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Lautstarker Protest von Fridays for Future endet mit Platzverweis

Sechs junge Leute stören CDU-Veranstaltung – Aktion zum Klimaschutz

Einen lautstarken Sitzstreik beim Vortrag von Verkehrsminister Scheuer im Urbanharbor in Ludwigsburg beendet die Polizei und trägt insgesamt sechs Mitglieder von Fridays for Future vor die Halle. Foto: Andreas Essig
Einen lautstarken Sitzstreik beim Vortrag von Verkehrsminister Scheuer im Urbanharbor in Ludwigsburg beendet die Polizei und trägt insgesamt sechs Mitglieder von Fridays for Future vor die Halle. Foto: Andreas Essig

Beim ersten Treffen für ein stadtweites Ludwigsburger Klimabündnis war die Fridays-for-Future-Bewegung vertreten, auch wenn Sprecher der Bewegung im Vorfeld erklärt hatten, dass sie an solche breit gefassten Gesprächskreise nicht wirklich glauben und weiter vor allem auf konkrete Streikaktionen setzen. Das waren bisher die freitäglichen Schülerdemos. Einen neuen Akzent ihrer Streikstrategie haben Mitglieder von Fridays for Future am Mittwoch dieser Woche gesetzt, beim Auftritt von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer im Urbanharbor in der Weststadt.

450 Interessierte waren der Einladung des Ludwigsburger CDU-Stadtverbands zu dessen Vortrag über die Mobilität der Zukunft gefolgt. Gegen Ende der Veranstaltung setzten sechs junge Leute von Fridays for Future zu einer Störaktion an: Sie fingen an, lautstark zu skandieren und setzten sich vor der Bühne auf den Boden.

Weil die Gruppe nicht aufhören wollte, wurde die Polizei auf den Plan gerufen. Eine Streife, die bereits vor Ort war, rief Verstärkung und zusammen trugen die Polizisten die sechs jungen Aktivisten vor die Halle und erteilten einen Platzverweis, dem die sechs auch Folge leisteten. Sie waren laut Polizei alle im Alter zwischen 16 und 18 Jahren.

In einer Mitteilung an die Presse hat sich Fridays for Future inzwischen zu der Aktion erklärt. Sie sprechen selbst von einer „gewagten Protestaktion“ der Ortsgruppe. Geplant war, einen „Die-in“ (gemeinsames Sterben) auf der Bühne zu inszenieren. Es ist eine Aktionsform des gewaltlosen Widerstands. Es sollte auf die Klimakatastrophe aufmerksam machen, so die Akteure.

„Wenn über dem Minister ein Auto hängt, für ihn der Fortschritt in Bezug auf Export im Zentrum steht und der Emissionshandel weiter vorangetrieben werden müsse, sehen wir uns in unserem Ansatz bestätigt, da dieser Minister die Dringlichkeit, auf die Klimakrise zu reagieren, wohl noch nicht verstanden hat“, heißt es. „Wir lehnen daher diese Art der Veranstaltung ab und sehen uns in der Richtigkeit und Wichtigkeit unseres Ansatzes bestätigt: Wir streiken, bis ihr handelt.“ Nach eigenen Angaben hat die Gruppe im Anschluss und auf dem Heimweg viel Solidarität erfahren. Die jungen Leute kritisieren, dass ein älterer Besucher einer 15-Jährigen versucht hat, ihr gewaltsam den Mund zuzuhalten. Dies sei inakzeptabel. (map/red)