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Im Turbogang zum Traumpaar

Ihre Geschichte klingt wie aus einer Filmromanze: Angemeldet bei „Liebe in Ludwigsburg“, findet zwei Tage später ein erstes Treffen statt, dem viele weitere folgen. Anke Frommelt hat über das Dating- Portal unserer Zeitung ihren Partner Kevin Pedersen kennen- und liebengelernt. Und das in einem Tempo, das seinesgleichen sucht. Denn mittlerweile wohnen die beiden zusammen.

So schön verliebt: Anke Frommelt aus Oßweil und Kevin Pedersen haben sich über die Dating-Plattform der LKZ kennengelernt. Foto: Andreas Becker
So schön verliebt: Anke Frommelt aus Oßweil und Kevin Pedersen haben sich über die Dating-Plattform der LKZ kennengelernt. Foto: Andreas Becker

Schon von weitem ist zu sehen, dass Anke Frommelt und Kevin Pedersen bis über beide Ohren ineinander verliebt sind. Sie strahlen sich an, lachen viel, tauschen kleine Zärtlichkeiten aus. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir dem anderen nicht sagen: Ich bin froh, Dich kennengelernt zu haben“, bringen beide ihre Beziehung und ihre Partnerschaft auf den Punkt. Damit wäre bereits alles gesagt, wäre ihre Geschichte nicht so berührend und damit erzählenswert.

Mitte Dezember 2019 ist „Liebe in Ludwigsburg“, das Dating-Portal unserer Zeitung, an den Start gegangen. Sie habe das gelesen, erzählt die 47-jährige Anke Frommelt aus Oßweil. Am 31. Dezember habe sie den Entschluss gefasst, sich dort anzumelden. Warum? „Es war der Silvesterabend. Ich war eingeladen. Wie so oft waren nur Pärchen da, und ich bin die einzige Singlefrau gewesen. Ich wollte mir das nicht mehr antun.“

Im Jahr 2006 kommt Anke Frommelts Mann bei einem Verkehrsunfall ums Leben. „Es hat lange keinen Platz für einen anderen gegeben“, schildert sie ihre Situation. „Bei manchen geht es vielleicht schneller, bei mir nicht.“ Nun scheint die Zeit reif zu sein, denn nach dem Motto „Jetzt oder nie“ meldet sie sich bei der Partnerplattform an.

Kurz nachdem sie sich registriert hat, flattern bereits die ersten Vorschläge herein, „das war total spannend“. Erzählt habe sie das vorerst niemandem, sie „wollte erstmal gucken, wer sich meldet, was da so geht“. Den Neujahrstag verbringt sie fast den ganzen Tag am Computer, ständig trudeln Anfragen herein, auch die von Kevin Pedersen ist bereits darunter. „Beantwortet habe ich aber alle.“

Er habe Anke damals als erstes nach ihrem Motorrad gefragt, erzählt der 59-jährige Kevin Pedersen. Er habe wissen wollen, welche Maschine sie fährt. „Anke war verwirrt, erzählte ihrerseits von der Dating-Plattform. Daraufhin war ich verwirrt, weil ich mich dort nicht angemeldet hatte, wohl aber bei einem Motorradportal. Dort können sich Gleichgesinnte austauschen“, erklärt Kevin Pedersen. Im Laufe des Hin- und Herschreibens klärt sich auf, dass „Liebe in Ludwigsburg“ mit anderen Plattformen verknüpft ist. Dies ermöglicht eine Vielzahl an Kontakten.

Was ihm an Anke gefallen hat? „Ihr Foto.“ Und umgekehrt? „Die Art, wie Kevin geschrieben hat.“ Nachdem beide nach dem ersten Kontakt relativ schnell gemerkt haben, dass die Chemie zwischen ihnen stimmt, tauschen sie die Handynummern aus und schreiben über WhatsApp weiter. Sie verabreden sich am 2. Januar in der Ludwigsburger Innenstadt in einem Restaurant. „Dort ist die Musik relativ laut“, klärt Anke Frommelt auf und fügt augenzwinkernd hinzu: „Hätten wir uns nichts zu sagen gehabt, wäre keine peinliche Pause entstanden.“ Sie verrät, dass sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren ist, damit sie problemlos mit dem Bus hätte heimfahren können.

Dazu kommt es aber nicht. Die beiden reden stundenlang, sind die letzten Gäste im Lokal. Kevin Pedersen fährt sie – ganz gentlemanlike – nach Hause. „Es hat von Anfang an gepasst“, meinen die beiden Verliebten.

Wiederum einen Tag später bittet Pedersen, der in London geboren wurde und 1981 zum ersten Mal nach Deutschland gekommen war, um ein weiteres Date. Bereits bei der ersten Verabredung möchte Anke Frommelt wissen, ob ihr zukünftiger Herzbube vorhat, nach England zurückzukehren. „Ich wollte einen Partner aus der Umgebung, keine Fernbeziehung führen, geschweige denn umziehen.“ Hauptsächlich wegen seiner zwei mittlerweise erwachsenen Söhne sei er hier geblieben, meint Pedersen und schaut seine Partnerin an: „Ich bleibe für immer.“ Beim zweiten Treffen gehen sie spazieren, bummeln und besuchen abends eine Theatervorstellung. „Als wir nebeneinandersitzen, nimmt Kevin meine Hand“, erzählt Anke Frommelt. Sie habe es dann relativ zeitnah ihren Söhnen, die 15 und 18 Jahre alt sind, sowie ihrer Familie mitgeteilt, dass von nun an ein Mann an ihrer Seite stehen wird. „Es haben sich alle so gefreut.“

Die Coronapandemie und die damit verbundenen Einschränkungen hätte ihnen in die Tasche gespielt, meinen beide, so hätten sie sich in relativ kurzer Zeit „richtig“ kennenlernen können.

Offen, ehrlich und aufrichtig sein, sei die Basis für ihr Beziehung, fasst Kevin Pedersen in „Oxford-Schwäbisch“ – wie er seine Aussprache selbst scherzhaft nennt – zusammen. „Wenn es passt, warum sollen wir uns dann ausbremsen? Wir unternehmen viel zusammen, helfen und unterstützen uns.“ Und wie geht’s weiter? Pedersen hat seine Zelte in Marbach abgebrochen und ist zu den Frommelts nach Oßweil gezogen. „Alles weitere“, sagt das Paar, „lassen wir auf uns zukommen.“

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