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Geschäftsjahr 2019

Kreissparkasse Ludwigsburg mit Rekorden und Sorgen

Mit dem Geschäftsjahr 2019 ist die Kreissparkasse Ludwigsburg zufrieden. Sie hat aber, wie andere Banken auch, weiter mit einer sehr großen Herausforderung zu kämpfen.

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Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg.. Steigende Anforderungen beim Thema Eigenkapital und Meldewesen, immer mehr Bürokratie, Vorschriften und Regulatorik – die Kreissparkasse (KSK) Ludwigsburg hat in diesem Jahr mit kommenden und bisherigen Herausforderungen zu kämpfen. Das größte Problem aber ist für die KSK die Niedrigzinsphase, „die wir nicht mehr als temporär, sondern als dauerhaft erleben“, wie der Vorstandsvorsitzende Heinz-Werner Schulte gestern bei einer Pressekonferenz sagte. Dort stellten er und seine Vorstandskollegen Dieter Wizemann und Thomas Raab die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 vor.

Für Finanzdienstleister werde es von Jahr zu Jahr schwieriger, Erfolge zu erzielen, weil die Rahmenbedingungen für die Branche „immer schwerer“ würden. Schulte spricht von einer „schädlichen Einflussnahme von außen“, wegen der Institute wie die KSK ihre Ressourcen nicht optimal einsetzen könnten.

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank macht der KSK Sorgen – auch deshalb, weil in ihrem Fahrwasser die Zinsspanne im Jahresvergleich gesunken ist, von 2,02 auf 1,82 Prozent. Diese Spanne bezeichnet die Differenz zwischen Zinsertrag und Zinsaufwendung; je höher sie ist, desto rentabler hat ein Kreditinstitut gearbeitet. Kunden könnten unter diesen schwierigen Bedingungen „noch immer“ Rendite erzielen, man brauche dafür aber „kompetente und professionelle Partner“. Und: Aktien könnten beim Vermögensaufbau helfen. Doch gebe es in Deutschland – trotz starker Zuwächse in den Börsenindizes Dax und Dow Jones – noch immer eine Skepsis gegenüber Aktien, so Schulte. Dennoch: KSK-Kunden kauften im vergangenen Jahr Wertpapiere für insgesamt mehr als 410 Millionen Euro – das ist gegenüber 2018 eine Steigerung von sechs Prozent. Etwa ein Fünftel der Girokonteninhaber bei der KSK hätten dort inzwischen ein Wertpapierdepot.

Andere wichtige Kennzahlen der KSK Ludwigsburg sind im Jahresvergleich gestiegen – die Bilanzsumme, das Kreditvolumen und die Kundeneinlagen (siehe Kasten). Rekorde vermeldete Schulte in zwei Bereichen: Bei Baufinanzierungen wurde ein Volumen von drei Milliarden Euro erreicht. Und beim Bausparen habe die KSK 2019 eine Gesamtsumme von gut 322 Millionen Euro vermittelt – eine Zahl, die, so Schulte, seines Wissens bisher keine andere Sparkasse im Land erreicht habe. Steigende Zahlen gab es auch in anderen Bereichen, etwa bei Vermögensverwaltung, im Versicherungsgeschäft und beim Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft.

Während die Zahl der KSK-Mitarbeiter im Jahresvergleich um 35 auf 1473 sank, stieg die Zahl der Teilnehmer am Onlinebanking stark – um mehr als 30.000 auf 137.000. Mehr Kunden nutzten auch das bargeldlose Bezahlen; 2019 führte die KSK das Zahlungssystem Apple Pay ein, über das Kunden mit ihrem I-Phone bezahlen können.

Die Zahl der KSK-Filialen (98) änderte sich im Jahresvergleich nicht; wohl aber die Zahl der mit Personen besetzten Filialen (minus 3, in Gemmrigheim, Mundelsheim, Besigheim-Ottmarsheim). 2020 soll die SB-Filiale in Benningen mit Mitarbeitern besetzt werden.

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