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Jahresbilanz

Lapp spürt den Abschwung

Nach Zuwachs erwartet Kabelhersteller nun ein Umsatzminus – Noch keine Coronafälle

Blick auf die Lapp-Europazentrale. Der Weltmarktführer für integrierte Lösungen der Kabel- und Verbindungstechnologie will seinen Standort in Ludwigsburg erweitern. Die gesamten Investitionskosten schätzt Vorstandschef Andreas Lapp auf 20 bis 30 Mill
Blick auf die Lapp-Europazentrale. Der Weltmarktführer für integrierte Lösungen der Kabel- und Verbindungstechnologie will seinen Standort in Ludwigsburg erweitern. Die gesamten Investitionskosten schätzt Vorstandschef Andreas Lapp auf 20 bis 30 Millionen Euro. Foto: LKZ-Archiv/Jürgen Schmidt, Lapp
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Stuttgart/Ludwigsburg. Der Stuttgarter Kabelhersteller Lapp, der in Ludwigsburg sein deutsches Zentrallager betreibt, spürt die Konjunkturabkühlung. Zwar wuchs der Umsatz des Familienunternehmens im vergangenen Geschäftsjahr, das Ende September zu Ende ging, noch um sechs Prozent auf über 1,2 Milliarden Euro. Doch im laufenden Jahr erwartet Lapp, dass das Geschäftsvolumen zurückgeht, wie Finanzvorstand Ralf Zander gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Stuttgart erklärte.

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„Wir konnten schon im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 Bremsspuren bemerken.“

Andreas Lapp
Vorstandsvorsitzenderder Lapp-Gruppe

„Wir konnten schon im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 Bremsspuren bemerken“, beschrieb Vorstandschef Andreas Lapp die konjunkturelle Entwicklung. Zuvor sei die Unternehmensgruppe noch im Plan gewesen.

Der Abwärtstrend hielt auch in den Monaten nach dem Ende des Lapp-Geschäftsjahres an. Dennoch sieht der Chef der Gruppe nicht völlig schwarz. „Wir befinden uns immer noch fast im Zielkorridor unserer Planungen“, sagte Andreas Lapp. Während der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr noch gewachsen ist, ging das Ergebnis deutlich nach unten. Das Ergebnis vor Steuern fiel mit 48,3 Millionen Euro um 17,6 Prozent niedriger aus als 2017/18. Und auch im laufenden Jahr rechnet der Kabelspezialist mit weiter sinkenden Gewinnen. Zander sprach von einem zweistelligen Millionenbetrag, den Lapp weniger erwirtschaften wird.

Konzernchef Lapp zeigte sich dennoch zufrieden mit der Entwicklung: „Angesichts anhaltender Spannungen im Welthandel und der Eintrübung der Konjunktur können wir auf das Erreichte sehr stolz sein. Vor allem unsere Strategie, die digitale Transformation gemeinsam mit den Kunden voranzutreiben, trägt erste Früchte.“

Im Ausblick für die nächsten Monate noch nicht berücksichtigt hat die Lapp-Gruppe die Auswirkungen der Corona-Epidemie. Das sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich , sagte Finanzvorstand Zander. Von der Ausbreitung des Virus ist das weltweit tätige Familienunternehmen besonders betroffen. Lapp hat Niederlassungen in China, Südkorea und Italien, drei Ländern mit besonders vielen Coronafällen. Bis jetzt habe es unter den weltweit 4650 Beschäftigten aber noch keine Infektion gegeben, sagte Personalvorstand Hilmar Döring. Und bislang habe es auch nur geringe Auswirkungen auf die Produktion und die Belieferung der Kunden gegeben. Im chinesischen Werk von Lapp seien die Ferien zum Neujahrsfest um eine Woche verlängert worden, doch seither laufe auch dort die Produktion fast wieder auf normalem Niveau. Der Konzern hat einen eigenen Pandemie-Plan aufgestellt, um für alle möglichen Szenarien vorbereitet zu sein, erläuterte Döring. Und täglich komme eine Art unternehmensinterner Krisenstab zusammen, um die aktuelle Lage zu besprechen.

Negative Auswirkungen auf die eigenen Lieferketten hofft Technikvorstand Georg Stawowy durch die lokale Ausrichtung von Lapp in Grenzen halten zu können. In vielen Ländern werde vor Ort für den jeweiligen Markt produziert.

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