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Zukunftsvision

Jugendliche wünschen sich nachhaltige Stadt

Umfrage des Jugendgemeinderats zur Zukunft der Stadt – 82 Teilnehmer zwischen 14 und 20 Jahren – Vor allem Nachhaltigkeit und Klimaschutz genannt

Jugendliche
Foto: anatoliycherkas/stock.adobe

Ludwigsburg. Eigentlich wollte die Stadt anlässlich ihres Trialogsommers mit Jugendlichen ins Gespräch kommen. Doch das Jugendzukunftsgespräch wurde wegen zu geringen Anmeldungen abgesagt (wir berichteten). Um die Stimmung der Jugend in der Stadt einzufangen, hatte der Jugendgemeinderat im Voraus zu dem geplanten Gespräch eine Umfrage mit dem Titel „Ludwigsburg heute – Ludwigsburg morgen“ gestartet. 82 Jugendliche haben teilgenommen, die Ergebnisse der Umfrage wurden nun in der Sitzung des Jugendgemeinderats vorgestellt.

Demnach gefällt es dem Großteil der Jugendlichen in Ludwigsburg: 62 Teilnehmer gaben an, sich in der Stadt wohl oder sogar sehr wohl zu fühlen. Sehr unwohl oder unwohl fühlen sich acht Jugendliche. Auf die Frage „Was gefällt dir an Ludwigsburg?“ wurden die Parks und Plätze am häufigsten genannt. Auch die guten Einkaufsmöglichkeiten wurden mehrmals genannt. Außerdem gefallen den Jugendlichen, dass Ludwigsburg gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist, und die Freizeitmöglichkeiten.

Verkehr beschäftigt die Jugendlichen

Gleichzeitig bemängelten viele, dass es an Treffpunkten fehle. Auch Angebote für das Nachtleben, also Bars, Clubs und Diskotheken, vermissen die Jugendlichen. „Die Jugendlichen wollen nicht nach Stuttgart zum Feiern, sondern das hier vor Ort tun“, so Jugendgemeinderätin Annie Steinecke. Die anderen Punkte, die die Jugendlichen gerne verbessert sehen würden, drehen sich um das Oberthema Verkehr. Am häufigsten genannt wurden in diesem Zusammenhang die Fahrradwege und der Bahnhof. Außerdem wünschen sich die Jugendlichen mehr Grün in der Innenstadt sowie weniger Lärmbelästigung durch den Verkehr. „An vielen dieser Punkte sind wir schon dran“, so Annie Steinecke. Der Jugendgemeinderat habe bereits die Themen Bahnhof und Treffpunkte auf dem Schirm und dafür bereits einen eigenen Arbeitskreis.

Der Bahnhof ist auch der Platz in der Innenstadt, an dem die Jugendlichen laut der Umfrage am wenigsten Zeit verbringen. Nur acht Teilnehmer nannten ihn als Aufenthaltsort. Am häufigsten wurden die Einkaufscenter Wilhelmgalerie (57 Nennungen) und Marstallcenter (49) genannt, gefolgt von Marktplatz (41) und Bärenwiese (40). Weniger beliebt sind auch der Akademiehof (22) und der Rathausplatz (18).

Nach der Bestandsaufnahme ging es in der Umfrage um die Stadt der Zukunft. Bei den Antworten zur Frage „Wie stellst du dir Ludwigsburg in der Zukunft vor?“ spielte die Nachhaltigkeit die größte Rolle. „Die Mobilität ist nachhaltig“ wurde dabei am häufigsten genannt, außerdem die Stichworte umweltfreundlich und klimaneutral. Die Schulen sollen digital gut ausgestattet sein, außerdem soll es vielfältige Freizeitangebote geben. Außerdem ein Wunsch der Jugendlichen: Die Stadt soll modern sein – in der technischen Ausstattung, aber auch hinsichtlich der Architektur.

Gefragt nach ihrer Zukunftsvision für die Stadt gaben die meisten Jugendlichen an, dass sie sich grüne Plätze zum Wohlfühlen und Entspannen (45) wünschen. Auch die Punkte sichere Fahrradwege (30), eine bis auf wenige Zugänge autofreie Innenstadt (26), weniger Verpackungsmüll (24), eine einfache und schnelle Fortbewegung im ÖPNV (21), erneuerbare Energien (21), der Wunsch nach vielfältiger nachhaltiger Mobilität (15) sowie vertikal begrünte Gebäude (12) sprechen dafür, dass sich die Jugendlichen vor allem eine nachhaltige Stadt der Zukunft wünschen.

Hingegen wünschen sich 16Umfrageteilnehmer auch in Zukunft gute Bedingungen für den Autoverkehr, etwa ausreichend Parkplätze. Häufig wurde zudem genannt, dass ausreichend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung stehen (40) und an den Schulen die Vorteile des digitalen Lernens einbezogen werden soll (36). Ein vielfältiges Angebot an Gastronomie und Einzelhandel wünschen sich in der Zukunft 22Jugendliche. Weniger oft wurde ein vielfältiges Nachtleben (15), eine diverse Stadtgesellschaft (12), Barrierefreiheit (7) und viel soziales Engagement (5) genannt.

Auch zur Wohnform der Zukunft wurden die Jugendlichen befragt. Die Mehrheit (32) sprach sich dabei für das Einfamilienhaus aus. Das Mehrfamilienhaus halten 14Teilnehmer als die Wohnform der Zukunft, das Tiny House, also ein Haus mit maximal 90Quadratmeter Wohnfläche, bekam vier Stimmen. Drei Jugendliche stimmten für das Hochhaus. 22 Teilnehmer gaben an, sich über dieses Thema noch keine Gedanken zu machen. Steve Bellmann zweifelte an, ob die Teilnehmer sich bei der Frage auf die Gesellschaft als Ganzes bezogen haben. „Das Ergebnis sieht eher nach dem Wunsch des Einzelnen aus“, so Bellmann.

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