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Ortsmitte

Ilk: „Wir wollen hier nichts erzwingen“

Oßweiler sprechen sich für die Variante 1 aus – Stadträte bewerten dies ebenso und folgen dem Vorschlag der Stadt nicht – FDP kritisiert Finanzplanung

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Die Planung (oben Variante 1) für das Schul-, Kultur- und Sportareal. Die Mehrzweckhalle (Bild links) soll schon seit Jahren durch einen Neubau ersetzt werden. Das vorzeigbare Schlössle (Bild rechts) wird im Alltag wenig wahrgenommen. Grafik: Stadt Ludwigsburg/Archivfotos: Holm Wolschendorf
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Die Planung (oben Variante 1) für das Schul-, Kultur- und Sportareal. Die Mehrzweckhalle (Bild links) soll schon seit Jahren durch einen Neubau ersetzt werden. Das vorzeigbare Schlössle (Bild rechts) wird im Alltag wenig wahrgenommen. Grafik: Stadt Ludwigsburg/Archivfotos: Holm Wolschendorf
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Die Planung (oben Variante 1) für das Schul-, Kultur- und Sportareal. Die Mehrzweckhalle (Bild links) soll schon seit Jahren durch einen Neubau ersetzt werden. Das vorzeigbare Schlössle (Bild rechts) wird im Alltag wenig wahrgenommen. Grafik: Stadt Ludwigsburg/Archivfotos: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Die Oßweiler Ortsmitte mit Schloss, Schule und Halle wird runderneuert. Ein Planungsbüro hat dafür drei Varianten vorgelegt, alle drei sind mit Bürgern im Stadtteil diskutiert worden (wir berichteten). Die Stadt schlägt nun die Variante 3 vor, weil ihr die wichtigen Grundstücke etwa für den Neubau der Mehrzweckhalle gehören. Das sei ein zeitlicher Vorteil, wie die Stadtplaner im Bauausschuss darlegten.

Doch diese Variante mögen die Oßweiler nicht: von Angsträumen ist die Rede, von Lärmbelästigung, von einer Klagemauer, die zwischen Sportflächen und einer Wohnbebauung hochgezogen werden müsse. Außerdem werden nicht nur die Sportflächen beschnitten, der Grundschule wird auch der schöne Schulgarten weggenommen, der sich direkt an den Pausenhof anschließt, legt Sebastian Haag (FDP) für den Stadtteilausschuss Oßweil die Gründe dar, warum sie diese Variante ablehnen. Der Stadtteil will die Variante 1 (siehe Grafik).

Diese Bedenken hat die Stadtverwaltung in ihrer Präsentation im Ausschuss, zu der ergänzend auch die Stadtteilbeauftragte referierte, mit keinem Wort erwähnt. Nach dem Statement aus dem Stadtteil fielen die Beurteilungen bei den Stadträten relativ deutlich zugunsten der ersten Variante aus.

„Wir wollen nichts erzwingen“, so Baubürgermeister Michael Ilk. „Es muss ja dem Stadtteil gefallen“, sagte er beschwichtigend. Auch die Stadtplaner zeigten sich offen für die Variante 1, verwiesen aber auf die fehlenden Grundstücke und Unwägbarkeiten. Stadtplanungschef Martin Kurt sieht zwar auch, dass ein gewisser Lärmschutz bei den Sportflächen, die bei der Variante 3 ersatzweise auf dem geplanten Parkdeck angeordnet werden, nötig ist. Von einer „Klagemauer“ könne aber nicht die Rede sein. Die Stadt habe diese Variante 3, bei der letztlich der Schulgarten wegfällt, auch mit Blick auf einen „sparsamen Umgang mit Grund und Boden“ empfohlen.

Für CDU-Stadtrat Thomas Lutz, der in Oßweil heimisch ist, geht das gar nicht. Für Oßweil sei jetzt die große Chance gekommen, die Ortsmitte ansprechend zu gestalten. „Der Wettemarkt wird nicht als Treffpunkt angenommen“, sagte er zu dem vor Jahren neu gestalteten Platz, der mehr oder weniger eine kahle Fläche umgeben von Straßen ist. Kritisch bewertete er den Vorschlag der Stadt, weil die Wohnbebauung Hauptnutznießer werde, vom grünen Bürgerpark bleibe wenig übrig. „Das ist nur noch ein kleines grünes Plätzchen“, sagte er. Auch die Tennisplätze müssten wieder eingeplant werden, das sei bislang nicht vorgesehen.

Die Grünen hätten mit dem Vorschlag der Stadt mitgehen können, das Parkdeck sei kreativ gestaltet worden, meinte Elfriede Steinwand. „Schließlich muss man auch ordentlich Wohnungen bauen, um all das finanzieren zu können“, sagte sie. Allerdings wollen sich die Grünen „nicht darin verbeißen“, wichtig sei, was den Bürgern gefalle.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende sah Vorteile darin, wenn die Halle auf stadteigenen Grundstücken gebaut werden könnte. „Ich verstehe aber die Oßweiler“, betonte Margit Liepins. Wichtig wäre, dass die Projekte rasch angegangen werden. „Wir diskutieren schon seit Jahren, das darf sich nicht weitere Jahre hinziehen.“

Umstimmen ließen sich auch die Freien Wähler. Florian Lutz tut sich schwer mit dem dunklen Parkdeck, weshalb er den Oßweilern beipflichtet. Ähnlich sieht es Elga Burkhardt (Lubu), der Standort der Halle sei bei der Variante 1 richtig, Grünflächen bleiben erhalten. Der parteilose Stadtrat Harald Lettrari bleibt bei der Variante 3. „Bei Variante 1 hängt alles in der Luft“, meint er mit Bezug auf die noch fehlenden Grundstücke.

Aus diesem Grund wäre auch die FDP für die dritte Variante, wie sie in einer Presseerklärung darlegt. Wichtig ist ihr, dass es rasch vorangeht. Jochen Eisele kritisiert vehement die Finanzplanung der Stadt. Denn dort sind für die nächsten Jahre nur 500 000 Euro eingestellt. Damit wäre kein Bau der Halle vor dem Jahr 2023 möglich. Eisele: „Das können wir so nicht hinnehmen.“