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Winzerfest

Keine Änderungen bei der Sperrstunde der Keller

Das Winzerfest hat jetzt im Gemeinderat für Diskussionen gesorgt: Ist ein formeller Beschluss über die Musikzeiten in den Kellern erfolgt oder nicht? Darüber gab es im Gremium unterschiedliche Auffassungen.

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Gehören zum Winzerfest ebenfalls dazu: die Trauben-Leuchten. Archivfoto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Die Bewirtschaftung des Fasskellers übernimmt beim diesjährigen Winzerfest der Hirsch-Gastwirt Bernhard Kobar mit seinem Team. „Es gibt nur diesen einen Bewerber und es spricht nichts dagegen, ihm zuzusagen“, informierte Bürgermeister Steffen Bühler den Gemeinderat am Dienstagabend. Wie berichtet, hat der Neckar-Enz-Verein, der den Fasskeller seit 2011 beim Winzerfest bewirtschaftet hat, kein Interesse mehr an dieser Aufgabe. Als Grund nannten die Verantwortlichen die Auflagen, vor allem die 2015 eingeführte Sperrstunde. Aus dem gleichen Grund gibt auch Wolfgang Harsch die Bewirtschaftung des „Glück-auf-Kellers“ beim Dekanatsamt auf.

FWV-Stadtrat Walter Zeyhle erkundigte sich bei Bühler nach der Online-Petition, die Kobar zum Erhalt der Kellertradition und gegen ein Aus für die Musik um Mitternacht gestartet hatte. Bühler sagte, dass er auf die Petition geantwortet habe, dass das Thema Öffnungszeiten in diesem Jahr nicht mehr angegangen werde. Denn der Verwaltungsausschuss habe im Januar beschlossen, die vor zwei Jahren getroffenen Beschlüsse bezüglich Sperrstunde und Musikende beizubehalten. „Ich sehe es nicht als Beschluss des Verwaltungsausschusses“, widersprach CDU-Stadtrat Achim Schober dem Schultes. Der konterte: „Das ist Ihre Sicht der Dinge. Aber es wurde beschlossen, auch wenn einige von Ihnen jetzt nichts mehr davon wissen wollen.“ Schober beharrte darauf, es habe weder in der Beschlussvorlage noch im Protokoll gestanden, dass um Mitternacht mit der Musik in den Kellern Schluss sein müsse. Unterstützung erhielt Schober von SPD-Stadtrat Christian Herbst, der ebenfalls sagte, es sei kein formeller Beschluss erfolgt.

Die einzelnen Punkte seien unter den bereits über zehn Beschlussvorschlägen zusammengefasst gewesen, wies Bühler auf die Unterlagen hin. Helmut Fischer (BMU) gab Bühler recht, man habe über die 2015 gefassten Regelungen diskutiert und beschlossen, diese beizubehalten.

Ein Blick in die Unterlagen des damaligen Verwaltungsausschusses zeigt, dass bei der Begründung der Beschlussvorschläge unter Punkt „VIII. Musikalische Unterhaltung“ steht, dass in den Kellern die Musik ab 24 Uhr so zurückzunehmen sei, dass sie außerhalb des Kellers nicht mehr gehört werden könne. Die Programmgestaltung und Regelungen zur Sperrstunde wurden dann im Ganzen beschlossen. Die Unterzeichner der Petition bemängeln, dass die Regelungen das Aus für die Kellerszene bedeuteten. Denn mit Ausnahme des gut gedämmten Fasskellers treffe das frühe Musik-Aus um Mitternacht jeden Keller. Die meisten Besucher kämen jedoch erst ab 23 Uhr in die Keller, so dass sich die Bewirtschaftung nicht mehr lohne.

Es wird befürchtet, dass die Kellerszene, die wie der Wein und der Umzug zum Winzerfest gehört, mit dieser Regelung stirbt.