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Engagement

Hilfe aus Ludwigsburg setzt bei Frauen an

Zwei Erfolgsgeschichten aus Kongoussi/Burina Faso, wo sich die Stadt seit Jahren engagiert – Terror und Coronavirus machen das Leben noch schwieriger

Von Hélène Quedraogo (links) und Maimouna Zaongo aus Kongoussi gibt es gute Nachrichten. Sie haben ihren Weg gefunden. Fotos: Stadt Ludwigsburg
Von Hélène Quedraogo (links) und Maimouna Zaongo aus Kongoussi gibt es gute Nachrichten. Sie haben ihren Weg gefunden. Foto: Stadt Ludwigsburg
Von Hélène Quedraogo (links) und Maimouna Zaongo aus Kongoussi gibt es gute Nachrichten. Sie haben ihren Weg gefunden. Fotos: Stadt Ludwigsburg
Von Hélène Quedraogo (links) und Maimouna Zaongo aus Kongoussi gibt es gute Nachrichten. Sie haben ihren Weg gefunden. Foto: Stadt Ludwigsburg

Ludwigburg. Die Nachrichten aus Kongoussi, der Stadt am Rande der Sahelzone im Norden von Burkina Faso, die mit Ludwigsburg und Montbéliard im Rahmen einer trilateralen Entwicklungspartnerschaft eng verbunden ist, waren zuletzt alles andere als positiv. Der mörderische Terror islamistischer Gruppen, der aus den Nachbarstaaten Mali und Niger herüberschwappte, kam immer näher. Mehr als 40 000 Binnenflüchtlinge bevölkerten Anfang Januar die Kleinstadt, mittlerweile sind es noch rund 20 000.

Die Nahrungsmittelversorgung ist prekär und nun ist auch noch die Corona-Pandemie in Burkina Faso angekommen, einem Land, dessen Gesundheitswesen keinerlei Belastungen standhält. In Kongoussi selbst gibt es nur eine Krankenstation, das Krankenhaus ist im letzten Jahr abgebrannt, schreibt die Verwaltung.

Der Förderkreis Burkina Faso und die Stadt Ludwigsburg haben Anfang des Jahres mit einer Nothilfe von 15 000 Euro rund 200 Familien mit mehr als 2000 Familienmitgliedern in der größten Not geholfen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Schneiderinnen, die durch das Engagement von Ludwigsburg, hier vor allem Anke Wiest mit dem Nähatelier ZicZac, ausgebildet wurden, nähen jetzt Atemmasken. Die Kleinbetriebe, die mit Mikrokrediten des Förderkreises Burkina Faso aufgebaut wurden, laufen gut und die Projekte der Klimapartnerschaft, mit denen in sechs Dörfern die Bevölkerung unterstützt wird, funktionieren.

„Unsere solar angetriebenen Trinkwasserbrunnen liefern gutes Wasser, die Latrinen tragen zur Verbesserung der Hygiene bei und die Förderung der landwirtschaftlichen Produktion durch Biokohle trägt jetzt Früchte“, weiß Saliou Gueye, der als Koordinator für Entwicklungszusammenarbeit in Ludwigsburg die Klimapartnerschaft organisiert.

Anlässlich des Stadtjubiläums im Jahr 2018 hatten zwei Studenten der Ludwigsburger Filmakademie, Julius Schmitt und Rebecca Barthel, unterstützt mit einem Stipendium aus Ludwigsburg, zwei Kurzfilme über Maimouna und Hélène, zwei Frauen aus den Dörfern Bam-Village und Boalin, die zur Kommune Kongoussi gehören, gedreht. Jetzt hat der Förderkreis nachgefragt, was aus ihnen geworden ist. Hélène, damals eine Auszubildende am CFPK, der Berufsschule, die der Förderkreis betreibt, war damals voller Hoffnung, sich mit ihrer Ausbildung den Lebensunterhalt zukünftig selbst verdienen zu können. Und Maimouna Zaongo, eine Bäuerin, war dankbar, dass sie endlich sauberes Trinkwasser zur Verfügung hatte und vor allem, dass sie eine eigene Parzelle Land bekam und darauf Gemüse anbauen konnte.

Hélène Ouedraogo, so ihr vollständiger Name, hat es tatsächlich geschafft. Sie hat ihre Ausbildung beendet und ihr CQP-Zertifikat (das ist eine landesweit anerkannte Ausbildung) bekommen. Sie erhielt durch den Förderkreis Burkina Faso als Starthilfe eine Nähmaschine und zudem ein Konto bei der Kreditgenossenschaft mit einem Startkapital in Höhe von 45000 F CFA (das sind rund 70 Euro). Heute ist sie verheiratet und lebt mit ihrem Mann in Ouahigouya, einer Stadt weiter im Norden von Burkina Faso. Sie ist sehr glücklich, dass sie ihre eigene Nähwerkstatt eröffnen konnte.

Maimouna musste ihr Dorf Bam-Village wie die meisten Bewohner während der Terroranschläge in der unmittelbaren Nachbarschaft verlassen. Jetzt, nachdem sich die Lage stabilisiert hat, kehrte sie in ihr Dorf zurück, das malerisch am östlichen Ufer des Bamsees liegt. Sie betreibt wieder Obst- und Gemüseanbau auf ihrer eigenen Parzelle und den Feldern der Familie und kümmert sich um ihre Kinder. Es geht ihr und ihrer Familie gut und sie erwirtschaftet Geld, um in die Ausbildung des Jüngsten zu investieren. Und da sie selbst ein Alphabetisierungsprogramm durchlaufen hatte, kann sie auch an den Schularbeiten teilnehmen. (red)

Info: Die beiden Filme über Hélène und Maimouna sind auf dem Vimeo-Kanal der Stadt zu sehen: https://vimeo.com/ludwigsburg.