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Historische Bauten
Heilbadturm wird bald saniert

Soll wieder ins rechte Licht gesetzt werden: der Heilbadturm mit Halle.Foto: Holm Wolschendorf
Soll wieder ins rechte Licht gesetzt werden: der Heilbadturm mit Halle.Foto: Holm Wolschendorf
Stadt stellt entsprechende Mittel bereit – Standort für den Neubau eines Heilbads soll in diesem Jahr feststehen

Ludwigsburg-Hoheneck. Hoheneck hat ein ganz besonderes Wahrzeichen – nur dass es, zugewachsen und über die Jahrzehnte marode geworden, kaum bemerkt wird. Vorzeigbar ist der hölzerne Heilbadturm sowieso schon nicht mehr, die Fassade am Gebäudeteil blättert, ist mit Graffiti verschmiert. Das will der Stadtteilausschuss ändern, sowohl Freie Wähler als auch Grüne haben sich jüngst wieder für den Erhalt des imposanten Bauwerks ausgesprochen.

Die Stadt hat nun zugesagt, den Turm noch dieses Jahr zu sanieren. 200.000 Euro sind dafür vorgesehen. „Wir beginnen damit im September“, teilte Baubürgermeisterin Gabriele Nießen in der Sitzung des Stadtteilausschusses mit. Bei einem Rundgang der Freien Wähler in Hoheneck hatte sich auch OB Werner Spec vor Ort umgesehen. „Wir wollen das Relikt des früheren Bohrbrunnens erhalten und als Bauwerk mit Licht etwas in Szene setzen“, sagte er auch im Ausschuss.

Der Heilbadturm steht an der Uferstraße unterhalb des Hohenecker Heilbads. 1906 ist dort Thermalwasser entdeckt worden, 1907 wird das Heilbad eröffnet. Bohrturm und Brunnen sind 1980 neu gestaltet worden – seither wurde nur notdürftig Geld in die Anlage gesteckt. Zunächst galt es zu klären, wer denn für den Erhalt des Turms zuständig ist, die Stadtwerke oder die Stadt. Nach einer internen Prüfung stand fest, dass die Stadtwerke sich lediglich um die Brunnenanlage zu kümmern hatten. Der Heilbadturm war, so stellte sich heraus, eigentlich Sache der Stadt.

Ein Lichtblick für die Hohenecker, denen ihr Wahrzeichen wichtig ist. Zumal auch das Heilbad für sie von hoher Bedeutung ist – und ebenfalls seine guten Zeiten hinter sich hat. Wie es damit weitergeht? Noch vor gut drei Jahren war davon die Rede, ein neues Heilbad mit Wellness zu bauen, über ein Bäderkonzept einschließlich eines Spaßbades wurde gemeinsam mit Kornwestheim beraten. Es war sogar davon die Rede, dass das Heilwasser auch quer durch die Stadt an einen komplett anderen Standort transportiert werden könnte. Davon ist die Stadt aber schon wenige Monate später abgerückt. Der OB versprach, dass „im Hohenecker Umfeld“ ein Standort für das Bad gesucht wird. Jetzt stellte er im Ausschuss klar, dass es derzeit drei mögliche Standorte gebe, die er aber öffentlich nicht nennen könne, weil private Grundstücke betroffen seien, so Spec.

Weil nach seinen Angaben für ein Heilbad auch gewisse Vorschriften gelten und gute Luftwerte erreicht werden müssen, falle ein Standort weg. „Wir haben damit zwei konkrete Möglichkeiten“, sagte er. Näheres will die Stadt zwischen Ostern und Sommerpause mitteilen, dann auch in die bürgerschaftliche Diskussion gehen.

Hoheneck wird nicht übergangen, versprach Spec. Das neue Heilbad soll auf dessen Gebiet gebaut werden. Bauherr wären die Stadtwerke, die in Ludwigsburg für die Bäder verantwortlich sind.

Eine Sanierung des bestehenden Heilbads, dessen schöne Lage von vielen gepriesen wird, sieht Spec nicht als sinnvoll an. Das Bad an seiner jetzigen Stelle zu erhalten, hatte jüngst die CDU in einem Antrag gefordert. Die Kosten wären fast so hoch wie bei einem Neubau, so der OB, außerdem müsste das Bad während des Umbaus saniert werden. Das würden die Badegäste sicher nicht gerne sehen, auch sei davon auszugehen, dass diese sich umorientierten. Öffne dann das Bad neu, müssten diese erst wieder zurückgewonnen werden.

Das Bad soll mehr als ein Heilbad werden, wie Lothar Willner (CDU) bemerkte, allerdings wollen die Hohenecker auch kein Spaßbad, so Jochen Zeltwanger (Freie Wähler), der erklärte, dass das Heilbad „für die Identität des Stadtteils“ wichtig sei. Nach Angaben von Spec habe man das vor drei Jahren diskutierte Bäderkonzept verworfen und sich für dezentrale Angebote entschieden. In Hoheneck soll es ein „zeitgemäßes Heilbad“ für Reha und Entspannung, mit Gastronomie, therapeutischen Angeboten und zusätzlichen Becken etwa für Wassergymnastik geben. „Alles Gute vom bisherigen Bad soll es auch im neuen geben“, so Spec. Zuvor hatten Bürger aus Hoheneck darauf hingewiesen, die Mieter im Bad, wie etwa die Physiotherapie, nicht zu vergessen.