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Bahnhof

Jugendgemeinderat wird aktiv

Der Bahnhof ist nach wie vor kein Ort zum Wohlfühlen, das sieht auch der Jugendgemeinderat so und will aktiv werden. Umfragen bei Passanten sind bereits angelaufen, erste Ergebnisse liegen vor. Öffentlich darüber reden wollen die Jugendgemeinderäte aber nicht.

Der Bahnhof gehört nicht zu Ludwigsburgs schönsten Orten. Vor allem die Gaststätte (rechts) ist vielen ein Dorn im Auge. Archivfoto: Ramona Theiss
Der Bahnhof gehört nicht zu Ludwigsburgs schönsten Orten. Vor allem die Gaststätte (rechts) ist vielen ein Dorn im Auge. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Weil vor allem Jugendgemeinderätinnen immer wieder berichtet haben, dass sie sich am Bahnhof unsicher fühlen, hat das Gremium vor etwa einem halben Jahr den Arbeitskreis Umfrage Bahnhof gegründet. „Uns war es wichtig, das Thema in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen“, sagte Vithusan Vijayakumar am Dienstag bei der Sitzung des Jugendgemeinderats. Um eine Einschätzung davon zu erhalten, was andere Passanten vom Bahnhof halten, führten die Jugendlichen an einem Tag in den Osterferien eine Umfrage durch. Außerdem waren sie gestern und sind heute für eine zweite Runde am Bahnhof.

Erste Umfrageergebnisse sollten gestern im öffentlichen Teil der Sitzung präsentiert werden – so stand es zumindest auf der Tagesordnung. Doch außer der Anzahl der Passanten wurde nichts genannt. Das werde nur im nicht öffentlichen Teil der Sitzung besprochen, hieß es. Warum dieser Schritt, so gestern die Anfrage unserer Zeitung im Rathaus. „Es ist nicht klug, ein Zwischenergebnis zu veröffentlichen, bevor die zweite Umfragerunde beendet ist“, erklärte Hannah Junginger von der Geschäftsstelle Jugendgemeinderat.

Sitzungen wie im Gemeinderat

Im nicht öffentlichen Teil habe man erste Tendenzen angesprochen, die sich durch die zweite Umfrage jedoch noch ändern könnten. Man orientiere sich beim Vorgehen an den Sitzungen der Stadträte im Gemeinderat, wo auch vieles zuerst intern besprochen werde.

„Oft sind die Dinge, die wir im Jugendgemeinderat nicht öffentlich besprechen, dann bei der nächsten Sitzung öffentlich“, so Hannah Junginger. Öffentlichkeit sei der Geschäftsstelle durchaus wichtig. Ab und zu würden Jugendliche zum Zuhören kommen. „Doch etwas mehr Aufmerksamkeit wäre definitiv wünschenswert“, sagte Junginger.

Jugendliche waren am Dienstagabend zwar nicht in den Zuhörerrängen, dafür kam Oberbürgermeister Werner Spec vorbei, um die Jugendlichen aus seiner Sicht über den aktuellen Stand zum Bahnhof zu informieren. Bisher sei schon einiges in Angriff genommen worden. Die Unterführung habe bessere Beläge bekommen und es sei sauberer geworden. Doch gebe es noch einiges zu tun. So solle etwa eine zweite Bahnhofsunterführung geschaffen werden, um die Menschenmassen, wenn zwei Bahnen ankommen, zu verteilen. Außerdem seien weitere Fahrradständer am Westportal geplant. Wie bereits berichtet soll der Zentrale Omnibusbahnhof außerdem ab 2020 umgestaltet werden. „Bei den Planungen dürft ihr gerne eure Erfahrungen einbringen“, sagte Spec. Außerdem sei die Stadtverwaltung in Verhandlungen mit dem Unternehmen Dibag, dem das Bahnhofsgebäude gehört. Es geht dabei um die Gaststätte zwischen den beiden Eingängen im Osten, die zum unsicheren Gefühl vieler Pendler beitrage. „Wir wollen die Probleme dort zeitnah verbessern und schauen gemeinsam mit der Dibag, dass der Pachtvertrag mit der Gaststätte nicht verlängert wird“, sagte Spec. Nach Informationen unserer Zeitungen arbeitet die zuständige Regionalleitung der Dibag bereits seit Längerem daran, nach dem Auslaufen des Mietvertrags für die Kneipe eine andere Nutzung zu finden.

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