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Kreisimpfzentrum

Im Ludwigsburger Kreisimpfzentrum (KIZ) bleibt kein Impfstoff übrig

Bundesweit wird darüber diskutiert, dass der Impfstoff von Astrazeneca ungenutzt in den Impfzentren liege. Andy Dorroch, der Leiter des Ludwigsburger Kreisimpfzentrums, kann sich das nicht erklären. Hier seien auch die Termine für eine Impfung mit Astrazeneca knapp.

Im Ludwigsburger Kreisimpfzentrum kann in der kommenden Woche mehr Impfstoff aufgezogen werden. Archivfoto: Andreas Becker
Im Ludwigsburger Kreisimpfzentrum kann in der kommenden Woche mehr Impfstoff aufgezogen werden. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Insgesamt fast 3,2 Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs sollen in dieser Woche an die Länder geliefert worden sein, wie aus Angaben des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Bis Mitte der Woche sind nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) jedoch lediglich 574000 Dosen verabreicht worden. Verglichen mit den Impfstoffmengen ist das Impftempo noch sehr überschaubar: An den Wochentagen wurden jeweils rund 60000 Menschen mit Astrazeneca geimpft, über das Wochenende waren es rund 91000. Dennoch liegt bundesweit noch stapelweise Impfstoff im Kühlschrank.

Andy Dorroch, Leiter des Ludwigsburger Kreisimpfzentrums (KIZ), kann sich das nicht erklären. „Bei uns bleibt auf jeden Fall kein Impfstoff übrig“, sagt er. Alle Termine – sowohl die, bei denen mit Astrazeneca geimpft wird, als auch die für die über 80-Jährigen mit Biontech – seien ausgebucht. Das bestätigt auch ein Leser unserer Zeitung, der sich per E-Mail meldet: Der 34-Jährige ist wegen einer Vorerkrankung in der Priorität 2, doch einen Impftermin zu bekommen, sei „leider unmöglich“. Etlichen Bekannten gehe es ebenso. Auch ein Blick auf Facebook-Kommentare zeigt: Viele Personen der zweiten Priorität versuchen aktuell, einen Impftermin zu bekommen – vergeblich.

In Ludwigsburg wird seit vergangenen Freitag auch mit Astrazeneca geimpft. Die ersten beiden Tage sei es schleppend angelaufen, berichtet Andy Dorroch. „Dann haben die Lehrer und Erzieher plötzlich Gas gegeben“, sagt er. Nachdem die Termine für diese Personengruppe freigeschaltet wurden, seien sie schnell ausgebucht gewesen. „Für mich war klar, dass ich mich so schnell es geht impfen lassen möchte“, sagt eine Erzieherin, die nach ihrer Impfung im Ruhebereich wartet. Einen Termin habe sie schnell bekommen.

Bisher noch bekommen nur Personen unter 65Jahren den Astrazeneca-Impfstoff. Jetzt hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Einschätzung mit Blick auf neue Erkenntnisse aus Studien aktualisiert. Das Vakzin von Astrazeneca wird jetzt auch für über 65-Jährige empfohlen. Was das für das Kreisimpfzentrum in Ludwigsburg bedeutet, kann Dorroch am Donnerstag noch nicht sagen. Doch diese Empfehlung wird Erleichterung schaffen. Bisher konnten Personen der Priorität 2, die über 65Jahre sind, nicht geimpft werden. Dorroch berichtet von Menschen, die in einem der Prio 2 zugeordnetem Bereich arbeiten und noch nicht in Rente sind. Diese haben nun eine Chance auf die Impfung, sobald die Empfehlungen in der Impfverordnung umgesetzt wurden.

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