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Start-up-Szene

Kreativ und geschäftstüchtig

Auf der Messe Innolution Valley präsentieren junge Gründer ihre Ideen – Dialog mit Unternehmen

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Umfangreiches Programm und zahlreiche Info-Stände: Von der Start-up-Messe Innolution Valley sollen viele Impulse ausgehen. Fotos: Holm Wolschendorf
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Ludwigsburg. Martin Fröhlich kommt mit Klampfe auf die Bühne. Der Start-up-Manager der Deutschen Bahn in Jeans, weißem Hemd und Stiefeln sieht aus wie ein Liedermacher aus den 80er Jahren und singt auch so. In seinem Song geht es darum, dass der Tag kommt, an dem die Kleinen groß sind und die Großen tot, und dass aus schwarzen Schafen weiße Schwäne werden.

Ein ungewöhnlicher Auftritt für einen, der bei der Deutschen Bahn Trend- und Zukunftsforschung betreibt und bei der Start-up-Messe Innolution Valley, die gestern im Ludwigsburger Forum am Schlosspark eröffnet wurde, jungen Gründern Impulse geben soll. Fröhlichs Botschaft ist klar: „Vernetzt euch und öffnet euch“, lautet sein Credo. Letztlich gehe es bei allem unternehmerischen Handeln um Sinnstiftung. Dann singt er: „Schaltet den Fernseher aus und die Sternschnuppen an.“

Toni Michel, Mitgründer des Start-ups sdox, hat es nicht so mit der Philosophie. Ihm gehe es auf der Innolution Valley doch mehr ums Geschäft, sagt er. Sein Start-up hat eine Software namens sdox entwickelt, die Schluss macht mit umständlichen PDFs, in die kein Video eingebettet werden kann und die auf einem Smartphone nicht funktionieren. Sdox ist ein Werkzeug, dass mobilfähige und multimediale Dokumente herstellt und sie auf jedem Endgerät präsentiert, unabhängig von der Größe des Bildschirms. Jetzt hofft der Jungunternehmer, dass er sdox an den Mann bringt. Der Maschinenbauer Trumpf in Ditzingen oder der Waiblinger Motorsägenhersteller Stihl wären seine idealen Kunden. Zu kleineren Unternehmen will er freilich auch Geschäftsbeziehungen knüpfen. „Mal sehen, was hier so läuft“, sagt er.

Im Foyer des Forums läuft viel. Nach Angaben der Veranstalter stellen noch bis heute 120 Start-ups ihre Ideen vor. Das Spektrum reicht von einem neuen besonders eiweißreichen und kalorienarmen Speiseeis über eine Infrarotkabine mit unsichtbaren Wänden bis hin zu Finanzcheck-Portalen oder Kunstauktionen auf Facebook.

Das Ziel von Innolution Valley ist vor allem, Start-ups und etablierte Unternehmen zusammenzubringen. Die Gründer präsentieren sich, um Investoren zu finden. Die Summe von 600 000 Euro wird von einem Start-up schon mal genannt, die nötig sei, um neue Produkte marktfähig zu machen und um mehr Tempo in die Entwicklung zu bringen.

Die Ludwigsburger Jetter AG beispielsweise, die auf Automatisierungslösungen spezialisiert ist, will auf der Innolution Valley nicht nur für das Unternehmen interessante Start-ups treffen. Jörg Kmitt, der Jetter-Produktmanager Software, will auch die zahlreich angebotenen Vorträge nutzen, um zu hören, wie der Puls der Hightech-Branche schlägt. Ihn interessiert besonders das Thema Future of Mobility, das Marcus Willand von der Ludwigsburger MHP Management und IT-Beratung erörtert. Kmitt hofft aber auch, auf der Start-up-Messe „potenzielle Arbeitnehmer zu treffen“.

Die Begegnungen auf der Start-up-Messe sind ganz im Sinne von Ludwigsburgs Baubürgermeister Michael Ilk. „Ich bin überzeugt, dass Innolution Valley ein Erfolg wird“, sagt er. „Sie haben Visionen, Pläne, Wünsche“, ruft er den jungen Gründern zu. Innolution Valley biete die Möglichkeit, die Ideen weiterzutragen und Investoren zu finden. Ilk betont, dass die Start-up-Messe zur Stadt Ludwigsburg gut passe. Er verweist auf die Wirtschaftsstärke der Stadt, die rund 50 000 Arbeitsplätze bei 93 000 Einwohnern zählt. Viele Kreative seien im Film- und Medienzentrum tätig. „Hier bewegt sich was“, sagt Ludwigsburgs Wirtschaftsförderer Frank Steinert. Er freut sich, dass für nächstes Jahr zwei weitere Start-up-Veranstaltungen in Ludwigsburg geplant sind.

Info: Die Start-up-Messe Innolution Valley hat heute im Ludwigsburger Forum am Schlosspark von 9 bis 16 Uhr geöffnet.