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Glasfasernetz

Kreis will Netzausbau vorantreiben

Der Kreis Ludwigsburg begrüßt die Pläne der Telekom zum Ausbau des Glasfasernetzes. Bis 2030 soll das schnelle Internet für alle Haushalte auch im Kreis zur Verfügung stehen.

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Der Ausbau des Glasfasernetzes im Kreis soll in den nächsten zwölf Jahren deutlich vorankommen. Archivfoto: Uli Deck/dpa

Kreis Ludwigsburg. „Ich freue mich über diese zukunftsweisende Kooperation, die einen umfassenden Glasfaserausbau ermöglicht“, reagiert Landrat Rainer Haas auf die Unterzeichnung der Absichtserklärung von fünf Landkreisen mit der Telekom (wir berichteten). Dem Landrat ist wichtig, dass das Telekommunikationsunternehmen auch auf Strafen verpflichtet wird, sollte der Ausbau nicht oder nicht rechtzeitig umgesetzt werden. In den kommenden Wochen und Monaten werden die Landkreise, der Verband Region Stuttgart und alle Kommunen die Rahmenbedingungen einer möglichen Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Telekom verhandeln. In diesen Verhandlungen ist für die Kommunen besonders wichtig, dass genau festgelegt wird, welche Leistungen die Deutsche Telekom einbringt und welche finanziellen Beitrage oder Sachleistungen die Kommunen in welchem Zeitraum beitragen müssen.

Im Moment haben nur drei Prozent der Haushalte Glasfaser. Die Telekom hatte in der jüngsten Vergangenheit dafür gesorgt, dass die meisten Verteilerkästen angebunden sind. Jetzt geht es darum, die Unternehmen und die Privathaushalte anzubinden. Da dieser Ausbau sehr schleppend vonstattenging, hatten einige Kommunen wie etwa Steinheim und Pleidelsheim schon eigene Modelle vorangetrieben. Auch die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim haben eigene Maßnahmen zum Ausbau ergriffen. „Die Telekom beabsichtigt, mit diesen Betreibern vor Ort Kooperationen einzugehen“, erklärt der Breitbandbeauftragte der Region Stuttgart, Hans-Jürgen Bahde.

Die meisten Kommunen im Kreis haben einen eigenen Masterplan für den Breitbandausbau erarbeitet. Diese sollen nun mit den Plänen der Telekom abgeglichen werden. Möglich ist, dass das Unternehmen den kompletten Ausbau vornimmt. Andererseits sollen die Kommunen etwa Leerrohre verlegen, wenn sie in Zukunft Straßen sanieren oder neu bauen. Vereinbart wurde, dass die Telekom rund 1,1 Milliarden Euro für den Ausbau bereitstellt. Die Region beteiligt sich mit 500 Millionen Euro. Im Landratsamt rechnet man damit, dass der Kreis Ludwigsburg rund 70 bis 90 Millionen Euro bringen muss – entweder als Infrastrukturmaßnahmen oder als Geldzahlung.

Der Landkreis Ludwigsburg, entwickelt nun eine Organisationsstruktur, um den Glasfaserausbau voranzubringen. Dafür soll jetzt ein Zweckverband gegründet werden. Über die Aufgaben des Zweckverbandes soll am Freitag der Ausschuss für Umwelt und Technik informiert werden. Außerdem will man sich Grünes Licht geben lassen, um sich an der neuen Dienstleistungs- GmbH auf regionaler Ebene zu beteiligen. Am 12. Juli kommen dann die Schultes im Kreis zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.