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Energiehelden

Kleinerer Fußabdruck ist das große Ziel

Die Energiehelden sind wieder am Start: Neun Familien und Paare, sogar eine ganzer Seminarkurs werden über neun Monate versuchen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Der jüngste Teilnehmer ist 13 Monate, der älteste knapp 70 Jahre alt. Mehr als 50 Ludwigsburger sind dabei.

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Foto: privat

Zum zweiten Mal lobt die Stadt Ludwigsburg den Wettbewerb „Nachhaltigkeit barockt“ aus. Dieses Jahr ohne Fördermittel aus europäischen Finanztöpfen. Die Teilnehmer sind an vielen Ecken gefordert. Sie sollen weniger Müll produzieren und bewusster einkaufen, den Verbrauch von Heizenergie, Strom und Wasser senken, auf Bus und Fahrrad umsteigen oder zu Fuß gehen und so das Auto öfter stehen lassen.

Im Laufe dieser Woche war Stichtag. Da wurden alle Zählerstände abgelesen, Verpackungs- und Restmüll gewogen, die Werte in eine Tabelle eingetragen und ein Fahrtenbuch angelegt. Ab jetzt gilt’s. Es wird ab sofort über alles monatlich akribisch Buch geführt.

Alle Daten werden dokumentiert und an die Stabstelle Klima, Energie und Europa weiter gegeben. Das Team von Anna Hoeffler berechnet regelmäßig einen Pro-Kopf-Wert und vergibt Punkte. Es gibt eine Note für den Anfangswert und eine für die monatliche Verbesserung. In der Summe zeigt sich, wie sich der individuelle ökologische Fußabdruck verändert. „Eine hundertprozentige Gerechtigkeit wird es nicht geben“, meint Hoeffler. Nicht jede Ausgangslage sei gleich, nicht alle möglichen Faktoren könnten berücksichtigt werden.

Als Startset bekamen die Haushalte einen wieder verwendbaren Sack und eine Digitalwaage, zum Abwiegen der Abfälle. Außerdem erhielten sie eine Box der Stadtwerke mit einer abschaltbaren Steckerleiste und ein Aufsatz für den Wasserhahn. Und sie hatten die Wahl: einen Zuschuss über 150 Euro für ein Drei-Monats-Ticket des VVS, drei Monate gratis Probefahren eines Pedelecs oder einen Zuschuss von ebenfalls 150 Euro beim Kauf eines solchen Stromers.

Das Programm in den nächsten Monaten ist abwechslungsreich. Sechs Treffen sind angesetzt, in denen Experten Vorträge halten und mit denen sich die Teilnehmer austauschen können. Themen werden sein: Die Ursachen und Folgen des Klimawandels, wie wichtig richtiges Heizen und Lüften für das Raumklima ist und wie so gespart werden kann. Fachleute geben Tipps zum Energiesparen allgemein, wie Abfall vermieden und weniger Wasser verbraucht wird, ohne dass die Hygiene leidet. Weiter geht es mit Informationen, wie Konsum und Mobilität nachhaltiger gestaltet werden können. Schon beim ersten Zusammentreffen wurde mit hochkarätigen Referenten diskutiert: Janis Ennen von der EnBW, Sophia Henninger von der Jugendinitiative der Nachhaltigkeitsstrategie Baden Württemberg und Steffen Braun vom Faunhofer Institut.

Bei aller Theorie soll auch die Praxis nicht zu kurz kommen. Deshalb sind auch Exkursionen geplant. Es geht ins Ludwigsburger Holzheizkraftwerk, der Wasserturm im Salonwald wird bestiegen, der Wochenmarkt und ein Biobauernhof wird besucht. Außerdem schaut im Lauf der Zeit reihum jemand von der Ludwigsburger Energieagentur (LEA) vorbei und entlarvt heimliche Energiefresserchen.

„Jeder von uns muss sich fragen, was er persönlich zum Klimaschutz beitragen kann“, begrüßte Bürgermeisterin Gabriele Nießen die Energiehelden. Für den Termin hatte sie sich richtig viel Zeit genommen. Das Thema sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen, müsse auf- und ernst genommen werden. „Sie sind Vorbild und regen zum Nachdenken und Nachahmen an“. Lobte sie Das Erkennen von Mehrwert und Vorteilen sei überzeugender als der erhobene Zeigefinger.

„Besonders wertvoll ist der Austausch der Teilnehmenden untereinander“, beobachtete Hoeffler schon beim letzten Mal. Vor einem Jahr konnten sich alle Haushalte stark verbessern. Dabei sporne der Wettbewerbscharakter an. Einige seien beim Foodsharing oder bei der Radinitiative eingestiegen und engagierten sich weiterhin stark. Etwa die Hälfte habe ein Pedelec gekauft und nutzten es als Alternative zum Auto.

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