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KSV Neckarweihingen

Im dritten Anlauf winkt der Aufstieg

Viel Bewegung beim KSV Neckarweihingen: Der mit 300 Mitgliedern fünftgrößte Ringerverein Baden-Württembergs steht vor großen Herausforderungen. Läuft alles nach Plan, könnte bereits am Sonntag der Aufstieg in die Ringer-Oberliga feststehen. Es wäre einer der größten – und womöglich nachhaltigsten – Erfolge in der Vereinsgeschichte.

Foto: Baumann
Foto: Baumann

Ludwigsburg. Der Dienstagabend ist für die Ringergemeinde des KSV Neckarweihingen ein ganz besonderer Abend. „Da ist bei uns Mehrgenerationentraining angesagt“, freut sich Dieter Hahn über die große Trainingsbeteiligung in der Sporthalle Schwarzwaldstraße. Während in der einen Ecke die Kleinsten unter den Fittichen von Nachwuchstrainer Norbert Böhlke erste Erfahrungen mit dem kontrollierten Raufen auf der Matte machen, ringen nebenan rund 20 Aktive Mann gegen Mann. Und am anderen Ende halten sich die rüstigen Senioren unter Anleitung von Dieter Hahn mit Dehn- und Kräftigungsgymnastik fit. Der vitale Sportsmann muss es wissen. Seit mehr als 60 Jahren ist der inzwischen 78-Jährige für den Kraftsportverein Neckarweihingen im Einsatz. Hahn gehörte 1957 zu den Gründungsmitgliedern des KSV, der bis heute ein Einspartenverein geblieben ist und es sich zum Ziel gesetzt hat, endlich in die Oberliga zurückzukehren.

Zwischen 2012 und 2014 gab der KSV dort schon einmal ein Gastspiel, musste dann aber zurück in die Verbandsliga. „Seit dem Abstieg haben wir drei Jahre hart gekämpft. Im vorigen Jahr hatten wir aufgrund vieler Verletzungen Riesenpech, dass es mit dem Aufstieg nicht geklappt hat“, sagt Tim Schmidt, „aber diesmal wollen wir da unbedingt wieder hin.“ Für Schmidt (Foto rechts), der gemeinsam mit dem württembergischen Landestrainer und Freistil-Vizeweltmeister von 2000, Edgar Thomas, die aktiven Ringer trainiert, ist die Rückkehr in die höchste württembergische Liga beinahe existenziell.

Momentan steht der KSV mit 23:3 Punkten vor dem AV Hardt (18:6) an der Tabellenspitze der Verbandsliga. Am Sonntag (17 Uhr) kann die KSV-Riege mit einem Sieg in Hardt den Titel und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga vorzeitig unter Dach und Fach bringen. Mit einem ausgeglichenen Kader, der neben erfahrenen Ringern auch über einige Youngsters verfügt, soll der Klassenverbleib gesichert werden.

Der ehemalige Europameister und Freistilspezialist Safet Ferad hält dem Verein seit Jahren die Treue. Große Hoffnungen ruhen auch auf dem 19-jährigen Lokalmatador Beat Schaible, der über KSV Kirchheim und TSV Meimsheim den Weg nach Neckarweihingen fand. Benjamin im Kader ist das 57-Kilogramm-Talent Emre Sagir, das wie Marcel Gabriel (71/75 kg) und Schwergewicht Keven Szulderits (130 kg) neu beim KSV ist. „Die Oberliga hat ein geiles Niveau“, sagt Eberhard Bez. Der Vereinsvorsitzende, selbst ehemaliger Ringer beim KSV, unterstützt die vielseitigen Anstrengungen auf allen Ebenen, wohl wissend, dass die künftigen Auseinandersetzungen mit dem Lokalrivalen RSV Benningen, aber auch mit Traditionsvereinen wie SV Fellbach oder SG Weilimdorf deutlich mehr Zuschauer binden könnte. Schon heute kommen zwischen 200 und 400 Besucher zu den Heimkämpfen.

In den vergangenen Jahren hat der KSV einige Hebel in Bewegung gesetzt, den Verein zu modernisieren. Insbesondere für die Jugend wurden vielfältige Angebote geschaffen. Das Schöne: Diese Angebote werden auch angenommen. So können sich die Nachwuchsringer schon im Alter zwischen vier und sechs Jahren im Ringergarten spielerisch mit anderen austoben. Die Kinder, darunter auch einige Mädchen, lernen die Möglichkeiten des eigenen Körpers zu entdecken und gleichzeitig eine anspruchsvolle Sportart kennen. „Damit werden sie langsam an das Jugendtraining herangeführt“, sagt Lena Schlipf.

Die Nachwuchstrainerin, deren Vater Martin ebenfalls ein Urgestein des Vereins ist, ist für das Marketing, den modernisierten Homepage-Auftritt sowie das Vereinsheft des KSV Neckarweihingen verantwortlich. „Teamgeist, Emotion, Leidenschaft“ lautet das Motto, das für die Aufbruchstimmung beim KSV Neckarweihingen steht. Genauso wie ein weiterer Clou: Der KSV hat inzwischen eine eigene Team-Line, eine Ringer-Bekleidung im neuen Design – natürlich mit den Vereinsfarben des KSV Neckarweihingen.

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