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Corona

In Vorbereitung: Eine rollende Tafel

Mitten in der Coronakrise plant die Ludwigstafel gemeinsam mit dem Kreisdiakonieverband Ludwigsburg ein neues Angebot: In einigen Wochen soll die rollende Tafel an den Start gehen. Damit möchte man vor allem die Menschen erreichen, die aufgrund von schlechten ÖPNV-Verbindungen nicht den Weg zur Tafel finden.

Dieses Bild entstand vor der Coronakrise. Selbstverständlich wird bei der Tafel jetzt Maske getragen. Nach wie vor ist sie gut mit Lebensmitteln bestückt, nur das Obst- und Gemüseangebot ist saisonal bedingt etwas geringer. Archivfoto: Holm Wolschend
Dieses Bild entstand vor der Coronakrise. Selbstverständlich wird bei der Tafel jetzt Maske getragen. Nach wie vor ist sie gut mit Lebensmitteln bestückt, nur das Obst- und Gemüseangebot ist saisonal bedingt etwas geringer. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Obwohl der Tafelladen in der Saarstraße25 nur rund 300 Meter vom Westausgang des Ludwigsburger Bahnhofes entfernt ist, ist er für manche Menschen nahezu unerreichbar. „Vor allem für ältere Menschen, die nicht sehr gut zu Fuß sind, ist der Weg zu uns zu beschwerlich“, weiß Anne Schneider-Müller, Geschäftsführerin der Ludwigstafel. Um diese Menschen dennoch zu erreichen, hat sich die Tafel gemeinsam mit dem Kreisdiakonieverband etwas ausgedacht: eine rollende Tafel.

„Die Idee ist, dass die Kunden bei uns eine Bestellung aufgeben, die wir dann zu den Kunden vor die Haustür fahren“, sagt Schneider-Müller. Das Personal dafür, so sieht es die Konzeption vor, stellt die Diakonie, die Logistik kommt von der Tafel. „Wir werden dafür ein kleines Auto anschaffen, das keine Aufschrift hat.“ So wollen die Initiatoren eine Stigmatisierung der Kunden in ihrem Wohnumfeld vermeiden. Wenn alles klappt, wird das Angebot in diesem Frühjahr an den Start gehen.

Trotz Coronakrise hat die Ludwigstafel ihren Laden in der Saarstraße, Ecke Siegesstraße, täglich geöffnet. Der Tafelladen in Grünbühl hingegen ist geschlossen, der Laden in Eglosheim statt wie üblich an zwei Tagen nur noch an einem Tag die Woche geöffnet, der Laden in Kornwestheim an zwei Tagen pro Woche. „Wir haben einige Ehrenamtliche verloren“, sagt Anne Schneider-Müller. Denn viele zählten aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe. „Das ist auch gut so, dass diese Ehrenamtlichen jetzt pausieren.“ Erfreulicherweise hätten sich aber auch neue Freiwillige zur Mitarbeit gemeldet. Und mache 80-Jährigen seien auch schon geimpft.

Auch bei der Tafel wird streng auf die Einhaltung der Hygieneregeln geachtet. Wie in einem normalen Supermarkt kommt niemand ohne medizinische Maske in den Markt. „Wenn jemand keine hat, oder wenn wir sehen, dass die Maske schon etwas getragen aussieht, bekommt er eine neue von uns.“ Zeitgleich dürfen nur maximal drei Kunden einkaufen, und im Einbahnstraßenweg durch den Laden gibt es kein Zurück. Seit vergangener Woche wird zudem bei jedem Mitarbeiter die Temperatur gemessen. „Das machen alle ganz toll mit“, sagt Schneider-Müller und meint damit sowohl die Ehrenamtlichen als auch die Kunden. Drei Luftfilter sorgen zudem für mehr Schutz. „Wir sind froh, dass wir das alles so hinbekommen, und dass die Kunden das auch wertschätzen.“

Denn das Angebot der Tafel, Lebensmittel für den täglichen Verbrauch zu sehr günstigen Preisen einkaufen zu können, ist in der Coronakrise noch wichtiger geworden. Das Geld ist knapper geworden bei den Verbrauchern, nicht mehr alle kommen mit dem aus, was sie zur Verfügung haben. Um schnell zu helfen, kann „bis Ende April jeder zu uns kommen, der sagt, dass er bedürftig ist“. Ein spezieller Bedürftigkeitsnachweis wie sonst üblich wird nicht eingefordert. Denn die Wohlfahrtsverbände wie zum Beispiel Caritas oder Diakonie können derzeit nicht so viele Beratungsgespräche anbieten. Normalerweise benötigt man zum Einkaufen in der Tafel einen Tafelausweis. „Auch mit einem abgelaufenen Ausweis kann man momentan bei uns einkaufen“, so Schneider-Müller.

Als positiv in der Krise beschreibt die Tafel-Geschäftsführerin die Solidarität, die der Tafel entgegengebracht wird. „Wir haben viele Spenden bekommen“, sagt sie. Insbesondere ein Automobilhersteller habe im vergangenen Jahr monatlich Lebensmittel gespendet. Deshalb startet die Tafel ab 22. Februar eine Gutscheinaktion: „Jeder Kunde bekommt vier Gutscheinkarten im Wert von je fünf Euro, die auf den Einkauf angerechnet werden können.“

Info: Der Laden der Ludwigstafel befindet sich in der Saarstraße 25. Öffnungszeiten sind Montag und Donnerstag von 13.30 bis 17 Uhr sowie Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10.30 bis 15.30 Uhr. Mehr unter www.ludwigstafel.de.

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