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Hobbyfilmer im Wettbewerb

Cubs aus der Region Unterer Neckar zeigen in Eglosheim ihre Filme und Produktionen

Am Beamer: Volker Drittel vom Ludwigsburger Filmclub, der den Wettbewerb veranstaltete. Foto: Holm Wolschendorf
Am Beamer: Volker Drittel vom Ludwigsburger Filmclub, der den Wettbewerb veranstaltete. Foto: Holm Wolschendorf

Modellschiffe im Blühenden Barock, die Reise mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Marseille, oder der Dorfschmied am Amboss: drei von 14 Filmen, die es am gestrigen Sonntag im evangelischen Gemeindehaus in Eglosheim im Rahmen eines Regionalwettbewerbs zu sehen gab. Produziert wurden sie hauptsächlich von Filmclubs und Filmern aus der Region Unterer Neckar – und diese bewiesen, dass das Amateurfilmen ein kreatives und technisch anspruchsvolles Hobby ist.

Mit dem Smartphone kann heute jeder Videos drehen und die machen dann auch in den sozialen Netzwerken ihre Runde. Was ist nun der Unterschied zu den Produktionen der Amateurfilmer? „Wir erzählen eine Geschichte, gestalten den Film und bauen eine Dramaturgie auf“, nannte der Regionalleiter der Filmclubs „Unterer Neckar“, Klaus Menzer als wesentliches Unterscheidungsmerkmal.

Er sieht die Arbeit der Filmclubs vom Niveau her zwischen den Handyvideos und den Profis von der Filmakademie angesiedelt. Und es gibt dabei nicht nur Einzelkämpfer, es wird laut Menzer auch im Team gearbeitet. Die Aufgaben für Ton, Licht, Regie und Redaktion würden dann aufgeteilt. Ziel sind Produktionen von hohem dokumentarischen Wert. Gedreht wird auch im Reportage-Stil und Musikuntermalung verstärkt die Emotion.

Die moderne Technik machte es möglich: Mit den heutigen Videokameras und sehr leistungsfähigen Schnittsystemen werden von den Laien Filme in sendefähiger HD-Qualität aufgezeichnet und montiert. Sogar das Hochleistungsformat 4K hat bereits in deren Studios Einzug gehalten. Um ihre Werke unter Gleichgesinnten aber auch der Öffentlichkeit zu präsentieren und zu besprechen, haben sich die Filmemacher in Film- und Videoclubs zusammengeschlossen. Die Filmclubs der Region kommen dabei aus Freiberg, Kornwestheim, Hohenlohe/Schwäbisch Hall und Ludwigsburg. Letzterer war jetzt Ausrichter des Regionalwettbewerbs. Und hier stellten sich nun die jeweiligen Clubsieger einer fachkundigen Jury unter der Leitung von Lutz Schulze vom Landesverband der Filmautoren Baden-Württemberg. Die Sieger des Regionalwettbewerbs nehmen dabei im Februar am Landesfilmfestival im Kloster Untermarchtal teil.

Die kürzesten in Eglosheim zu sehenden Filme dauerten gerade mal eine Minute, aber auch hier gelang es, eine spannende Geschichte zu erzählen. Etwa die pfiffige Kurzprodukion „Na warte“ von Thilo Kraft vom Filmclub Hohenlohe. Dessen kleine Tochter fordert ihn zum Wettrennen auf und gewinnt. Das obwohl der Vater doch nach eigenem Bekunden Sport macht und sich gesund ernährt. Alles Lug und Trug: Der Sport findet beim Videospiel statt und die gesunde Ernährung entpuppt sich als Pizza.

Frank Melchert vom Ludwigsburger Filmclub (LFC) hatte nicht nur einen Ein-Minuten-Streifen über den Clubabend dabei, sondern er informierte außerdem in der achtminütigen Produktion „Alter Glaube in neuer Heimat“ in stimmungsvollen Bildern über Altgläubige in Russland, die in Estland eine neue Heimat gefunden und der Moderne abgeschworen haben.

Was in Teamarbeit möglich ist, stellte Volker Drittel vom Ludwigsburger Filmclub mit dem knapp eine Viertelstunde dauernden Film über die Modellboote im Blühenden Barock vor. Auch hier stehen Dokumentation und Information im Vordergrund. Kurzweilig erzählt war auch die von Horst Geyer gefilmte Reise mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV vom Schwäbischen nach Marseille in Südfrankreich.

Jürgen Kläger von den Kornwestheimer Filmamateuren erzählte die Geschichte eines Zerstörers der Bundesmarine, der längst im Schiffsmuseum fest angedockt ist und um dessen Erhalt sich viele Ehrenamtliche bei Arbeitseinsätzen kümmern. Kläger entführte die Zuschauer außerdem nach Helgoland und den dort lebenden Robben. Elmar Maurus von den Kornwestheimer Filmamateuren stellte das Lebensbuch des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi vor, in dem für jeden Tag des Jahres eine kleine Geschichte erzählt wird. Der Dorfschmied am Amboss verrichtete außerdem für Karl Maiterth aus dem Kornwestheimer Verein seine Arbeit. Über das Filmemachen in der Schule informierte überdies Hans-Jürgen Ramoth aus Benningen. Weitere Wettbewerbsbeiträge kamen aus Böblingen, Karlsruhe, Wertheim und Leonberg.

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