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Ludwigsburg darf modellhaft Kinder- und Jugend-Treffs öffnen

Startschuss für landesweit 19 Modellprojekte in Bereichen Kultur, Jugend, Tourismus, Freizeit und Sport – Stadt Ludwigsburg ist bei Kinder- und Jugendarbeit dabei

Jugendtreffs – wie hier zum Beispiel in der Villa Barrock – können in Ludwigsburg dank eines Modellprojekts bald ohne Anmeldung besucht werden. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Jugendtreffs – wie hier zum Beispiel in der Villa Barrock – können in Ludwigsburg dank eines Modellprojekts bald ohne Anmeldung besucht werden. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Eigentlich wollte sich die Stadt Ludwigsburg als Modellstadt nach Tübinger Vorbild bewerben, also Geschäfte, Restaurants und Kulturbetriebe für alle mit negativem Schnelltest öffnen. Im März hatte die Stadtverwaltung dafür einen Antrag an die Landesregierung geschickt, doch die Modellprojekte wurden gestoppt – auch wegen der Bundesnotbremse. Nun gibt Baden-Württemberg den Startschuss für 19 Modellprojekte in den Bereichen Kultur, Jugend, Tourismus, Freizeit und Sport. Und auch Ludwigsburg ist dabei – und zwar im Bereich Kinder- und Jugendarbeit. „Es ist vorgesehen, dass Jugend-Angebote ohne vorherige Anmeldung besucht werden können. Diese Angebote können sofort in den bestehenden Einrichtungen und Jugendcafés umgesetzt werden“, heißt es in einer Übersicht der Modellvorhaben.

Laut dem Sozialministerium sollen die Modellprojekte wenn möglich in der Kalenderwoche 22, spätestens eine Woche später, starten. Nach 14Tagen soll es einen Zwischenbericht an das Gesundheitsamt und das Sozialministerium geben. „Bei unauffälliger Inzidenzauswirkung kann dann gegebenenfalls eine landesweite Ausweitung der Öffnungen erfolgen“, so das Sozialministerium.

Insgesamt gingen nach Angaben des Ministeriums 83 Anträge für die Modellprojekte ein, fast jeder zweite aus der Kultur. „Das zeigt, wie dringend gerade diese Branche Öffnungsperspektiven braucht“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Die Auswahl sei nicht leichtgefallen. Kriterien seien die wissenschaftliche Begleitung gewesen und die Frage, wie sehr sich die Projekte auf die jeweiligen Lebensbereiche oder die Branche übertragen ließen. Auch die Qualität von Test- und Hygienekonzepten sowie die digitale Nachverfolgung von Kontakten hätten eine Rolle gespielt.

Modellprojekte umfassen verschiedene Bereiche

Die Modellprojekte umfassen verschiedene Lebensbereiche, zum Beispiel Sport, Feste, Theaterveranstaltungen, Tourismus sowie Musikproben und -konzerte. Die Volksschauspiele Ötigheim planen im Rahmen ihres Modellprojekts etwa mit 875 Zuschauern bei der Premiere am 12.Juni. „Das ist für uns ganz großes Glück“, sagte Geschäftsführer Maximilian Tüg. „Wir hoffen nur, dass wir in der kurzen Zeit auch möglichst viele Karten verkaufen können.“ Deutschlands größte Freilichtbühne fasst normalerweise mehrere Tausend Zuschauer. Der Europapark hatte den Zuschlag bereits erhalten und vor einer Woche geöffnet.

Allerdings könnte sich das eine oder andere Projekt als Modell bald auch schon wieder erledigt haben: Denn mit der geplanten neuen Corona-Verordnung soll es Städten und Kreisen mit einer Inzidenz unter 50 auch erlaubt werden, unmittelbar in die nächste Öffnungsstufe einzutreten und Auflagen zu lockern. „Es braucht damit kein zeitliches Durchlaufen der einzelnen Öffnungsschritte“, teilte das Ministerium mit. Dank dieser generellen Öffnungsperspektive könnten zahlreiche eingereichte Modellvorhaben regulär im Rahmen der Corona-Verordnung umgesetzt werden, teilten Städte-, Gemeinde- und Landkreistag mit. Land und kommunale Landesverbände hatten das Auswahlverfahren organisiert.

Für mehr als die Hälfte der Städte und Kreise im Land könnte das in Frage kommen. Denn landesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes bei 43,9. 26 der 44 Stadt- und Landkreise unterschreiten nach aktuellem Stand die 50er-Inzidenzschwelle und keine einzige Region liegt noch bei einer dreistelligen Inzidenz. Die Inzidenz im Kreis Ludwigsburg lag am Sonntag bei 55. (red/lsw)