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Corona

Lehrer-Maske: Verwirrende Testergebnisse

Im Mai wurde in den USA eine Maske getestet, die den gleichen chinesischen Hersteller und die gleiche Typbezeichnung wie die jetzt an die Lehrer verteilte hat. In den USA erhielt die Maske vernichtende Testergebnisse. Laut Sozialministerium sind die hier ausgeteilten Masken aber andere, und es verweist auf einen Test der Dekra.

Diese Masken wurden vom Land an die Schulen geliefert. Foto: privat
Diese Masken wurden vom Land an die Schulen geliefert. Foto: privat

Die Masken-Verteilaktion des Landes sorgt weiterhin für Unruhe bei den Lehrern. Zunächst wunderten sie sich über den seltsamen Geruch, den engen Gummi und fehlende Aufdrucke, dann stellte sich heraus, dass Kultus- und Sozialministerium nicht wie versprochen FFP2-Masken, sondern lediglich KN-95-Masken an die Schulen verteilt hatten (LKZ vom 17. Dezember). Diese entsprechen nicht der EU-Norm und dürfen seit September nicht mehr importiert werden.

Das Land hatte die Masken aber bereits im Frühjahr aus China angeschafft, und verteilt werden dürfen sie noch. Handelt es sich um hochwertige Produkte, dann sind KN-95-Masken auch ähnlich effektiv wie FFP2-Masken. Doch sind die im Land verteilten Masken hochwertig?

Unter Lehrern kursiert mittlerweile ein Testbericht einer US-amerikanischen Gesundheitsbehörde, in dem zehn Masken mit derselben Typbezeichnung vom selben chinesischen Hersteller kontrolliert wurden. Maskenname: RYZUR KN95B. Hersteller: Anhui Ryzur Medical Equipment Manufacturing.

Das Ergebnis ist niederschmetternd. Die US-Behörde kam zu dem Ergebnis, dass die Masken völlig unbrauchbar sind, da sie einen Großteil der Partikel nicht zurückhalten. Auch aus Kanada ist ein ähnlich schlechter Testbericht zu den Masken bekannt.

Das Sozialministerium beteuert auf Anfrage unserer Zeitung, dass die in den USA untersuchten Masken „trotz identischer Marken- und Produktbezeichnung ganz offensichtliche Unterschiede zu den vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg beschafften Masken aufweisen (in Farbe und Beschaffenheit) und daher keine direkten Rückschlüsse auf die Masken aus der Landesbeschaffung abgeleitet werden können“.

Für die vom Land beschafften Masken liege ein Dekra-Zertifikat vor. Des Weiteren liege ein Prüfbericht von Moldex vor, die die Werte im Dekra-Zertifikat bestätigt haben. „Die festgestellten Fremdgerüche waren in anderen Chargen auch bei einer Vor-Ort-Begehung im Lager nicht mehr nachweisbar“, so das Ministerium weiter.

Zumindest was die Farbe anbelangt, hat das Sozialministerium aber nicht ganz recht. Zwar stimmt es, dass die in den USA getestete Maske weiß ist und die von der Dekra getestete türkis. Nach Informationen unserer Zeitung wurden im Land neben den türkisfarbenen Masken aber auch weiße verteilt. Das hat auch das Kultusministerium gegenüber unserer Zeitung bestätigt.

Die Dekra hat für ihren Test einige der Masken auf verschiedene Arten untersucht. Zum einen die Verpackung und wie sie im Gesicht sitzt – beides wurde nicht beanstandet –, zum anderen aber auch die Durchlässigkeit. Dafür wurden drei Masken mit Paraffinöl besprüht. Alle drei überprüften Modelle erwiesen dabei eine sehr geringe Durchlässigkeit weit unter der Toleranzschwelle. Am 21. April erhielten die Masken daher ihr Zertifikat.

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