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LKZ-Podium

Kandidaten im Wahlkampf-Endspurt

Fünf Tage vor der Oberbürgermeisterwahl haben sich erneut alle fünf Bewerber bei der zweiten Podiumsveranstaltung unserer Zeitung präsentiert. Die Diskussionsrunde verfolgten mehr als 450 Zuschauer im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse. Weitere nutzten die Liveübertragung im Internet.

Werner Spec und sein Herausforderer Matthias Knecht (zweiter von rechts) stellen sich den Fragen der Moderatoren Peter Maier-Stein (links) und Hans-Peter Jans.Fotos: Holm Wolschendorf
Werner Spec und sein Herausforderer Matthias Knecht (zweiter von rechts) stellen sich den Fragen der Moderatoren Peter Maier-Stein (links) und Hans-Peter Jans. Foto: Holm Wolschendorf
Gespannte Aufmerksamkeit bei den Zuschauern im klimatisierten Louis-Bührer-Saal.
Gespannte Aufmerksamkeit bei den Zuschauern im klimatisierten Louis-Bührer-Saal.
Antworten in 30 Sekunden: Schnelle Fragerunde mit Redakteurin Julia Essich-Föll.
Antworten in 30 Sekunden: Schnelle Fragerunde mit Redakteurin Julia Essich-Föll.

Ludwigsburg. Kurze Fragen, kurze Antworten – das war das Motto der ersten Runde: Amtsinhaber Werner Spec, von den Freien Wählern unterstützt, und Herausforderer Matthias Knecht, Kandidat von CDU, SPD und Grünen, stellten sich am Stehtisch den Fragen von LKZ-Redakteurin Julia Essich-Föll. Das Besondere: Die Stoppuhr lief. Jeder Kandidat hatte exakt 30 Sekunden Zeit, um zu antworten.

Gestrigen Livestream zur Podiumsdiskussion ansehen

Wird es eine Stadtbahn-Verbindung ins Schlösslesfeld und nach Oßweil geben? Mit Werner Spec sollen die Oßweiler nicht 30 Jahre auf eine Anbindung warten, sein „Niederflursystem auf Rädern“, wie er den BRT-Bus nennt, komme schneller. „Ich stehe zur Doppelstrategie“, sagte dagegen Matthias Knecht. Einen Stadtbahn-Ast ins Schlösslesfeld „müsse man abwägen“.

Kontroverser wurde es schnell beim Thema Radwege. „Wir müssen besser werden“, so Knecht und forderte „sichere Verbindungen ins Bildungszentrum West“. „Wir werden mit mehr Schub bauen“, versprach hingegen Spec und stellte Radschnellwege und den zügigen Ausbau von weiteren zehn Routen in Aussicht. Knecht erhob Einspruch. „Nicht zufriedenstellend“ sei der bisherige Fortschritt, die Marbacher Straße dürfe nicht als Feigenblatt für Versäumnisse an anderer Stelle benutzt werden.

Einig waren sich beide Kandidaten bei der Rockfabrik, der das Aus droht, und die Knecht „ein unverzichtbares Kulturgut nannte“. Er habe bereits mit dem Betreiber gesprochen, der alles für den Erhalt tue. Spec hingegen sieht sich einen Schritt weiter, hat ebenfalls bereits etwas für den Fortbestand der Rockfabrik unternommen: „Der Eigentümer ist gesprächsbereit“, verkündete er.

Zur vertieften Diskussion ging es dann aufs Podium, wo der stellvertretende LKZ-Chefredakteur und Leiter der Stadtredaktion Peter Maier-Stein gemeinsam mit seinem Stellvertreter Hans-Peter Jans viele Fragen an die Kontrahenten hatten. „Zukunft braucht ein besseres Klima“, verkündete Matthias Knecht seinen neuen Slogan. Er wolle als „Macher im Miteinander“ das soziale Klima in der Stadt verbessern und sich gleichzeitig auf allen Ebenen um den Klimaschutz kümmern. Werner Spec hielt dagegen: „Wir haben das Thema Klimawandel nicht erst mit der Fridays-for-Future-Bewegung entdeckt.“ Für die anstehenden Herausforderungen, wie die Umstellung auf klimaneutrale Technologien im Verkehrs- und Gebäudesektor sei seine „enorme Kompetenz“ erforderlich. Gefragt nach den Mega-Themen der Zukunft nannte Knecht Bildung und Spec die Digitalisierung.

245 Krippenplätze und mehr als 500 Kindergartenplätze fehlen in den nächsten Jahren. Wie wollen die Kandidaten darauf reagieren? Knecht will das Arbeitsumfeld der Fachkräfte verbessern und Vereine und das Ehrenamt stärker einbinden. Für Eltern wünscht er sich bessere Information über die Angebote.

„Wir wollen den tollen Weg weiter fortsetzen“, sagte Spec. Man plane bereits fünf neue Kinder- und Familienzentren, wolle sämtliche tarifliche Anreize für die Fachkräfte ausschöpfen und gegebenenfalls auch Wohnraum anbieten, um Erzieherinnen zu gewinnen.

Wie kann die künftige Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat nach den letzten großen Spannungen, zuletzt durch eine E-Mail von Spec an seine Unterstützer verschärft, funktionieren? Dieser Frage wich Spec zunächst aus, antwortete dann aber ganz klar: „Ganz genau wie in den vergangenen 16 Jahren: Mit der Macht der Vernunft wird es gelingen.“ Machen Sie sich zum Knecht von drei Parteien? Diese kritische Frage ging an Knecht. „Ich sehe diese Gefahr überhaupt nicht. Ich bin nicht Oberbürgermeister dieser drei Parteien. Ich habe meinen eigenen Kopf.“

Die Moderatoren sowie Zuschauer und Leser hatten aber nicht nur Fragen an die zwei Hauptkontrahenten. Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es mit allen fünf Bewerbern auf dem Podium weiter. Zunächst durften die Kandidaten erklären, wie sie sich mit ihren Zielen und Programmen von ihren politischen Gegnern unterscheiden.

Soll Ludwigsburg Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern werden? Diese und weitere Fragen stand im Fokus der folgenden Diskussion. In dem Zusammenhang wurden die unterschiedlichen Vorstellungen zur Wohnraumpolitik deutlich. Auch über Verkehr und Radwege sowie über mögliche Bürgerentscheide wurde kontrovers debattiert.

Info: Lesen Sie mehr über das LKZ-Podium zur OB-Wahl in unserer morgigen Ausgabe!

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