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Jochen Eisele soll MTV-Chef werden

Mitgliederversammlung entscheidet über den neuen Vorsitzenden am 27. März

Neujahrsempfang beim MTV mit Martin Walter (Präsident Volleyballverband), dem OB und ehemaligen Vorsitzenden Matthias Knecht sowie Franz Weckesser, stellvertretender Vorsitzender (v.l.).Foto: Andreas Becker
Neujahrsempfang beim MTV mit Martin Walter (Präsident Volleyballverband), dem OB und ehemaligen Vorsitzenden Matthias Knecht sowie Franz Weckesser, stellvertretender Vorsitzender (v.l.). Foto: Andreas Becker
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Foto: privat

Nachdem der neue Oberbürgermeister Matthias Knecht im vergangenen September sein Amt als MTV-Vorsitzender niedergelegt hatte, suchte der größte Ludwigsburger Sportverein anschließend einen Nachfolger für den vakanten Chefposten – und ist nun fündig geworden, wie der stellvertretende Vorsitzende Martin Weckesser beim gestrigen Neujahrsempfang im MTV-Bewegungszentrum in der Bebenhäuser Straße bekanntgab: Laut Weckesser wird sich Jochen Eisele, FDP-Stadtrat, bei der Mitgliederversammlung am 27. März zur Wahl stellen.

„In eine erfolgreiche Zukunft“

Der 52-Jährige, der eine Physiotherapie-Praxis betreibt, war nicht beim Neujahrsempfang anwesend, weil er am Samstag die Niederlage der deutschen Nationalmannschaft bei der Handball-EM gegen Kroatien in der Wiener Stadthalle verfolgt hatte. Nach Weckessers Darstellung ist die Personalie aber in trockenen Tüchern. „Wir hoffen, dass Jochen Eisele am 27. März breite Unterstützung erhält und wir den Verein mit ihm in eine erfolgreiche Zukunft führen.“

Sollten die Wahlberechtigten Eisele tatsächlich ihr Vertrauen schenken, wartet jede Menge Arbeit auf den Vorsitzenden in spe. Immerhin würde er die Führung eines Vereins übernehmen, der nach Weckessers Angaben momentan rund 8400 reguläre Mitglieder hat. Hinzu kamen im vergangenen Jahr 900 Reha-Sportler und 700 Kurzzeit-Mitglieder in diversen Kursen. „Insgesamt haben wir 2019 etwa 10.000 Menschen betreut“, berichtete Weckesser.

Zudem wird sich Eisele mit den Folgen der 2019 erfolgten Fusion mit der SpVgg 07 Ludwigsburg befassen müssen. Denn mit der Verschmelzung übernahm der MTV nicht nur 600 Mitglieder und die drei neuen Abteilungen Fußball, Roller Derby und Boxen. „Es kamen auch die Verschmelzungskosten von 100.000 Euro dazu, weitere 40.000 Euro stehen im Raum“, so Weckesser. Bereits nach der Fusion mit dem SC Ludwigsburg vor drei Jahren waren Verbindlichkeiten in Höhe von 100.000 Euro aufgelaufen.

Zudem übernahm der MTV nach dem Zusammenschluss mit der SpVgg 07 diverse Sportstätten und Liegenschaften und ist laut Weckesser nun mit sechs Gebäuden im Vereinsbesitz, darunter zwei Gastronomiebetriebe, „fast schon zum Großgrundbesitzer“ geworden. Dies ist auch mit Blick auf die Zukunft des Sportparks Ost von Bedeutung. Im Zuge der Erschließung des Neubaugebiets Fuchshof muss das Beachvolleyballfeld verlegt werden, die Sporthalle Ost soll 2023 in Betrieb gehen – da besteht noch reichlich Abstimmungsbedarf.

Neben der Verwaltung der Liegenschaften nannte Weckesser die Integration der neuen Abteilungen, den Ausbau des Yoga- und Entspannungsbereichs, Inklusions- sowie Ferienangebote für Kinder und die Unterstützung bei der Ausrichtung des Landesturnfests im März als Herausforderungen für 2020.

Oberbürgermeister Knecht blickte vor zahlreichen Vereinsmitgliedern und prominenten Gästen noch einmal auf das vergangene Jahr zurück und rechtfertigte seine Entscheidung, den MTV-Vereinsvorsitz nach gerade mal zweieinhalb Jahren niedergelegt zu haben – auch wenn er Verständnis dafür habe, dass manch einer nicht gerade begeistert gewesen sei. Auch im Vorstand habe man gerungen und gestritten, „aber es war der richtige Schritt“.

Im Zentrum des Sportpark Ost

Bei der Entwicklung des Sportparks Ost seien komplexe Entscheidungen zu treffen, meinte der OB. Die Interessen des Sports müssten dabei mit unterschiedlichen Aspekten wie Wohnen, Mobilität, Umweltschutz, Grünflächen oder Naherholung in Einklang gebracht werden. Bei möglichen Eingriffen in das Areal, etwa dem Bau eines zentralen Parkhaus für das neue Wohngebiet, werde die Stadt auf jeden Fall Ausgleichsmaßnahmen für den Sport auf den Weg bringen.

Eine gute Nachricht überbrachte zum Ausklang des Neujahrsempfangs Martin Walter, der Präsident des württembergischen Volleyball-Landesverbands. Er gab bekannt, dass der Landesverband in Ludwigsburg einen Talentstützpunkt für die männliche Jugend in Betrieb nimmt. Vor Ort werde man eng mit dem MTV zusammenarbeiten, „damit wir in Ludwigsburg künftig noch mehr Volleyballtalente hervorbringen“.

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