gratis-Duelle zwischen Eltern, Kindern und Geschistern ausgetragen. Das Schlosshotel servierte Essen für jeden Geschmack auf Reycling-Tellern und Einweg-Besteck aus Holz. Am Formel-1-Simulator im Nachbau eines Boliden konnte auf den berühmten Rennstrecken herumgejagt werden, was nur den wenigsten unfallfrei gelang. Auf der Bühne an beiden Tagen war fast durchweg Programm geboten. Ausgesuchte Nachwuchstalente präsentierten sich wie auch alte Hasen im Musikbusiness. Rock, Pop, Soul und Tanztitel, Blasmusik. Fazit: Da war für jeden was dabei.

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