Logo

Energiehelden

Infos rund ums Thema Heizen

Wettbewerb-Teilnehmer besuchen Holzheizkraftwerk – So klappt es mit dem Wohlfühlklima zu Hause

So funktioniert also ein Holzheizkraftwerk – die Energiehelden hören Steffen Geyer von den Stadtwerken gebannt zu. Foto: Holm Wolschendorf
So funktioniert also ein Holzheizkraftwerk – die Energiehelden hören Steffen Geyer von den Stadtwerken gebannt zu. Foto: Holm Wolschendorf

Sechs Wochen nach dem offiziellen Startschuss des Wettbewerbs „Nachhaltigkeit (ba)rockt!“ haben sich die Energiehelden 2020 wieder getroffen. Diesmal im Holzheizkraftwerk in der Eisenbahnstraße zum Thema „richtig heizen und lüften“. Zunächst haben alle Teilnehmenden sich noch einmal kurz vorgestellt, damit auch die Familienmitglieder, die beim ersten Treffen nicht dabei waren, wissen, mit wem sie es in den nächsten Monaten zu tun haben werden. „Bereits hier hat sich gezeigt, dass der persönliche Austausch wichtig ist“, stellt Anna Hoeffler fest, Projektleitung bei der Stadt Ludwigsburg. So wurden Fragen über die Haltbarkeit von Akkus bei Pedelecs in Abhängigkeit von der Aufbewahrung genauso diskutiert wie Tipps zu Upcycling-Cafés oder Tauschnetzwerken.

Beim Vortrag von Sven Roth von der Ludwigsburger Energieagentur LEA gab es viele Fachinformationen rund ums Heizen: die Funktionsweise von Heizanlagen, Vor- und Rücklauftemperaturen, Einstellmöglichkeiten bei Thermostatventilen und richtiges Lüften sind nur einige Themen, die erklärt wurden. Die Anwesenden konnten dazu ihren persönlichen Hintergrund betrachten und Fragen stellen.

Im Alltag geht es vor allem um das Wohlfühlklima im eigenen Zuhause: Wie ist die Luftfeuchtigkeit daheim und wann muss diese durch Stoßlüften reduziert werden? Wie entsteht Schimmel eigentlich genau? Welche Zimmertemperatur brauche ich in welchem Raum? Während es in der Küche auch nur 18 Grad haben darf, ist der Wärmebedarf im Wohnzimmer deutlich höher. Aber auch hier spielt das individuelle Empfinden eine wesentliche Rolle. Während der eine Energieheld im Oktober noch überhaupt nicht geheizt hat, haben andere Haushalte auch im Oktober bereits einen deutlichen Energieverbrauch zu verzeichnen.

Das Holzheizkraftwerk Ludwigsburg ist übrigens eines der größten in Baden-Württemberg und wurde im Anschluss auch besichtigt. Über sieben Jahre nach Inbetriebnahme hat die Anlage im Jahr 2017 rund 75 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt, aktuellere Zahlen lagen nicht vor. „Mit der hochmodernen Energieerzeugungsanlage haben wir bis zu diesem Zeitpunkt rund 126.000 Tonnen CO eingespart – und damit die Energiewende vor Ort intensiv vorangetrieben“, erklärt Steffen Geyer von der SWLB. Die CO-Ersparnis entspricht zum Zeitpunkt im Jahr 2017 rund 54 Millionen Litern Benzin, die nicht eingesetzt wurden – ein Pkw könnte damit circa 13.500 Mal die Erde umrunden. Das HHKW erzeugt jährlich rund 10 Millionen kWh Strom und etwa 48 Millionen kWh Wärme aus Biomasse in Kraft-Wärme-Kopplung klimaneutral aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Das HHKW besteht im Wesentlichen aus einer Holzfeuerungsanlage mit einer Gesamtfeuerungswärmeleistung von 14,6 Megawatt und basiert auf einer ORC-Anlage (Organic-Rankine Cycle), ein Verfahren für den Betrieb von Dampfturbinen ohne Wasserdampf. Die erzeugte Wärme wird ins Fernwärmenetz des Wärmeverbundes in der Stadt Ludwigsburg abgegeben. Das HHKW deckt circa 75 Prozent des benötigten Wärmebedarfs der Fernwärmeversorgung im Verbundnetz der Innenstadt.

Im Nachgang zu dem Termin am Samstag erhält jeder teilnehmende Haushalt Besuch von der Ludwigsburger Energieagentur zu einem individuellen Energieeinsparcheck. Hier können sie bauliche Fragen stellen, aber auch ihren Energie- und Wasserkonsum der letzten Jahre unter die Lupe nehmen lassen. Auch die Möglichkeit des Stromsparens durch das Ausschalten von Geräten im Stand-by-Betrieb wird ein wesentlicher Bestandteil der Begehungen sein.

Es hat sich gezeigt, dass alle Teilnehmer des Wettbewerbs bereits gute Vorbilder für einen nachhaltigen Lebensstil sind und teilweise bereits an tollen eigenen Projekten im Thema Nachhaltigkeit und ökologischer Fußabdruck mitwirken. Aber alle haben sich fest vorgenommen, noch ein wenig besser zu werden.

Info: Weitere Eindrücke finden Sie hier: www.ludwigsburg.de/energiehelden